Von Ultrakompakt-Kameras bis hin zu Spiegelreflex – da hat man heute die Qual der Wahl.

Digitale Fotokameras: Welche ist die richtige?

Ob ein Foto gut oder schlecht wird, hänge vom Fotografen und dessen Bildkomposition ab, hört man oft. Allerdings ist die Technik der Kamera nicht völlig unbedeutend. Einige relevante Faktoren, die Sie beim Kauf beachten sollten.

Das Sortiment an Digitalkameras fängt bei Kompaktkameras an und hört bei den Spiegelreflexkameras auf. Kompaktkameras eignen sich eher für jene, die nicht viel oder nichts selbst einstellen möchten. Die Zwergenmasse gehen zulasten eines oft eher niedrigeren Zoomfaktors. Moderne Kompaktkameras schaffen es dennoch zum Teil schon auf einen zehnfachen optischen Zoom, was aber die Bildschärfe beeinträchtigt. Es gibt heute ultrakompakte Digitalkameras (unter 200 g), die in der Höhe und Breite kleiner sind als eine Kreditkarte. Allerdings kann deren Auflösung stark variieren. Auch der Bildsensor fällt kleiner aus – was bei bescheidenen Lichtverhältnissen meist zu Unschärfe führt. Aktuelle ultrakompakte Modelle ab etwa 12 Megapixel (MP) Auflösung sind zum Beispiel die ST150F von Samsung, die DSC-WX200 von Sony, die IXUS 140 von Canon und die DMC-XS1 von Panasonic. Die Kameras liegen preislich etwa zwischen 120 und 300 Franken.

Neu gibt es auch Objektivkameras, die sehr platzsparend und ohne gross ins Gewicht zu fallen verstaut werden können. Sony präsentierte an der diesjährigen Internationalen Funkausstellung IFA zwei Modelle (siehe «Empfehlung»). Diese werden mittels Smartphone-App bedient. Dazu müssen sie über Wifi mit dem Smartphone verbunden werden. Ihre Auflösung ist mit 18.2 und 20.2 MP beachtlich.

Eine Bridge-Kamera ist nicht mehr so kompakt, aber dennoch nicht so wuchtig wie eine Spiegelreflexkamera. Sie hat zwar einen Spiegelreflex-Sucher, aber ihr Objektiv ist in der Regel fix – also nicht austauschbar. Mit ihr hat man mehr Einstellungsmöglichkeiten als mit einer Kompaktkamera. Der Preis beginnt bei etwa 250 Franken.

Die Systemkamera hat im Gegensatz zur Bridgekamera ein wechselbares Objektiv, ist aber spiegellos. Sie bietet Flexibilität und in der Regel eine höhere Auflösung und mehr Möglichkeiten manuell einzustellen als eine Kompaktkamera. Jedoch reicht sie von der Bildqualität nicht an eine Spiegelreflexkamera heran. Systemkameras fangen preislich etwa bei um 200 Franken an.

Die Spiegelreflexkamera bietet den grössten Gestaltungsspielraum. Allerdings wiegt diese Freiheit auch einiges. Diverse professionelle Objektive, wie Super-Tele, können mehrere Kilo auf die Waage bringen – es gibt allerdings auch leichtere. Beispielsweise Einsteiger-Objektive (18–55 mm, also Weitwinkel bis leicht gezoomt) um die 300 Gramm. Günstigere Modelle im Kit mit einem ersten Objektiv beginnen bei rund 500 Franken. Für weitere Objektive muss man mit mehreren Hundert bis mehreren Tausend Franken rechnen. Wer seine Bilder gerne nachbearbeitet, wird an einer Spiegelreflex Freude haben, denn sie bietet auch ein RAW-Format (heisst je nach Kameramarke anders), das die Fotos nicht komprimiert und viel Freiraum für gestalterische Änderungen bietet. Dieses Format benötigt allerdings sehr viel Speicherplatz, da die Fotos um die 20 MB gross werden.

Die Qualität des Bildsensors ist nicht ausser Acht zu lassen. Ein billiger Sensor führt oft zu Bildrauschen und Unschärfe, wenn man mit einem hohen ISO-Wert (Lichtempfindlichkeit des Bildsensors) fotografiert. Eine Kamera mit einem guten Bildsensor kostet dann eventuell 100 bis 200 Franken mehr als eine günstigere derselben Kategorie. Wer sich später nicht über körnige und unscharfe Bilder ärgern will, gibt lieber etwas mehr aus.

Sehr empfehlenswert für jene, die etwas mehr über die technischen Zusammenhänge beim Fotografieren erfahren möchten, sind Video-Tutorials von Axel Pratzner. Zwei ausgewählte Videos sehen Sie hier.

Axel Pratzner (unter anderem Uni Tübingen, foto-kurs.com) über den Zusammenhang zwischen Auflösung und Pixel in der digitalen Fotografie:

Axel Pratzner erklärt die Blendenzahl:

Kamera in Linsenform

Sony lancierte kürzlich zwei Objektivkameras, die sich mit dem Smartphone nutzen lassen. Die DCS-QX10 (25–250 mm Brennweite) bringt es auf eine Auflösung von 18.2, die DSC-QX100 (28–100 mm Brennweite) auf 20.2 Megapixel. Sie lassen sich über NFC-Technologie mit NFC-fähigen Smartphones verbinden oder über Wifi. NFC steht für Near Field Communication («Nahfeld-Kommunikation): Die Objektivkamera und das NFC-fähige Smartphone beinhalten je einen Chip, der über Bluetooth eine Verbindung zum anderen Gerät herstellt, wenn die Geräte zueinandergeführt werden. Die Objektivkameras lassen sich mit einer Schnapphalterung an das Smartphone montieren und per Smartphone auslösen und einstellen. Sie haben einen Micro-SD-Karten-Slot und lassen sich auch über USB2-Highspeed verbinden. Als Speichermedium lässt sich auch ein Memory Stick Micro verwenden. Energiequelle ist ein Lithium-Ionen-Akku.

Voraussichtlich ab Mitte Oktober 2013 DSC-QX10 für Fr. 229.– (schwarz oder weiss) –  DSC-QX100 für Fr. 499.– (schwarz).

Zur DSC-QX100 bei Interdiscount

Kamera steuern

Mithilfe der Sony-App «Play Memories Mobile» lassen sich unter anderem die beiden Wifi-Objektivkameras DSC-QX100 und DSC-QX10 von Sony per Smartphone steuern und einstellen.
Es gibt ver-schiedene Fotografier-Modi. Die Auf-lösung der Fotos ist definierbar, ausserdem können Belichtungszeit und Blende justiert werden. Das Bild oder der Film kann direkt auf das Smartphone oder Tablet geladen werden. Die App funktioniert auch mit anderen ausgewählten Wifi-Kameramodellen von Sony (Liste der kompatiblen Kameras – siehe Link oben).

«Play Memories Mobile» gibt es gratis ab Android 2.3 und
ab iOS 4.3 bei Google Play und im App-Store.

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Annina Striebel

Redaktorin

Foto:
Alamy
Veröffentlicht:
Montag 30.09.2013, 16:50 Uhr

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