Die Zürcher Stadtbienen faszinieren die Viertklässler aus Fehraltorf ZH sichtlich. 

Die Welt der Bienen: Kinder in der Imkerei

Über den Dächern Zürichs wird Honig produziert. Bei der Imkerei «Wabe3» lernen Schulkinder hautnah die wichtigen Funktionen von Bienen für unser Ökosystem kennen.

Der Rauch des «Smokers» beruhigt die Bienen. Imkerin Anna Hochreutener (hinten) zeigt den Kindern, wie man ihn in Gang setzt.

Der Rauch des «Smokers» beruhigt die Bienen. Imkerin Anna Hochreutener (hinten) zeigt den Kindern, wie man ihn in Gang setzt.
Der Rauch des «Smokers» beruhigt die Bienen. Imkerin Anna Hochreutener (hinten) zeigt den Kindern, wie man ihn in Gang setzt.

Wie oft sind Sie schon gestochen worden?», will Nico (10) von Anna Hochreutener (31) wissen. Die Imkerin denkt nach, kann aber keine definitive Zahl liefern: «Zwei bis drei Mal pro Woche kommt das schon vor.» Heute ist die 4. Klasse der Primarschule Fehraltorf ZH zu Besuch bei «Wabe3» auf dem Dach des Gemeinschaftszentrums Riesbach mitten in Zürich. Die Imkerei ist eines von sieben von der Coop-Bienenkampagne unterstützten Projekte. Bei einer theoretischen Einführung beweisen die Kinder eindrücklich ihr Wissen, das sie sich vorgängig angeeignet haben. Dann stülpen sie sich ein Imkergewand über und sind für eine Viertelstunde ganz nah dran an den fleissigen Bestäubern. Sogar die Königin eines Bienenvolkes wird, verfolgt von grossen Kinderaugen, von Anna Hochreutener aufgespürt.
Rund 500 Kinder hatten bislang die Möglichkeit, nicht nur aus Büchern oder von der Wandtafel Wissenswertes über Bienen zu erfahren, sondern bei «Wabe3» die wichtigen Funktionen der schwer arbeitenden Insekten aus nächster Nähe kennenzulernen.

1500 Kilo Stadthonig

Die Faszination für Bienen wurde bei Anna Hochreutener schon früh geweckt. Als sich ihre Eltern entschlossen, einen Imkerkurs zu absolvieren, schloss sich die 11-Jährige an und war fortan für drei Bienenvölker im heimischen Garten zuständig. Die nie erloschene Leidenschaft gibt sie heute gemeinsam mit ihrem Mann Tom Scheuer mit «Wabe3» weiter. 90 Bienenvölker, die sich auf zehn Standorte in der Stadt Zürich verteilen, werden bewirtschaftet. «Den Honigbienen behagt der urbane Lebensraum. Gegenüber ländlichen Gebieten bietet die Stadt eine grössere Blütenvielfalt und höhere Temperaturen», sagt Anna Hochreutener. Zudem sind die städtischen Pflanzen nicht mit Pestiziden belastet, was sich positiv auf die Honigproduktion auswirkt. Gegen 1500 Kilo Honig werden bei «Wabe3» im laufenden Jahr produziert.

Imkernachwuchs gesucht

Die Wichtigkeit der Bienen geht indes weit über die Herstellung von Honig hinaus. Dank der Bestäubung durch Bienen und weitere Insekten entwickeln sich aus Blüten Samen, Früchte und neue Pflanzen, die Mensch und Tier als Nahrung dienen. «Zurzeit haben wir zwar noch genug Bienenvölker und Imker, aber das kann sich ändern und die Qualität muss unbedingt gehalten werden», sagt Anna Hochreutener. Neue Imker müssten sich bewusst sein, dass eine anspruchsvolle Aufgabe auf sie wartet, nicht zuletzt bei der Einhaltung von Massnahmen gegen die Varroamilbe und andere Schädlinge, denn sonst können sich Seuchen rasend schnell ausbreiten.
Deshalb hat Coop gemeinsam mit den Partnern Bio Suisse, Biotta, Ramseier, Ricola und Weleda eine Kampagne ins Leben gerufen, um sich für den Schutz der Lebensräume der Bienen sowie für Jung-imkerprojekte einzusetzen. Neben «Wabe3» werden sechs weitere Projekte unterstützt. Die Bündner «Flug-schnaisa» führt Schüler in die Imkerei ein und macht sie zu Botschaftern für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur. Gleiches gilt für das Team von «Kleiner Imker» im Linthgebiet, die Imkerei «La Coude» in Bonvillars VD und den «Bienenclub» in Uettligen BE. Das Projekt «Wild Bee» fördert den Erfahrungsaustausch rund um die 600 Arten Wildbienen, das Tessin verfügt mit «Apinova» über eine Bio-Imkerei, in der Kinder auch selber Honig schleudern können.

Eine Summe für das Summen

Wo Bienen aussterben, kann die Bestäubung nicht stattfinden, und wo die Bestäubung fehlt, spriessen keine Pflanzen. Die Coop Patenschaft für Berggebiete hat die Bienenpatenschaften ins Leben gerufen, um langfristige Projekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bienen zu lancieren.
Mit einem Beitrag von 80 Franken pro Saison kann eine Bienen-Gotte oder ein -Götti ein Zeichen für die Förderung der bedrohten Schwerstarbeiter setzen. Mit der Patenschaft wird zudem die Berglandwirtschaft gefördert, denn für viele Bergbauern ist die Imkerei ein zweites Standbein – oder soll es noch werden.

Die Bienenpatenschaft können Sie auch unterstützen mit dem Kauf des Kinderbuches «Sabiene, Espe und der Bienenstock». Das Buch von Marianne Siegenthaler mit Illustrationen von Maya Delaquis erzählt eine spannende Geschichte und bietet viele wertvolle Informationen über Bienen und weitere Insekten.

Das Buch ist für Fr. 29.– (Fr. 1.– davon geht an die Bienenpatenschaft) oder in Kombination mit einer Bienenpatenschaft für Fr. 99.– erhältlich.

Werden Sie jetzt Bienenpate
Jetzt Buch kaufen und Bienenpatenschaft unterstützen

Zum Wohl der Bienen

Bienen sind zunehmend durch schädliche Umwelteinflüsse, Krankheiten, fehlende Nistplätze und mangelndes Nahrungsangebot gefährdet. Deshalb unterstützt Coop gemeinsam mit Bio Suisse, Biotta, Ramseier, Ricola und Weleda schweizweit sieben Wildbienen- und Imkerprojekte, bei denen Kinder und Jugendliche von Experten über die wichtige Funktion von Bestäubern informiert werden. Helfen auch Sie mit: Beim Kauf ausgewählter Produkte mit einem Sparbon spenden Coop und die Partner je einen Franken an diese Projekte.

Übrigens, im Juni können beim «Tag der offenen Bienenhäuser» neben Kindern auch Erwachsene in die faszinierende Welt der Honig- und Wildbienen eintauchen. Alle Projekte der Bienenkampagne bieten ein spezielles Programm.

Mehr Infos unter www.probienen.ch
Informationen zum nachhaltigen Coop-Engagement zum Schutz der Bienen

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Foto:
Christoph Kaminski
Veröffentlicht:
Freitag 29.05.2015, 14:23 Uhr

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