Sonne ohne Ende, mineralreiche Böden, trockenes Klima: In der Region Mendoza gedeiht der Malbec bestens.

Argentinische Weine: Der Fluch des Malbec 

Wer von argentinischem Wein spricht, meint im Normalfall Malbec. Dabei bietet das Land noch viel mehr: tollen Weisswein zum Beispiel.

Argentinien ist Tango. Und Rindfleisch. Und Wein. Ergo: Malbec. «Der Malbec ist eindeutig der populärste Wein Argentiniens», sagt Sommelière Christina Eilert-Chiesa. Kein Wunder: Der kraftvolle Wein passt perfekt zur argentinischen Küche. Jung und fruchtig zur «picada», der argentinischen Vorspeisenplatte mit Käse, Wurst und Oliven. Zum berühmt-berüchtigten «Asado» – wo selbst eine gemässigte Version hierzulande locker als Grill-Orgie durchginge – sind reife Malbecs ideal. Im Barrique ausgebaut; kraftvoll, holzig, beerig, schokoladig. «Die französische Traubensorte hat in Argentinien perfekte Bedingungen gefunden», sagt Christina Eilert. Mineralreich die Böden, trocken das Klima, Sonne ohne Ende.

 
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Weisse Perle

Doch mit dem Malbec, dessen Hauptanbaugebiet rund um Mendoza liegt, ist es nicht getan, weiss Eilert. Dass sie als gebürtige St. Moritzerin ihren Sommelier-Abschluss über argentinische Weine gemacht hat, liegt nahe. Ihr Mann ist Argentinier. Ein- bis zweimal jährlich ist sie deshalb im «europäischsten aller südamerikanischen Länder» zu Besuch.
Die Wein-Kennerin schwärmt vom Torrontés Riojano. Nie gehört? Keine Schande, hierzulande ist dieser Wein nämlich kaum bekannt. Der Torrontés Riojano (nicht zu verwechseln mit dem spanischen Torrontés) ist speziell, nur schon durch den Umstand, dass er in Höhen von bis zu 2300 Metern angebaut wird. Christina Eilert spricht von «Super-Resultaten», die erzielt würden. Sehr fruchtig sei der Wein, «trocken und aromenlastig – manchmal fast floral». Und: «Einen Versuch wert.»

Kaum Spritzmittel nötig

Diesbezüglich können sich allerdings gewisse Schwierigkeiten auftun. Denn die Argentinier trinken ihren Wein ganz gern selbst. Die Zeiten, in denen eher Masse galt denn Klasse, sind auch in Argentinien vorbei. «Glücklicherweise», so Eilert. Dass man verglichen mit Schweizer Weinen trotz guter Qualität günstig wegkommt, liegt an den Produktionskosten. Arbeit ist günstig – der durchschnittliche Monatslohn lag 2012 bei umgerechnet 790 Franken – die (von wenigen Ausnahmen abgesehen) topfebenen Anbaugebiete lassen Maschinenarbeit zu. Argentinische Winzer kommen auch fast ohne Spritzmittel aus. Grund dafür ist das trockene Klima. Zwar muss alles bewässert werden – was aber nicht nur für den Weinbau gilt –, dafür ist auch ein Befall durch Pilze nahezu ausgeschlossen.

Vieles ist in Bewegung

Argentinien ist Malbec. «Es asî!», wie der Argentinier sagt. So ist es! Noch. Nach Ansicht von Christina Eilert könnte sich dies durchaus verändern. «In Sachen Wein tut sich sehr viel in Argentinien», sagt sie. «Viele grosse europäische Weinhäuser haben das Land entdeckt und betreiben nun ihre eigenen Güter.»

Kraftvoll und Intensiv 

Cabernet Sauvignon Mendoza La Mascota

Angenehm süsses Cassisbouquet, mit kräftig-beeriger Frucht, leicht kompottig und dezent würzig. Mit Eleganz, Struktur und Rückgrat. Ausgeglichen, mit schönen Aromen. Zu Pasta, rotem Fleisch, reifem Weichkäse.

Fr. 17.50/75 cl.

Erhältlich in grösseren Coop-Läden und unter: www.mondovino.ch

Malbec Mendoza Argentina Bodega Septima

Dichtes Purpurrot, reiches Beerenbouquet mit Aromen von Heidelbeeren und Dörrzwetschgen, im Gaumen zu Beginn weich mit reicher Aromenfülle, schöne Harmonie, sanfte Tannine, fein gebaut, angenehm lang.

Passt zu: kräftigen Speisen, Wild.

Fr. 12.95/75 cl.

Erhältlich in grösseren Coop-Läden und unter: www.mondovino.ch

Malbec Mendoza Aruma Bodegas Caro

Intenisves Bouquet nach Teer, Leder, Graphit und Mokka, Rumtopf, Kirschkompott, sehr fülliger Gaumen, viel Fruchtsüsse, hochreifes, feines Tannin, milde Säure und sehr langer Abgang. Passt zu Grilladen, Braten, Geflügel, Käse.

Fr. 14.95/75 cl.

Erhältlich in grösseren Coop-Läden und unter: www.mondovino.ch

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Regula Bättig

Redaktorin

Foto:
Getty Images, zVg
Veröffentlicht:
Montag 20.04.2015, 16:45 Uhr

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