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Was wohl Anikó Donáth mit dem Wallholz anstellen will?

Bitte diese gefüllte Olive nicht für das Rezept verwenden!

Die «geklauten» Apérohäppchen

John Wittwer, Redaktor und gelernter Koch, bereitet mit Persönlichkeiten Schweizer Gerichte zu. Heute mit der Schauspielerin und Komödiantin Anikó Donáth (Cavewoman) gluschtige Hefe-Baumnuss-Olivenbrötli zum Apéro.

Das Rezept für diese feinen Hefehäppchen hat Schauspielerin Anikó Donáth (42) einer Freundin ihrer Mutter abgeluchst. «Das passt, denn ohne Oliven geht bei mir gar nichts. Und ich koche gerne Rezepte anderer Leute. Das ist spannend und ich kann sie ja dann immer noch nach meinem persönlichen Gusto abändern», erklärt das Energiebündel. Die vielseitig Interessierte tauscht deshalb auch immer wieder Küchenlatein aus. So hat sie einer Schauspielkollegin ein Rezept für Spaghetti mit Mangosauce entlockt, bäckt Grossmutters Kokosguetzli oder bereitet als spezielle Bouillon-Einlage einen fast vergessenen Eierstich nach dem Rezept ihrer Grosstante Mone zu: eine Art Caramelköpfli, aber ohne Vanille und Zucker. Gerne experimentiert sie auch mit pürierten Suppen oder bereitet sich einen Salat zu. «Kraut und Rüben querbeet gehören da rein – und natürlich fein gehackte Zwiebeln, Nüsse, frischer Zitronensaft, guter Balsamico und Olivenöl», verrät sie.

In Anikó Donáths Küche stehen eine ganze Reihe Kochbücher, daneben liegen fast ebenso viele einzelne Rezepte herum, die sie kopiert oder gegoogelt hat. «Und seit Kurzem besuche ich Kochkurse bei ‹Angelfood›. Das ist ein junges, kreatives Team in Zürich, das den Teilnehmern auf lockere Art und Weise die Angst vor kulinarischen Experimenten nimmt und sie animiert, Neues und anderes zu wagen», erzählt sie. Es mache Spass, zu sehen und zu lernen, dass man auch privat ein Gourmetmenü auf den Tisch zaubern könne – und dies ergebe dann wiederum neuen Gesprächsstoff.

Aber so, wie man nicht zwei- oder dreimal pro Woche einen Gourmettempel besuche, koche sie zu Hause auch nicht allzu oft mehrere Gänge. Sie liebe aber ein offenes Haus, viele Gäste und spannenden Gedankenaustausch. «Darum organisiere ich gerne ausgedehnte Apéros. Da kann ich Sachen wie die Olivenbrötli gut vorbereiten und muss nicht noch lange in der Küche stehen, wenn die Gesellschaft da ist.» Bei ihr dürften Gäste nie etwas mitbringen. «Eine Party, an die jeder seine eigene Wurst mitbringen muss, finde ich schrecklich. Wenn Gäste kommen, werden sie von hinten bis vorne bewirtet», hält sie fest.
Essen bedeutet für Anikó Donáth Genuss, Freude und Erholung. «Gutes Essen ist für mich auch Wellness, egal, ob ich in Gesellschaft oder alleine bin. Dafür nehme ich mir immer Zeit», erzählt sie. «Ich mache eigentlich alles in meinem Leben schnell, ausser eben essen.»

