Gute Zahlen: Coop-Chef Joos Sutter präsentiert das Jahresergebnis 2017.

Dynamisch: Coop-Gruppe mit Umsatzrekord

Zukunftsweisende Projekte, neue Angebote für die Kundinnen und Kunden, wichtige strategische Ziele erreicht: Coop-Chef Joos Sutter schaut auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück. Sowohl im Detailhandel
als auch in Grosshandel und Produktion.

Es war erneut ein herausforderndes Jahr für den Detailhandel und dennoch ein erfolgreiches, denn die Coop-Gruppe hat die Herausforderungen gut gemeistert und geht gestärkt in die Zukunft: «Der Gesamtumsatz von 29,2 Milliarden Franken ist der höchste in der Geschichte der Coop», sagte Coop-Chef Joos Sutter an der Coop-Bilanzmedienkonferenz letzte Woche in Muttenz BL. «Wir bleiben damit klar die Nummer 1 im Schweizer Detail- und Grosshandel.» Auch der Gewinn ist um 10 Millionen auf 485 Millionen Franken gestiegen.

Dieser Erfolg beruht auf zwei starken, gleichbedeutenden Standbeinen: «Unsere Strategie mit den beiden Sparten Detailhandel sowie Produktion und Grosshandel hat sich bewährt.»

Mehr Marktanteile, mehr Kunden

In den Supermärkten konnte Coop – trotz umfangreichen Preisreduktionen von 40 Millionen Franken – auf einen Nettoerlös von 10,3 Milliarden Franken wachsen. Dies entspricht einer Steigerung um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. «Dies zeigt, dass unsere Supermärkte dem Trend trotzen konnten», so der Coop-Chef. Laut dem unabhängigen Marktforschungsinstitut Nielsen konnten die Supermärkte Marktanteile gewinnen. Das grösste Wachstum an Marktanteilen habe Coop im Bereich Frisch-Convenience und Fisch verbucht, erklärte Sutter. «Hier bleiben wir klar Marktführer.»

Zum starken Wachstum im Bereich Frisch-Convenience haben neben den Supermärkten auch Coop Pronto, Coop to Go, Marché, Zopf & Zöpfli sowie die beiden neuen Ladenformate Sapori d’Italia und Karma beigetragen.

Insgesamt haben 2017 mehr Kundinnen und Kunden die Coop-Verkaufsstellen für ihre Einkäufe aufgesucht. Sutter freut sich über 5,7 Prozent mehr Kassenzettel. Denn das bedeutet: «Unser Angebot wird geschätzt.»

Wachstum mit Bio-Produkten

Stark gewachsen ist in der Coop-Gruppe der Umsatz mit nachhaltigen Produkten, und zwar um 10,4 Prozent auf nun 4,3 Milliarden Franken. «In diesem Bereich bleibt Coop unbestrittene Marktführerin», freute sich Sutter. Noch besser entwickelte sich der Umsatz mit Bio-Produkten, der um 10,7 Prozent auf 1,4 Milliarden Franken nach oben ging. «Im Schweizer Detailhandel setzen wir konsequent auf die Knospe von Bio Suisse, den höchsten Bio-Standard», so Sutter. «Das hat sich gelohnt.»

Max-Havelaar auf Erfolgskurs

Erfreulich entwickelte sich auch der Verkauf von Produkten, die mit dem Fairtrade-Gütesiegel von Max Havelaar ausgezeichnet sind. Hier konnte Coop erneut um 8,2 Prozent zulegen. «Durch die Nachhaltigkeitsprämien unterstützen wir 1,6 Millionen Fairtrade-Kleinbauern, Arbeitnehmer und Familien auf der ganzen Welt», berichtete der Coop-Chef. Der faire Handel sei wichtig, denn neben höheren Abnahmepreisen gehe es um Direktinvestitionen vor Ort: «Das ist ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in den Ländern des Weltsüdens.»

Schweizer lieben ProMontagna

Auf ein Ergebnis war der Bündner Joos Sutter besonders stolz: «Unsere Marke ProMontagna ist eine der beliebtesten Marken der Schweiz und hat in ihrem Jubiläumsjahr um sage und schreibe 40,5 Prozent zugelegt.»

Den Grund für diesen Erfolg sieht Sutter im konsequenten Einsatz für das Berggebiet: «Bei ProMontagna stammen nicht nur die Rohstoffe aus den Bergen. Wir schauen auch, dass die Verarbeitung dort stattfindet – was nicht immer ganz einfach ist.»

Zusammen mit der Coop Patenschaft hat Pro Montagna in den letzten zehn Jahren bereits rund 42 Millionen Franken in die Verarbeitung im Schweizer Berggebiet investiert. Von dieser Förderung profitieren vor allem Alpbetriebe und Sennereien, aber auch Bauernhöfe und Projekte zur Verbesserung der lokalen Infrastruktur. «Das ist echte gelebte Nachhaltigkeit», so Sutter.

Weltmeisterin in Nachhaltigkeit

Welchen ausserordentlichen Stellenwert die Nachhaltigkeit für Coop hat, zeigt die jüngste Studie der unabhängigen Ranking-Agentur «oekom research». Für diese Studie wurde die gesamte Coop-Gruppe im In- und Ausland auf Herz und Nieren geprüft. Das Ergebnis: Coop ist unter 148 bewerteten Händlern weltweit die nachhaltigste Detailhändlerin.

Ebenso weltweit auf Platz 1 ist Coop beim Tierwohl, «und dies bereits zum vierten Mal», betonte Joos Sutter. «Diese besonderen Auszeichnungen sind für uns ein Ansporn, noch mehr nachhaltige Initiativen umzusetzen.»

