«Gita», der autonome Transporter – gehen wir künftig so shoppen?

Digitale Transporthelfer im Einsatz

Autonomes Fahren – das ist nicht nur ein Thema für das Auto der Zukunft. Die Technik wird im Transportwesen schon an vielen Orten genutzt.

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Eines Tages im Hotel: Sie haben spät in der Nacht den Zimmerservice bestellt und öffnen die Tür. Vor Ihnen steht ein silbriger Zylinder, der freundlich fiept, wenn Sie die Flasche Wasser in Empfang nehmen. Dass Sie mit wirrem Haar und in Unterwäsche dastehen, interessiert ihn nicht. Statt Trinkgeld könnten sie ihm ein Tröpfchen Öl spendieren …
Alles nur Zukunftsmusik? Im «Residence Inn» Los Angeles Airport und in einigen anderen Hotels können sich Gäste bereits von «Relay» bedienen lassen. Der Serviceroboter kann kleinere Gegenstände wie Flaschen und Zahnpastatuben liefern, Aufzug fahren und Personen ausweichen – dank 3-D-Kameras. Bald wird er auf Sprachanweisungen hören, kündigt der Hersteller an. Manche Hotelmanager erwarten, dass schon in fünf Jahren solche Serviceroboter die Norm sind und nicht mehr die Ausnahme.
«Relay» ist ein autonomes Fahrzeug. Wer bei diesem Stichwort bloss ans Auto denkt, übersieht einen spannenden Teil der Entwicklung.

Von der Lagerhalle …

In geschlossenen Systemen wie Lagerhallen sind führerlose Fahrzeuge schon länger im Einsatz, auch bei Coop. Etwa in der Verteilzentrale Aclens VD: Dort können sich die Mitarbeitenden ganz auf das Zusammenstellen der von den Coop-Supermärkten bestellten Molkereiprodukte, Früchte und Gemüse konzentrieren – der Gabelstapler folgt ihnen von alleine.

 

 In ein paar Jahren soll «Cargo sous terrain» – mit Coop-Beteiligung – einen automatisierten Güterverkehr im Untergrund der Schweiz verwirklichen. Auch über der Erde rollt schon allerhand ohne Fahrer: Der Hamburger Containerhafen, einer der modernsten der Welt, würde ohne ausgeklügelte Logistik gar nicht funktionieren – dort fahren seit Jahren autonome Fahrzeuge.

… ins Verkehrsgewühl

Die nächste Stufe, das Zurechtkommen in der normalen Umwelt, lernen die mobilen Roboter gerade. Moderne Sensoren und Schnittstellen für Handy-Apps machen die digitalen Knechte flexibler und alltagstauglich. Piaggio hat soeben seinen ersten autonomen Koffer vorgestellt: «Gita» (sprich: «Dschita») ist knallbunt und sieht aus wie eine rollende Wäschetrommel. Bordsteine bewältigt die «Vespa des 21. Jahrhunderts» ebenso wie die Rushhour. Den Hund spazieren führen könne sie auch, sagen die Entwickler, aber eigentlich ist sie für den Transport gemacht – ein autonomes Poschtiwägeli, sozusagen.
«Gita» wird gerade an ausgewählten Orten getestet. Sie folgt jedem, der einen speziellen Gürtel trägt und lässt sich per Fingerabdruck oder mit einem Code öffnen. Sobald «Gita» sich einmal den Weg gemerkt hat, können Sie das Gerät auch alleine zum Einkaufen schicken. Joggen sollten sie aber besser ohne ihre Begleitung: «Gita» macht nämlich locker bis zu 35 Stundenkilometer …

Zum Einschlafen

Wer noch spät aufs Handy schaut und Probleme beim Einschlafen hat, sollte diese App testen: «Twilight» verschiebt das Farbspektrum des Displays gegen Abend in den Rotbereich. Das fördert die Produktion von Melatonin – ein körpereigenes Hormon, das müde macht. Das Fehlen des «wachmachenden» Blauanteils sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus, es lassen sich aber alle Apps gut erkennen. Für Frühaufsteher und Nachteulen lassen sich Tag- und Nachtzeiten individuell festlegen. Für Apple-Geräte gibt es seit iOS 9.3 das vergleichbare Feature «Night-Shift».

«Twilight», gratis für Android, ab 3 Jahren.

www.cargosousterrain.ch

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Text:
Daniela Gschweng
Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Montag 10.04.2017, 04:00 Uhr

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