Am Morgen gibts bei Anikó Donáth meist Mandeln, eine Banane oder einen Apfel. Dazu viel Earl-Grey-Tee. Am Mittag isst sie selten etwas, dafür um vier Uhr nachmittags Pasta oder Fleisch und Salat. «Nach einer Vorstellung, das ist dann meist so gegen 23 Uhr, habe ich einen Bärenhunger und schlage richtig zu», erklärt sie. Währschaft könne es dann sein, zum Beispiel Älplermagronen oder Fleisch und Gratin Dauphinois oder ein Eintopf. Am Abend esse sie keinen Salat mehr, dafür oft noch ein Dessert und Schoggi. «Ich habe Glück, bin ein guter Verwerter und seit ich 17 Jahre alt war, wiege ich genau gleich viel, trage die gleiche Kleidergrösse. Ich musste noch nie auf meine Linie schauen und kann auch mit vollem Magen gut schlafen.»
Allerdings: Wer Anikó Donáth in ihrem Ein-Frauen-Stück «Cavewoman» auf der Bühne herumtigern sieht, kann sich gut vorstellen, wie viele Kalorien sie in diesen zwei Stunden verbraucht. Auch der Flüssigkeitshaushalt muss dann jeweils ausgeglichen werden. Dafür hat sie unter anderem auch einen Lieblingstee. Das Rezept hat sie aus Portugal. Für diesen Zitronentee nimmt sie frische Zitronenzeste – die Schale ohne das Weisse, aber Bio-, gibt diese in einen Krug, giesst kochendes Wasser darüber und lässt den Tee zugedeckt fünf bis zehn Minuten ziehen. «Schmeckt köstlich und ist ohne Beigabe von Zucker süss», sagt sie.

Ein einziges Trauma in Sachen Essen hat sie: «Als Kind spielte ich viel mit anderen Gspänli und musste einmal das Baby sein. Ich wurde herumgetragen, verhätschelt und mit Quittenpäschtli vollgestopft. Noch heute kann ich diese nicht riechen, geschweige denn essen.»  Dagegen besteht keine Gefahr, dass die frisch gebackenen Apérohäppchen ein langes Leben haben. Obwohl noch lange nicht vier Uhr ist, langt Anikó Donáth tüchtig zu. «Eigentlich wären sie für heute Abend vorgesehen gewesen», sagt sie laut lachend und schnappt sich gleich das nächste.     

Apérohäppchen

http://www.coopzeitung.ch/Die+geklauten+Aperohaeppchen Die geklauten Apérohäppchen

Zutaten

Für etwa 8 Personen

Teig:

  • 250 g Mehl
  • 1 KL Salz
  • 2 EL Öl
  • 2 dl Milch
  • 10 g Hefe

Füllung:

  • 100 g Baumnüsse
  • 200 g gefüllte Oliven
  • 1 Ei zum Bestreichen, teilen

    Zubereitung

    Mehl und Salz in eine Schüssel geben, Hefe in der Milch auflösen und beifügen, ebenso das Öl. Alles gut kneten und zugedeckt ca. 1 bis 2 Stunden gehen lassen. In der Zwischenzeit die Oliven in dünne Scheibchen schneiden und die Baumnüsse zerkleinern.

    Den Teig dann in vier Portionen teilen. Jeden Viertel mit genügend Mehl auf ca. 12 × 35 cm auswallen und mit Eiweiss bestreichen. Auf jedes Blatt einen Viertel der Oliven-Baumnussfüllung geben und der Länge nach aufrollen. Mit Eigelb bestreichen und im auf 200 °C vorgeheizten Ofen ca. 15 bis 20 Minuten backen. Leicht abkühlen und in mundgerechte Stücke schneiden.

    Tipp: Anstelle der Oliven-Baumnussfüllung kann der Teig beispielsweise auch mit Käsetranchen, Rohschinken- oder Schinkentranchen belegt oder mit Kräuter-Frischkäse bestrichen und dann gerollt werden. Allerdings bleibt die Oliven-Baumnussfüllung unerreicht.

    Baumnüsse in ein sauberes Küchentuch wickeln und mit dem Wallholz zerkleinern.

    • Anikó Donáth und ihre «geklauten» Apérohäppchen.
     
    Das Rezept zum Herunterladen

    Weitere Apérotipps

    Die Oliven-Hefe-Häppchen sorgen sicher dafür, dass der nächste Apéro mehr ist als «nur» Rumstehen, Erdnüssli oder Salzbräzeli knabbern und dazu Weisswein zu schlürfen. Dazu passen auch Bruschette: Geröstete Brotscheiben mit Olivenpaste bestreichen, mit Rohschinken belegen oder Tomatenwürfel daraufgeben und mit Olivenöl beträufeln. Immer ein Hit ist rohes, in Stangen oder Stücke geschnittenes Gemüse wie Rüebli, Sellerie, Kohlrabi und Broccoli, in verschiedenste Dips getunkt und von Hand gegessen. Die Dips können auf der Basis von Mayonnaise, Sauerrahm oder Quark zubereitet werden und mit wenig Salz, Curry, Paprika oder gehackten Kräutern verfeinert sein. Wer es pikanter und überraschender mag, nimmt Wasabi.   

