Eine clevere Idee: Fotos oder Filme auf dem Smartphone als Diagnose-Hilfe.

Der elektronische Sittich

Die modernen Zeiten halten überall Einzug: Es gibt besonders sensible Patienten, die werden einfach mit dem Handy in die Tierarztpraxis getragen …

Der Wellensittich sass schimpfend auf seiner Stange im Käfig. Er hatte einen Fuss im Federkleid versteckt und versuchte einbeinig, sein Gleichgewicht zu halten. Es gelang ihm nicht. Flatternd stellte er sein krankes Beinchen ab. Das Handyfilmchen war etwas wackelig und immer wieder unscharf. Dieser Sittich war sehr alt und brauchte Schonung. Der Enkel meiner ebenfalls betagten Kundin hatte deshalb die Idee, den Vogel elektronisch mit in die Praxis zu nehmen.

Alles auf dem Handy

Eines konnte man deutlich sehen: Die Fussgelenke des Vogels hatten dicke Knoten. Diese schimmerten gelblich durch die Haut. «Cocco hat seit Längerem solche Probleme», meinte seine ebenfalls betagte Besitzerin. «Früher kletterte er fröhlich auf dem Kletterbaum. Jetzt will er nicht mehr aus dem Käfig!» Ich fragte nach, was sein Kletterbaum sei. Stolz zeigte ihr Enkel ein Foto auf seinem Handy. Er hatte am Fenster in der Wohnstube einen deckenhohen Baum montiert. «Bis vor Kurzem hatte Cocco noch zwei Gspänli. Nun ist er aber Witwer. Wir versuchten es mit einem Jungvogel, doch Cocco hat ihn nicht akzeptiert», erzählte er. Das nächste Filmchen zeigte meine Kundin beim Morgenessen zu zweit: Sie, und ihr gegenüber der alte Cocco beim Zwitschern und Brotkrumenpicken. Ich hatte genug gesehen. Cocco litt an Gicht. Ich schrieb ihr die Dosierung der Medikamente auf und erklärte ihr, wie sie versuchen sollte, Cocco mehr feuchte Nahrung zu geben. Dann bemerkte ich, wie ihr Enkel die Dosierung fotografierte. Er meinte, dass er so seiner leicht vergesslichen Grossmutter per Telefon helfen könne, die Medikamente zu verabreichen. «Und ich habe geglaubt, dass sie den elektronischen Vogel auch elektronisch behandeln wollen», sagte ich lachend.

 

Kauknochen

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Sprechstunde: Fragen Sie Chantal Ritter

Falls Sie ein gravierendes Problem haben, können Sie eine Frage an Tierärztin Dr. Chantal Ritter stellen. Beachten Sie aber, dass Chantal Ritters Ratschläge eine erste Einschätzung der Lage sind, doch im Ernstfall nicht den Besuch eines Tierarztes ersetzen können. Die Tierarztsprechstunde finden Sie in unserer Online-Tiercommunity.

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Alamy, zVg
Veröffentlicht:
Montag 04.07.2016, 00:00 Uhr

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