Schauspieler Stefan Gubser für einmal nicht als Kommissar, sondern privat in Luzern.

Der beliebteste TV-Krimi als Kinoerlebnis

Der achte Schweizer «Tatort» mit Stefan Gubser als Kommissar Reto Flückiger wird diesen Sommer nicht nur am Fernsehen, sondern auch auf der Kinoleinwand zu sehen sein.

Gedreht wurde die Tatort-Folge mit dem Titel «Schutzlos» letzten September. Es geht um das Schicksal von jungen Migranten aus Afrika. Ein 18-jähriger Nigerianer wird erstochen am Ufer der Reuss aufgefunden. Es sieht nach einer Abrechnung im Drogenmilieu aus. Doch je länger Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) und seine Kollegin Liz Ritschard (Delia Mayer) ermitteln, desto undurchsichtiger wird der Fall, in den auch eine hoffnungsvolle junge Afrikanerin verstrickt ist. Die Auflösung wollte Schauspieler Stefan Gubser beim Gespräch mit der Coopzeitung in Luzern nicht verraten. Macht nichts, man kann sich die «Tatort»-Folge am 5. Juli auf SRF1 am Fernsehen anschauen. Oder noch besser: Man besucht eine Luna-Open-Air-Aufführung, sieht den «Tatort» erstmals auf einer richtigen Kinoleinwand und erlebt den Hauptdarsteller live vor Ort (Termine siehe Reiter «Luna-Open-Air-Cinema»). Andere Fragen hat Stefan Gubser beantwortet:

 
Jede Woche die neusten Themen im Newsletter! Hier abonnieren »
 

Coopzeitung: Was ist das Beste am Beruf als Schauspieler?
Schön ist, dass man sich spielerisch in vielen Facetten ausdrücken kann.

Haben Sie nie an Ihrer Berufswahl gezweifelt?
Doch, oft sogar, mein Weg war nicht gradlinig. Es ging immer wieder auf und ab.

Was ist das Schwierigste?
Man steht mit seiner ganzen Person in der Öffentlichkeit und in der Kritik. Und man weiss nie, wie die Zukunft aussieht. Diese Unsicherheit muss man aushalten können.

Stehen Sie immer noch ab und zu auf einer Theaterbühne?
Im Moment ist es eher schwierig, freie Termine dafür zu finden.

Wieso?
Der «Tatort» beansprucht zwei Mal im Jahr ziemlich viel Zeit: pro Folge fast drei Monate. Zuerst bereite ich mich mit dem Drehbuch vor, dann gibt es Leseproben mit allen Beteiligten, fünf Wochen wird in Luzern gedreht, und danach folgt die Postproduktion, in unserem Fall die Synchronisation für Deutschland und Österreich.

«

Lieber am Anfang schlechte Kritiken und dann bessere.»

Stefan Gubser (57), «Tatort»-Kommissar

Wann spielten Sie den Kommissar Flückiger zum ersten Mal?
Vor etwa neun Jahren, damals noch am deutschen Ufer des Bodensees.

2011 waren Sie massgeblich daran beteiligt, dass es wieder einen Schweizer «Tatort» gab.
Ja, ich habe mich sehr dafür eingesetzt und meine Produktionsfirma konnte die erste Folge drehen. Für mich ist der «Tatort» die Champions League im deutschen Fernsehen. Ich fand und finde es wichtig, dass wir uns mit dem Schweizer «Tatort» in Deutschland präsentieren können. Es ist auch eine gute Plattform für junge Schweizer Schauspielerinnen, Kameramänner und so weiter. Der Anfang war holprig, fast sah es aus, als ob es nicht funktionieren würde mit dem «Tatort» in Luzern. Jetzt läuft es gut. Lieber am Anfang schlechte Kritiken und dann immer bessere als umgekehrt!

Was reizt Sie am Kommissar Reto Flückiger?
Die Rolle ist sehr vielseitig, wir sind in immer wieder anderen Situationen und Milieus.

Steckt viel von Ihnen in ihm?
Ja, es verbindet uns einiges. Er ist wie ich sehr naturverbunden. Er ist auch loyal und hat einen ausgesprochenen Gerechtigkeitssinn.

Punkto Liebe und Beziehungen ist er anders.
Allerdings, er ist ein Einzelgänger. Beziehungen sind nicht seine Sache. Ich hingegen lebe gern in einer Beziehung.

Kommissar Flückiger segelt gern. Und Sie?
Mittlerweile auch. Ich lernte wegen dieser Rolle auf dem Zürisee segeln. Dann packte mich das Virus und ich machte noch den Hochseeschein. Jetzt segle ich am liebsten auf dem Meer. Letzten Sommer verbrachte ich mit meiner Frau Brigitte zwei Monate auf einem Katamaran im Pazifik. Wir haben uns eine Auszeit gegönnt.

