Die unendliche Liste

Sie packt professionell, ihn packt die Panik.

Sybil Schreiber: Ich habe dazugelernt: Nach unserem letzten Ferien-Abreise-Debakel habe ich nun eine richtig gute Profi-Pack-und-an-alles-denken-Liste. Die habe ich dank vieler Tipps von unseren Lesern zusammenstellen können. «Ohne Stress in die Ferien nach Italien» heisst das Dokument auf meinem Computer. 

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«Ich kann nicht delegieren? Kann ich doch!» »

Themen: Meer, Spiel, Spass, Toilette und so weiter, und ein fett markierter Punkt, der wichtigste: «Unbedingt daran denken!»
An unsere Mäuse, zum Beispiel. Wer kümmert sich um die drei alten Herren, während wir weg sind?
Nur eine der Fragen, die ich mir stelle.
Oder unser Garten? Schneider behauptet, ein Naturgarten wisse sich zu helfen. Bloss, wie sollen sich meine Pro-Specie-Rara-Tomaten helfen, wenn es drei Wochen lang nicht regnet? Also: dran denken!
Die Liste wird immer länger – und hinter jedem Punkt steht ein Name: nämlich meiner.
Das muss ich ändern. Schneider behauptet stets, ich könne die Dinge nicht delegieren.
Kann ich doch! Ich ersetze überall meinen Namen durch seinen – und sende die Liste sofort per Mail an ihn.
Auf einmal wird mir herrlich leicht.
Schneider hat wieder mal eindeutig recht: Listen machen das Leben einfacher. Zumindest meines.

(Coopzeitung Nr. 27/2013)

Steven Schneider: Schreiber hat erstmals eine Ferienvorbereitungsliste erstellt: Das Dokument ist vier Seiten lang und in zehn Kapitel unterteilt. Hinter jeden Punkt auf der Liste ist die Zuständigkeit notiert. 

«

«Immer ich? Das riecht nach Rache.»»

Ich stelle fest: Zuständig bin immer ich.
Das riecht nach Rache. Wohl deshalb, weil ich ihr vor den letzten Ferien klar gemacht hatte, dass eine Liste besser sei für unseren Familienfrieden.
Diese Liste ist aber nun eine Bombe.
Sollten wir alles mitnehmen, was Schreiber aufgeführt hat, brauchen wir ab sofort zwei Autos – und die Kinder reisen mit dem Zug. Ich schreite ein und überarbeite:
• Spielsachen für den Strand – wird gestrichen. Sand ist Spielzeug genug.
• Ersatzpyjamas – T-Shirts reichen, nachts ist es sowieso heiss.
• Sechs Paar Hosen – Quatsch. Wir nehmen einige zusätzliche Unterhosen mit.
• Turnschuhe, Sandalen, Ballerinas, Haus-, Bade- und Wanderschuhe, Gummistiefel, Sandaletten. Zehentrenner? Pantoletten? Sneakers? Crocs? Cloggs? Was ist denn das für Zeugs? Bis auf Sandalen wird alles gestrichen und mit «barfuss» ersetzt.
• Socken – wir fahren nach Italien! Weg damit!
Zum Schluss bleibt eine Seite übrig.
Die Vernunft hat gesiegt, der Friede ist gesichert.

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Sybil Schreiber, Steven Schneider

Kolumnisten

Foto:
Ferdinando Godenzi
Veröffentlicht:
Montag 01.07.2013, 08:00 Uhr

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