Wortwitz und Sprachspiel: Mit der App «Boldomatic» bekommen gute Ideen ein starkes Format. 

Die digitalen Sprücheklopfer 

Nur was in bunten und bewegten Bildern daherkommt, hat im Internet Erfolg? Eine Schweizer App hält dagegen und setzt auf Buchstaben.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – dieses Sprichwort gab es schon, bevor Internet, Handykameras und Soziale Medien die Überflutung der Welt mit Party-Pics und Katzenvideos ermöglicht haben. Der Grund ist klar: Ein Bild kann jeder verstehen, auch wenn er nicht schreiben oder lesen kann.
Dennoch gab es zu allen Zeiten auch Wörter, die weite Verbreitung fanden. Etwa Zitate aus der klassischen Antike wie Cäsars «veni, vidi, vici» (kam, sah, siegte). Ebenso wurden Sprüche als Bestandteil der Populärkultur weitergereicht, als Graffiti auf Toilettenwände gekritzelt und in Schulbänke eingeritzt. Etwa so: «Zeit ist Geld – hier verlor ich Millionen».

Das Fettgedruckte …

Wofür es in früheren Zeiten Filzstift oder Sackmesser brauchte, gibt es heute eine Gratis-App: «Boldomatic» heisst sie und konzipiert wurde sie vor fünf Jahren in der Zürcher Kreativagentur Nerves, «als Reaktion auf die Dominanz der Bilder im Internet», sagt Steffen Schietinger, der sich die App ausgedacht hatte. Der Name setzt sich zusammen aus «bold», dem englischen Wort für «fett gedruckt», und «automatic». Die damit erstellten digitalen Sprüche haben das quadratische Format eines Post-it-Zettels, eine einheitliche Schriftart «SuisseBP» sowie einen mehr oder weniger bunten Hintergrund – die Palette reicht von Leuchtfarben bis zu Schwarz-Weiss. «Boldomatic» ist bereits in mehr als 170 Ländern aktiv, die meisten Nutzer schreiben Englisch, etwa 30 Prozent der geposteten Sprüche sind auf Deutsch, erklärt Steffen Schietinger.

… macht Eindruck

Boldomatic ist werbefrei, hat aber doch einen kommerziellen Hintergrund: Wöchentlich gibt es auf der Plattform Wettbewerbe, bei denen die besten Sprüche prämiert werden. Diese «Missions» können von Unternehmen gesponsert werden, was derzeit Coop mit der Eigenmarke «Karma» tut. Über vier Wochen werden Fragen gestellt wie «Was wagst du in diesem Jahr?» oder «Wie schmeckt Glück?», zu gewinnen sind 5000 Franken für eine Thailand-Reise. So lassen sich neue Slogans finden und die Marke ist in den Sozialen Medien präsent. Kein Wunder, findet das Format beim zunehmend werbemüden, jungen Publikum grossen Anklang.

Zur Karma-Mission »

Trickfilm-Spass

Fantastische Abenteuer oder Lehrstück – mit «Toontastic» wird die Produktion kleiner Trickfilme zum Kinderspiel. Vor detailreichen Hintergründen wie Schule, Weltraum oder Piratenschiff lassen Sie individualisierbare Charaktere agieren. Mit der Fingerspitze führen Sie die Helden durch die Szene. Halten Sie den Finger darauf, bewegen sie den Mund, auf Antippen vollführen sie Tricks: Der Rollstuhl-Junge dreht sich im Kreis, der Affe wirft eine Banane etc. Ist der Text aufgenommen, können Sie passende Musik darunterlegen und den fertigen Film mit Freunden teilen. Die App ist ohne Anleitung (Englisch) intuitiv bedienbar und macht Spass!

«Toontastic», gratis für Android und iOS, ab 3 Jahren.

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Martin Winkel

Redaktor

Foto:
Getty Images, zVg
Veröffentlicht:
Montag 30.01.2017, 16:00 Uhr

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