Die wohltuende Wirkung der Kamille wurde schon in alten Zeiten genutzt.

Die Vielseitige

Seit Jahrtausenden gehört die echte Kamille zu den wichtigsten Heilpflanzen. Sie lässt sich für viele Anwendungen nutzen und ist erst noch schön anzusehen.

Ein sanftes Lüftchen weht über die frühsommerliche Landschaft. Am sonnenbeschienenen Wegrand wiegt sich sanft eine Blütenschar im Wind. Es ist, als würden sich die Köpfchen mit weissen Zungen- und gelben Röhrenblüten zur Melodie einer wunderschönen Ballade hin- und herbewegen.

Auch wenn die Blütenblätter weiss sind, erinnert die Gestalt der Blüte an die Sonne. Kein Wunder, war die echte Kamille für die alten Ägypter die Blume des Sonnengottes Re, und die Germanen ihrerseits weihten die Pflanze dem Lichtgott Baldur.

Eine treffende Verbindung, denn die zu den Korbblütlern gehörende, 20 bis 60 Zentimeter hohe Pflanze mit einem stark verzweigten Stängel mag sonnige Standorte. Karg müssen sie ebenfalls sein: Am wohlsten fühlt sich die Kamille an Feld- und Wegrändern, auf Äckern, Brachland oder Schuttplätzen. Dort entfaltet sie zwischen Mai und August ihre ganze Pracht. Erntezeit ist im Juli und August. Trocknen sollte man die Blüten im Schatten.

Viele Anwendungsmöglichkeiten

Ursprünglich war die echte Kamille in Süd- und Osteuropa sowie Vorderasien zu Hause, heute findet man sie auch in ganz Europa, Nordamerika und Australien. Wegen ihrer vielfältigen medizinischen Anwendungsmöglichkeiten wird die Pflanze in grossem Stil angebaut und zu uns importiert. Solche Kamille-Kulturen gibt es in Argentinien, Ägypten, Bulgarien, Ungarn und Spanien.

Kamillentee ist die bekannteste und einfachste Anwendung. Aber das aus den Blüten gewonnene ätherische Öl steckt in vielen Salben, Cremes, Pillen und Elixieren. Dieses Öl ist auch als Kamille blau bekannt, weil sich darin bei der Wasserdampf-Destillation Azulen bildet, das dem Öl eine blaue Farbe verleiht.

Daneben gibt es noch zwei andere Kamillen-Öle: Die römische Kamille sowie die Kamille wild. Kamille blau eignet sich für die Aromatherapie, die römische zur Verbesserung des seelischen Wohlbefindens – sie entspannt und entstresst. Die Kamille wild dagegen macht ihrem Namen alle Ehre, denn sie wirkt belebend. Aus diesem Grund wird sie ausschliesslich in Kosmetika verwendet.

Kamille bekämpft Bakterien und beugt Entzündungen vor oder lindert diese. So wirkt sie beispielsweise Hautbeschwerden entgegen, und aus diesem Grund verwendet die Kosmetik die Wirkstoffe der Kamille für Shampoos, Duschmittel, Seifen oder (Akne-)Cremes.

Als Spülung oder Gurgellösung hilft Kamille bei Zahnfleischentzündung, Mundgeruch oder gereiztem Hals. Bei Schnupfen und Husten empfiehlt sich die Inhalation von Kamille. Auch Aufstossen und Brechreiz bessern sich durch Kamille. Darüber hinaus bekämpft sie Verdauungsbeschwerden: Blähungen, Durchfall und Völlegefühl. Sitzbäder kommen bei Hämorrhoiden sowie Infektionen im Anal- und Genitalbereich zur Anwendung.

Vorsicht bei den Augen

Die Kamille ist also eine ungeheuer wertvolle Heilpflanze. Doch auch sie hat ihre Schattenseiten: Auf keinen Fall selbst hergestellte Zubereitungen aus Kamillenblüten im oder am Auge anwenden! Unter Umständen schaden sie mehr als sie helfen, denn manche Menschen reagieren allergisch auf Kamille – besonders in der Augenregion. Lange galt Kamille aber als Hausmittel bei einer Bindehautentzündung. Wer es also trotzdem probieren möchte, sollte hierfür einen Teebeutel nehmen.

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