Wo suchen Sie Ihr Glück?
In der Natur und in der Liebe. Meine Frau ist seit bald 20 Jahren mein Fels in der Brandung. Wichtig sind mir auch meine erwachsene Tochter, gute Freunde und mein Beruf.

Sehen Sie Flückiger und Ritschard zum Beispiel in Luzern am See.

Sehen Sie Flückiger und Ritschard zum Beispiel in Luzern am See.
http://www.coopzeitung.ch/Der+beliebteste+TV_Krimi+als+Kinoerlebnis Sehen Sie Flückiger und Ritschard zum Beispiel in Luzern am See.

Was braucht es, um in der Schweiz Karriere zu machen?
Man muss bereit sein, mehr zu geben als der Durchschnitt. Es braucht Fleiss, Ausdauer, Hartnäckigkeit und vor allem Leidenschaft.

Und dann klappt es?
Dann sind die Chancen nicht nur gut, sondern fantastisch. Wir können auf vieles stolz sein, das wir in unserem Land erreicht haben.

Zum Beispiel?
Unser politisches System sucht weltweit seinesgleichen. Unsere Behörden, unser Staat funktionieren.

Alles bestens also? 
Wir sollten Sorge tragen zum Erreichten, uns nicht zu sehr abschotten und uns auch für Menschen in Not, für Flüchtlinge einsetzen.

Damit wären wir beim «Tatort», den wir diesen Sommer sehen können. 
Genau, der spielt rund ums Asylwesen. Dass der «Tatort» sich immer um aktuelle und relevante Themen dreht, gefällt mir sehr.

Das klingt alles ein bisschen nach Politik. Wäre das eine weitere mögliche Karriere für Sie?
Ich bin politisch interessiert, gehe wählen und stimme ab, habe aber keine Ambitionen in diese Richtung. Eher als in einer Partei engagiere ich mich karitativ.

Zahlen und Fakten: Krimireihe «Tatort»

Stefan Gubser, geboren am 1. August 1957, lebt mit seiner Frau Brigitte Gubser in der Nähe von Zürich. Die Tochter aus erster Ehe, Stefanie, ist 34.

Nach dem Gymnasium besuchte Gubser in Wien die renommierte Max-Reinhard-Theaterschule. Dann trat er an Theatern in Österreich und Deutschland auf und bildete sich in New York in «Method Acting» weiter. Bei dieser Methode geht es darum, Gefühle sichtbar zu machen und mit der Rolle zu verschmelzen. Bekannt wurde Stefan Gubser vor allem für seine Rollen in deutschen Fernsehserien. Daneben drehte er Filme und produzierte Theaterstücke und TV-Sendungen. 

Kinoerlebnis «Tatort»

Vom 17. Juni bis 5. September findet das von Coop als Hauptsponsor unterstützte «Luna Open Air Cinema» statt. An 20 Standorten können Sie Kinohits der letzten Monate sowie ältere Lieblingsfilme unter freiem Himmel sehen. Der Schweizer «Tatort – Schutzlos» wird gezeigt: 7. Juli in Zug, 8. in Kreuzlingen, 9. in Zofingen, 12. in St. Gallen, 13. in Murten, 14. in Luzern, 15. in Aarau, 16. Schloss Heidegg, 17. in Wohlen (AG), 20. in Fribourg und 21. in Uster. An diesen Abenden wird Schauspieler Stefan Gubser als Gast zum Publikum sprechen. Das ganze Kinoprogramm finden Sie im Internet. Coop-Supercard-Inhaber profitieren im Vorverkauf von 25 Prozent Rabatt (maximal vier Tickets pro Person). Dieses Angebot ist jedoch nicht gültig an der Abendkasse oder bei Ticketcorner. 

Weitere Informationen auf der Internetseite von Coop

Klaus Doldinger’s Passport

jazznojazz presents: «Tatort» Jazz, Rock & funky Fusion
Mittwoch, 03.06.2015

Mehr Informationen zum Konzert

text

Frage der Woche

«

Sind Flückiger und Co. die besten «Tatort»-Ermittler?»

Sehen Sie am liebsten die «Tatort»-Folgen aus der Schweiz oder ziehen Sie ein anderes Team vor? Verraten Sie uns Ihre Meinung in den Kommentaren.

Hier geht's zu weiteren Wochenfragen

Kommentare (13)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.










Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Eva Nydegger

Redaktorin der Coopzeitung

Foto:
Visualimpact.ch/Rainer Eder, SRF/Daniel Winkler, zVg
Veröffentlicht:
Montag 25.05.2015, 09:00 Uhr

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:



Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?