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Stefan Fehlmann
schreibt am 19.06.2012


Die pure Bescheidenheit von einem Schiff

Was Blondinen heute so alles können!

Irgendwann musste er ja kommen; der letzte Tag. Und dieser Stand ganz im Zeichen Edinburghs. Uns wurde zuvor gesagt, dass die Uhren in Edinburgh ein weniger langsamer ticken, als in England. Tatsächlich fühlte sich der Tag bis jetzt tatsächlich ein wenig gemütlicher an als die bisherigen Tage. Ob das allerdings wirklich an den relaxten Schotten liegt, oder schlicht daran, dass unser Programm ausnahmsweise nicht randvoll ist, kann ich nicht beurteilen. Ich tendiere auf die zweite Variante, aber ohne Garantie. Das will aber nicht heissen, dass wir auf der faulen Haut liegen. Nein, als erstes stand heute morgen eine kleine Stadtrundfahrt an und anschliessend die Besichtigung der vor wenigen Jahren ausgemusterten königlichen Jacht Britannia, die hier im Hafen liegt und so quasi als schwimmendes Museum besichtigt werden kann. Nicht schlecht, so ein Schiff, das würde mir auch gut anstehen. Meines ist nämlich nur 180 cm lang und nennt sich deshalb sinnigerweise „Adventure180“. Aber so praktisch so ein Gummiboot auch ist, es ist eben nicht dasselbe. Dabei wies unsere Führerin ganz besonders auf die Schlichtheit der Inneneinrichtung hin, was angeblich von der Queen persönlich so gewünscht worden sei. Also so quasi eine Manifestation ihrer Bescheidenheit. Sie hätten den Speisesaal für die Staatsgäste sehen sollen. Da hat mir die Gute wirklich fast ein wenig leid getan... Trotzdem, nicht schlecht so eins Schiff.

Den Höhepunkt aber brachte der Abend: Wir kamen in den Genuss eines Dudelsackkonzertes, ja fast schon eines Workshops. Die Reiseleitung hat es geschafft, einer der angeblich besten Dudelsackspieler Schottlands für uns zu organisieren. Sie können denken, dass ich nicht schlecht gestaunt habe, als plötzlich eine Blondine im Kilt vor uns stand und munter mit hochrotem Kopf in den Sack blies. Nun ja, das wirklich hochinteressant und auch ziemlich lustig. Und die Frau, die kann was. Trotzdem; nehmen Sie es mir bitte nicht übel, aber gerade den klassischen Männerfantasien entspricht so eine bekiltete, Dudelsack spielende Frau ja nicht gerade. Trotzdem: Grossartig! Eigentlich nur noch übertroffen vom anschliessenden Abschiedsnachtessen in einem Lokal, namens „the dome“. Der Name sagt alles; ich habe noch nie in meinem Leben in einem derart schönen und imposanten Lokal gegessen. Da hätte man mir einen Kuhfladen servieren können und ich wär trotzdem hin und weg gewesen. Aber das wars natürlich nicht; denn auch auf  dem Teller ging es ähnlich stilvoll zu und her. Das war vielleicht ein Abschluss. Super!


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