Die Geschichte von Gin & Tonic

Jedes Paar hat seine eigene Geschichte. So auch der Gin und sein Tonic. Wir erzählen, wie sie zusammengefunden haben.

Gin & Tonic kann man auch essen, etwa in Form von Kuchen.

Gin & Tonic kann man auch essen, etwa in Form von Kuchen.
http://www.coopzeitung.ch/Die+Geschichte+von+Gin_Tonic Gin & Tonic kann man auch essen, etwa in Form von Kuchen.

Es gibt diese Drinks, die gehören ins Barrepertoire wie die Stammgäste auf die Barhocker. Der Gin Tonic ist so einer. Eigentlich findet sich keine anständige Bar, die ihn nicht serviert. Während er früher oft mit wenig Schnickschnack – mit Eis und, wenn man Glück hatte, noch mit einer Zitronenscheibe – über den Tresen wanderte, hat in den letzten Jahren eine sogenannte «Ginnaissance» stattgefunden. So sind viele neue Sorten und Marken entstanden. Je nach Bar kann eine Gin & Tonic-Bestellung darum heutzutage ganz schön kompliziert werden: Welchen Gin hätten Sie denn gerne? Welches Tonic wünschen Sie dazu? Gurken, Zitronen oder Limetten? Und mit welchem Gewürz sollen wir abschmecken? Während dies den gelegentlichen Gin-Trinker schnell überfordert, sind die Gin-Aficionados begeistert. Die werden immer zahlreicher, auch in der Schweiz. Das bestätigen die Zahlen der eidgenössischen Alkoholverwaltung (EAV): Während die Importe von Whiskey, Rum und Wodka rückläufig sind, steigt der Gin-Import stetig. 2015 waren es laut EAV 4955 Hektoliter.*  

Vom Genevre zum Gin 

Der Gin entwickelte sich aus dem niederländischen Genevre, einem Wacholderschnaps auf Basis von Getreidemaische. In England wurde daraus Gin, eine Spirituose  auf der Basis von destilliertem Getreide, die mit verschiedenen Kräutern, Früchten und Gewürzen (vor allem Wacholder) aromatisiert wird.

Verrückt nach Gin 

Von 1700 bis 1760 waren die Londoner praktisch süchtig nach Gin – diese fatale Leidenschaft ging unter dem Namen «Gin Craze» (Gin-Wahnsinn) in die Geschichte ein und der Ausdruck «the mother’s ruin» (Mutters Ruin) wird heute noch als Synonym für die Spirituose verwendet.  Die Sucht basierte darauf, dass Gin in England steuer- und lizenzfrei hergestellt und verkauft werden durfte, sprich günstig und überall erhältlich war. Zudem liess er den Hunger vergessen, wärmte in der Kälte und lenkte die Leute von ihrer Tristesse in den Slums und Armenhäusern ab. Von Qualität war das Getränk jedoch nicht: Mit Terpentin und Schwefelsäure angereichert, führte es nicht selten zu Erblindungen und weiteren Beschwerden. Erst der Gin Act (Tippling Act) von 1751, der unter anderem den Produzenten verbot, ihren Alkohol an unlizenzierte Abnehmer zu verkaufen, vermochte den Konsum zu bremsen und die Qualität zu steigern. Darauf folgend entwickelten sich vier klassische Gin-Stile: der trockene «Dry Gin» und der ebenfalls trockene «London Dry Gin», die nicht mehr als 0,1 g Zucker pro Liter enthalten, der süssere «Old Tom Gin» und der würzigere «Plymouth Gin». Geschmacklich unterscheiden sich die Gins vor allem durch die bei der Herstellung verwendeten Botanicals (Gewürze und Aromen). Bei denen manche Produzenten so weit gehen, dass sie sogar Hummer oder Ameisen zur Gin-Aromatisierung verwenden. Die meisten begnügen sich aber mit Kräutern, Früchten und Gewürzen. Zwingend für einen Gin ist jedoch das Hauptbotanical, die Wacholderbeere.

Wie das Tonic zum Gin kam

Im Gegensatz zu Gin wurde das Tonic Water eher spät, circa 1825, erfunden. Damals rieten die Ärzte den britischen Soldaten, die während der Kolonialzeit in Indien stationierten waren, der Malaria mit chininhaltigen Getränken vorzubeugen. Dieses wasserlösliche, kristalline Pulver  wurde aus der Rinde des Chinarindenbaumes gewonnen und später in Soda gelöst. Um dem bitteren Geschmack entgegenzuwirken, verfeinerten es die Soldaten mit Zucker. Dass es mit Gin noch viel besser mundet, war dann naheliegend. So haben sich Gin & Tonic Water gefunden. Obwohl Gin die Grundlage vieler Cocktails wurde, bleibt das Tonic Water bis heute doch sein treuster Begleiter. Der Verbindung wurde gar von höchster Stelle gehuldigt. So meinte Churchill: «Der Gin & Tonic hat mehr Engländern das Leben und den Verstand gerettet, als alle Ärzte des Empire.»

Berry Gin Tonic

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Zutaten für 1 grosses Glas

  • 40 ml Gin
  • 100 ml Tonic Water 
  • Roseʼs Lime Juice Cordial Mixer (od. Limettensaft) 
  • ½ Granatapfel
  • Heidelbeeren

Zubereitung
Gin und Lime Juice (nach Belieben) in ein Glas mit Eiswürfeln geben. Kurz verrühren. Mit Tonic Water auffüllen, Granatapfelkerne und Heidelbeeren dazugeben.