    Anikó Donáth

    http://www.coopzeitung.ch/Die+geklauten+Aperohaeppchen Die geklauten Apérohäppchen

    Zur Person: Anikó Donáth (42) nahm schon im Alter von fünf Jahren bei Claudia Corti in Neftenbach Ballett- und Tanzunterricht. «Claudia entdeckte auch mein komisches Talent und ermunterte mich, in dieser Richtung weiterzugehen. Meine krummen Füsse eigneten sich nicht allzu sehr fürs Ballett», lacht die Schauspielerin. Über Privates spricht sie nicht und lässt sich nur entlocken, dass ihr Sohn (2) sie kürzlich mit drei Worten sehr gerührt habe. «Mami, Augen, schön», habe er ihr beim Kuscheln gesagt.

    Karriere: Sturm- und Drangjahre mit der «Shake Company» und Dominik Flaschka. Durch die Theaterunterwelt seien sie getingelt, sagt sie rückblickend auf diese «tolle Zeit». Sie war Mitglied der Comedy-Show Edelmais & Co., war bei «Lüthi und Blanc» dabei, gehörte zur Originalbesetzung des Musicals «Ewigi Liebi» und war im Film «Handyman» mit Marco Rima zu sehen. Ungezählte weitere Rollen und Auftritte in Film, Fernsehen und auf der Bühne gehören zu ihrem Palmares.  

    Aktuell: Mit Isabelle Flachsmann und Martina Lory verfolgt sie das Band-Projekt «Die Ex-Freundinnen». Konzerte in bitterbös-süssem Stil würden das, verrät sie. Parallel probt sie für ein nächstes Soloprogramm. Seit November 2011 ist Anikó Donáth mit grossem Erfolg mit dem Soloprogramm «Cavewoman» unterwegs. Als Cavewoman Ruth rechnet sie mit den selbst ernannten Herren der Schöpfung ab, gibt praktische Tipps zur Haltung und Pflege eines beziehungsuntauglichen Partners und schwingt mal die Steinzeitkeule und mal ihre Hand mit den perfekt gestylten Fingernägeln.

    Mehr zu «Cavewoman» auf der Internetseite von «Das Zelt»
    Weitere Informationen auf der Internetseite von Anikó Donáth

    Juli

    Gemüse

    • Blumenkohl (Schweiz)
    • Broccoli (Schweiz)
    • Bohnen (Schweiz)
    • Krautstiel (Schweiz)
    • Rüebli (Schweiz)
    • Kohlrabi (Schweiz)
    • Stangensellerie (Schweiz)
    • Zucchetti (Schweiz)
    • (Frühlings-)Zwiebeln Bund (Schweiz)
    • Kartoffeln (Schweiz)
    • Auberginen
    • (Schweiz und Import)
    • Peperoni (Import)

    Salate

    • Kopfsalat (Schweiz)
    • Batavia (Schweiz)
    • Eichblattsalat (Schweiz)
    • Eisbergsalat (Schweiz)
    • Baby-Salat (Schweiz)
    • Gurken (Schweiz)
    • Lattich (Schweiz)
    • Rettich (Schweiz)
    • Rucola (Schweiz)
    • Tomaten (Schweiz)
    • Radiesli (Schweiz)
    • Rettich (Schweiz)

    Früchte

    • Himbeeren (Schweiz)
    • Brombeeren (Schweiz)
    • Heidelbeeren (Schweiz)
    • Johannisbeeren (Schweiz)
    • Stachelbeeren (Schweiz)
    • Pfirsiche und Nektarinen (Import)
    • Melonen (Import)

    Was servieren Sie zum Apéro?

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    John Wittwer

    Redaktor

    Foto:
    Christoph Kaminski, Ferdinando Godenzi, Fotolia
    Veröffentlicht:
    Montag 22.07.2013, 11:13 Uhr

    Mehr von John:

    Johns Schweizer Küche



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