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«Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand»

 

Die Story

Im Altersheim von Malmköping feiert Allan Karlsson seinen 100. Geburtstag. Das heisst, er feiert ihn eben nicht. Denn bevor die von der Heimleitung organisierten Feierlichkeiten über ihn hereinbrechen, sucht er das Weite. Am Busbahnhof kauft er sich ein Ticket, und während er auf seinen Bus wartet, drückt ihm ein ungehobelter junger Mann, der dringend auf die Toilette will, seinen Koffer in die Hand mit dem Befehl, auf diesen aufzupassen. Während der Kerl noch am stillen Örtchen weilt, muss Allan auf den Bus und nimmt den Koffer kurzentschlossen mit.
An der Endstation des Busses wirkt der Alte – ohne Kleider und Geld losgezogen – etwas verloren. Der Bewohner des Bahnhofhäuschens, der gesellige Julius Jonsson nimmt sich seiner an, lädt ihn ein und bekocht ihn. Und reicht ihm auch ausreichend Schnaps. Gemeinsam öffnen sie den Koffer und finden darin 50 Millionen Kronen. Kein Wunder also, dass der junge Mann, der offenbar einer kriminellen Bande angehört, alles daran setzt, den Koffer wiederzufinden. Als er bei den beiden Alten auftaucht, wird er kurzerhand k. o. geschlagen und danach in den Kühlraum gesperrt. Dummerweise vergessen die beiden, die Kühlung auszuschalten – und haben nun ein weiteres Problem: die Entsorgung der Leiche.
Auf ihrer Flucht, auf der sie den schüchternen Benny treffen und ihn gegen dessen Willen zum Komplizen machen, landen sie bei Gunilla, die zusammen mit einem Elefanten auf einem abgelegenen Hof wohnt. Nun ein Quartett, haben sie alle Hände voll damit zu tun, die nach ihnen suchenden, glücklicherweise nicht mit allzu grosser Intelligenz gesegneten Banditen abzuschütteln. Von der ziemlich lustlos zu Werke gehenden schwedischen Polizei bekommen die Vier dagegen kaum etwas mit.

Immer wieder erzählt Allan seinen Gefährten Anekdoten aus seinem abenteuerlichen Leben, geprägt von seiner Begeisterung, Dinge aller Art in die Luft zu sprengen, die ihn von Kindsbeinen an begleitete. So landete er – selbstverständlich alles zufällig und ohne sein aktives Zutun – im spanischen Widerstand und dann am Tisch mit General Franco, lieferte die zündende Idee bei der Entwicklung der ersten amerikanischen Atombombe und wurde so zum Freund des US-Präsidenten, trank mit Stalin Wodka, flüchtete zusammen mit Albert Einsteins schwachsinnigem Bruder aus einem Gefangenenlager in Sibirien und hatte auch beim Fall der Berliner Mauer seine Finger im Spiel.

Die Kritik

„Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ lebt, wie die Buchvorlage von Jonas Jonasson, die sich als wahrer Bestseller entpuppte, von zahllosen Slapstick-Einlagen. Die Unbekümmertheit, mit der der alte Allan Karlsson in den Tag hinein lebt, von allen Wirren unberührt sein Leben geniesst – beneidenswert. Doch während das Buch den Leser mit absurder Logik von Abenteuer zu Abenteuer führt, wirken die Rückblenden im Film oft wie zusammenhangslose, aufgepfropfte Einschübe. Wer sich einfach amüsieren will, ist hier aber dennoch gut bedient. Ein lieblicher, witziger und phasenweise auch leicht melancholischer Film. 


Credits:

Filmstart: 20. März
Produktion: Der Hörverlag, 2011
Länge: 112 Minuten
Regie: Felix Herngren
Drehbuch: Felix Herngren / Hans Ingemansson

Die wichtigsten Darsteller:

Allan Karlsson: Robert Gustafsson 
Julius Jonsson: Iwar Wiklander 
Benny: David Wiberg 
Gunilla: Mia Skäringer 
Pike - Der Boss: Jens Hultén 

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Martin Zimmerli

Redaktor

Foto:
cineman
Veröffentlicht:
Montag 10.03.2014, 18:35 Uhr

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