 

Cucumber Lemonade Chiller

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Zutaten für 1 grosses Glas

  • 6 cl Gin
  • 1,5 TL frischer Rosmarin
  • 3/4 Salatgurke
  • 3 cl Roseʼs Lime Juice Cordial Mixer (od. Limettensaft)
  • 1 TL Zuckersirup
  • Soda zum Auffüllen
  • Eiswürfel

Zubereitung
Gurke schälen, in Stücke schneiden und zusammen mit Rosmarin im Mixer zerkleinern, bis die Gurke nur noch Püree ist. Durch ein Sieb in den Shaker abseihen. Gin, Lime Juice und Zuckersirup beifügen und kräftig auf Eis shaken. In ein Glas mit Eis abseihen und mit Soda auffüllen. Mit einem Zweig Rosmarin und ein paar Scheiben Salatgurken dekorieren.

 

Gin-Tonic-Kuchen

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Teig

  • 125 g weiche Butter
  • 200 g Kristallzucker
  • 10 g Vanillezucker
  • 3 grosse Eier (Zimmertemperatur)
  • 220 g gesiebtes Weissmehl
  • 2,5 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 80 g Nature Joghurt
  • 3 EL frischer Limettensaft
  • 100 ml Hendrick's Gin
  • Abrieb einer Bio-Limette

Sirup

  • 60 g Rohrzucker
  • 50 ml frischer Limettensaft
  • 4 EL Gin
  • 2,5 EL Tonic Water

Guss

  • 300 g gesiebter Puderzucker
  • 1,5 EL Gin
  • 1,5 EL Tonic Water
  • Limetten Scheiben
  • gemahlener Pfeffer


Den Ofen auf 180°/Umluft vorheizen. In einer Schüssel mit dem Mixer (auf mittlerer Geschwindigkeit) Zucker, Butter und Vanillezucker zu einer homogenen Masse vermengen.
Die Eier nacheinander beigeben und mixen – jeweils warten bis das vorherige Ei völlig eingemengt ist. Mehl, Backpulver und Salz unter mixen beigeben. Wenn komplett verrührt, abwechselnd Gin, Joghurt und Limettensaft der Menge beimixen. Limettenabrieb einrühren.

Teig in eine mit Backpapier ausgekleidete Grantin-Form füllen und für 35 min in der Ofenmitte bei 180° Umluft backen. Alternativ in Muffin-Förmchen verwenden und ca. 15 min backen.

Für den Sirup Zucker und Limettensaft unter stetigem Rühren zu einem Sirup einkochen. Komplett abkühlen lassen. Gin und Tonic beigeben und gut verrühren. Sobald der Kuchen fertig ist, aus dem Ofen nehmen und mit einer Gabel oder Essstäbchen mehrmals einstechen und den Sirup darüber giessen. Den Kuchen in der Form auskühlen lassen.

Alle Zutaten für den Guss verrühren. Es soll eine sehr dicke, aber gerade noch streichbare Masse entstehen. Je nachdem mehr Zucker oder Gin verwenden. Wenn der Kuchen vollständig ausgekühlt ist, den Guss auftragen. Mit Pfeffer bestreuen und nach Belieben mit Limetten-Scheiben und Gurken verzieren!

Zu einem kostbaren Gin passt nicht einfach irgendein Tonic Water. Tim Warrillow und Charles Rolls haben das Chinin-Getränk veredelt. Im Gegensatz zum Gin begann die Entwicklung der Premium Tonic Water erst in den letzten Jahren. Einer der Leader in diesem neuen Markt ist die Marke Fever-Tree (Fieber-Baum), die von Tim Warrillow und Charles Rolls (ehemaliger Leiter Plymouth Gin) gegründet wurde.

Charles Rolls, Mitbegründer des Tonic Waters Fever-Tree.

Herr Rolls, wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein neues Tonic Water zu lancieren?
Während meiner Zeit bei Plymouth Gin habe ich nie ein Tonic gefunden, das der Qualität des Gins gerecht wurde. Da das Tonic Water 3/4 eines Gin & Tonic ausmacht, konn-te ich das so nicht akzeptieren und machte mich selbst ans Werk. Glücklicherweise traf ich in dem Moment auf Tim Warrillow, der dasselbe Interesse hatte – so gründeten wir Fever-Tree.

Wie gingen Sie dieses Unterfangen an?
Zuerst verbrachte ich während zwei Jahren meine Tage und Nächte in der British Bibliothek, um die Geschichte des Tonic Waters zu erforschen. Ich wollte verstehen, welche Zutaten es braucht, um ein möglichst natürliches Premium Tonic Water herzustellen. Danach machte ich mich auf die Reise, um diese Zutaten zu finden. 2005 kam unser erstes Tonic Water auf den Markt.

Wo führte Sie diese Reise überall hin?
Vom kongolesischen Dschungel, wo ich nach Chinin suchte, bis zu den Vanille-Feldern in Madagaskar, habe ich eigentlich jeden abgeschiedenen Ort dieser Welt gesehen.

Wie unterscheidet sich Fever- Tree von herkömmlichen Tonics?
Das Ziel eines Premium Tonic Waters liegt darin, das delikate Aroma der Spirituose, mit der es gemixt wird, zu steigern und auszubalancieren. Wir benutzen darum nur natürliche Zutaten.

Wie etwa …
… natürliches Chinin, Bitter-orangenöl aus Tansania, Zitronensäure, Rohrzucker oder Quellwasser.

Woher kommt der Name Fever- Tree?
Auf die Idee bin ich im Kongo gekommen. Den Chinarindenbaum, von dessen Rinde das Chinin gewonnen wird, nennt man dort auch Fever- Tree.

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Michaela Schlegel

Redaktorin

Foto:
Heiner H. Schmitt, zVg
Veröffentlicht:
Montag 28.03.2016, 15:59 Uhr

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