Virtuelles Training

Von wegen blosse Spielerei: Virtual Reality – kurz VR – wird erwachsen und ist in diversen Bereichen bereits erfolgreich im Einsatz.   

«Icaros»: Auch Gian Simmen, Snowboard-Olympiasieger von 1998, hat das VR-Trainingsgerät von Samsung getestet.

«Icaros»: Auch Gian Simmen, Snowboard-Olympiasieger von 1998, hat das VR-Trainingsgerät von Samsung getestet.
http://www.coopzeitung.ch/Die+digitalen+Spruecheklopfer «Icaros»: Auch Gian Simmen, Snowboard-Olympiasieger von 1998, hat das VR-Trainingsgerät von Samsung getestet.

Vorsichtig steuere ich auf den dritten der zwölf Kreise zu, die ich durchfliegen muss – unter mir eine Berglandschaft, am Horizont schneebedeckte Gipfel. Ich kippe das unsichtbare Fluggerät zur Seite, um die Kurve zu kriegen. Zu weit, Korrektur. Unsicher trudele ich auf die Markierung zu, dahinter taucht schon die nächste auf, in den Schultern zieht es. Den sechsten und siebten Kreis treffe ich noch, dann gebe ich auf. Nur wenige Minuten hat der virtuelle Flug mit dem Samsung «Icaros» gedauert.

Spielerisch zur Rumpfstabilität

Das Trainingsgerät ist eine Art Liege, die man, gestützt auf Schienbeine und Unterarme, durch Gewichtsverlagerung in alle Richtungen lenken kann. Der Flug wird durch die VR-Brille simuliert. «Da musst du richtig arbeiten», sagt Snowboard-Profi David Hablützel aus dem von Samsung gesponserten «Perspactives Team» nach dem Test – auch er schaffte nur wenige Minuten. «Ein tolles Training für die Bauch- und Rückenmuskulatur», urteilt Freeski-Nationaltrainer Misra Torniainen – nicht nur für Kader-Athleten: «10 bis 15 Minuten Stabilitätstraining täglich für jedermann, und die Krankenkassen hätten weniger zu tun», ist Torniainen überzeugt. Für Schneesportprofis kommt hinzu, dass ihnen das VR-Training hilft, sich in der harten Realität bei Stürzen besser abzufangen.

Mehr als Spielerei

Was mit VR-Anwendungen möglich ist, konnte man schon ahnen, als das Naturzentrum Neeracherried vor zwei Jahren den Vogelflugsimulator «Birdly» präsentierte, bei dem man ganz real mit den Flügeln schlagen muss, um nicht abzustürzen: VR macht erlebbar, was man sich früher nur vorstellen konnte.

Ob in Museen, die ihre Besucher virtuell in andere Zeiten schicken, ob bei Therapeuten, die mit VR-Unterstützung Angststörungen behandeln, oder bei Schlaganfall-Patienten, die damit wieder lernen sollen, ihre Arme zu gebrauchen. Dass dies funktioniert, liegt an einer simplen Tatsache: Auch wenn die virtuelle Umgebung noch so seltsam aussieht – das Gehirn hält sie für real. Aus diesem Grund warnen Kritiker auch vor Risiken, zu denen ganz reale Schrecksekunden und Schwindelanfälle gehören können. Oder fürs erste auch ein ganz simpler Muskelkater …

Nervenbalsam

Die beliebten Ausmalbücher gibt es jetzt auch als App für Handy und Tablet – nicht ganz so entspannend, wie die Buntstifte zu führen, doch dafür hat man sie immer dabei. «Coloring Book» beispielsweise hat eine grosse Auswahl an Vorlagen: Tiere, Mandalas oder aktuelle Themen. Zur Verfügung stehen 17 Farben, die sich durch Antippen auftragen und ändern lassen. Ideal, um Stress abzubauen sowie als Zeitvertreib für lange Zugfahrten oder WiFi-freie Wartezimmer. Der einzige Kritikpunkt: Bei allzu kleinen Flächen wird es schwierig, diese mit der Fingerspitze zu erwischen, denn die Vergrösserung ist begrenzt. 

«Coloring Book – Art of Mystery» für Android/«Color ME» für iOS ab 3 Jahren, gratis.

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Text:
Daniela Gschweng
Foto:
Manuel Lopez, zVg
Veröffentlicht:
Montag 06.02.2017, 12:00 Uhr

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