«

ProMontagna – das ist echt gelebte Nachhaltigkeit.»

Joos Sutter Vorsitzender der Geschäftsleitung Coop

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Zukunftsweisend: das neue Ladenformat Sapori d’Italia …

die vegetarische Karma-Linie …

… und der begehbare Käse-Humidor im neuen Coop Megastore Seewen SZ.

Taten statt Worte

Wie vielfältig das Engagement im Bereich Nachhaltigkeit ist, zeigen die mittlerweile 356 Taten statt Worte, in denen Coop transparent aufzeigt, was das
Unternehmen zum Schutz der Umwelt tatsächlich getan hat und weiter tut.

Zum Beispiel «Precision Farming» (Präzisionslandwirtschaft): Im Rahmen eines Pilotprojekts mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und Schweizer Bio-Bauern testet Coop modernste, digitale Anbautechnologien wie GPS-gesteuertes Querhacken, Kontrolle der Bestandsentwicklung per Drohne oder Ausbringen von Grüngutkompost per Roboter. «Damit können wir das Potenzial der kleinräumigen Schweizer Landwirtschaft voll ausschöpfen sowie Effizienz und Produktivität im Bio-Landbau langfristig steigern», erklärte der Coop-Chef.

Als weitere Beispiele nannte Sutter die Ausbildung lokaler Kakaoproduzenten in Ecuador zu Agroforst-Trainern sowie die Ausweitung des Kapsel-Kaffee-Sortiments: «Wir sind die erste Schweizer Detailhändlerin, die Kapsel-Kaffee anbietet, der sowohl Fairtrade-zertifiziert als auch mit der Knospe von Bio Suisse ausgezeichnet ist.»

Auch die Fachformate wachsen

Ebenso wie bei ihren Supermärkten konnte die Coop-Gruppe auch bei den Fachformaten zulegen: Sie erzielten insgesamt einen Nettoerlös von 7,1 Milliarden Franken. Dies entspricht einem Wachstum von 2,8 Prozent.

Die Coop Mineraloel AG mit ihren Tankstellen und Coop-Pronto-Shops bleibt weiterhin die Nummer 1 im Schweizer Treibstoff- und Convenience-Markt. Mit einem Nettoerlös von 2,3 Milliarden Franken konnte sie sogar Marktanteile hinzugewinnen.

Auch die Heimelektronik-Formate von Coop – Interdiscount, Fust, Microspot und Nettoshop – erreichten im vergangenen Jahr insgesamt ein Umsatzwachstum von 51 Millionen Franken. «Der Nettoerlös überschreitet mittlerweile die Zwei-Milliarden-Grenze», bilanzierte Joos Sutter.

Als Marktführer gut behaupten konnten sich die Baumärkte Coop Bau + Hobby mit einem Plus von 0,5 Prozent beim Nettoerlös. Für die Apotheken der Coop Vitality AG war ein Anstieg beim Nettoerlös um 4,1 Prozent auf 186 Millionen Franken zu verzeichnen. Die Import Parfumerien bleiben weiter Marktführer im Bereich Prestige-Parfümerie.

Kaufen im Internet

Boomender Online-Handel: Coop@home legt beispielsweise zweistellig zu.

Boomender Online-Handel: Coop@home legt beispielsweise zweistellig zu.
http://www.coopzeitung.ch/Dynamisch_+Coop_Gruppe+mit+Umsatzrekord Boomender Online-Handel: Coop@home legt beispielsweise zweistellig zu.

Im Online-Handel sieht der Coop-Chef eine starke Basis für die Zukunft der Gruppe: «Mit einem Gesamtumsatz von über 1,7 Milliarden Franken konnten wir im E-Business 18,5 Prozent zulegen – das ist ein sehr starkes Umsatzwachstum», betonte Joos Sutter. Den grössten Beitrag zu diesem Wachstum lieferte neben Microspot der Online-Supermarkt Coop@home: Er wuchs um 10,5 Prozent und konnte die Differenz zur Hauptkonkurrentin wesentlich verkleinern. Der Online-Elektronik-Händler Microspot konnte gar um 17,2 Prozent zulegen. Hier betonte Sutter die Neugestaltung des Internetauftritts, bei der auf eine sichtbare Navigation bewusst verzichtet wurde – von der  Fachwelt als «richtungsweisend» und «erfreulich mutig» bewertet. «Seit der Neulancierung sind wir bis Ende 2017 mit dem Onlineshop 28,3 Prozent gewachsen», berichtete Sutter.

Erfolg mit der zweiten Sparte

Im Bereich Grosshandel/Produktion, dem zweiten Standbein der Gruppe, erzielte Coop 2017 gegenüber dem Vorjahr 6,2 Prozent mehr Nettoerlös, insgesamt 13 Milliarden Franken.

Die in der Schweiz ebenso wie international tätige Grosshandelstochter Transgourmet konnte ihr Angebot im vergangenen Jahr durch gezielte Übernahmen markant ausbauen. In der Schweiz will sie im Gastronomie-Weinfachhandel weiterwachsen: «Mit Casa del Vino decken wir die spanischen Weine ab, mit der Übernahme des Familienunternehmens Riegger haben wir uns Know-how im Bereich Frankreich und Portugal gesichert», erklärte Sutter. Und Zanini Vinattieri, die jüngste Übernahme per Januar 2018, liefere zusätzliche Expertise im Italien-Segment.

Internationale Akquisitionen

Expansion in Osteuropa: Camion von Transgourmet-Selgros am Roten Platz in Moskau.

Expansion in Osteuropa: Camion von Transgourmet-Selgros am Roten Platz in Moskau.
http://www.coopzeitung.ch/Dynamisch_+Coop_Gruppe+mit+Umsatzrekord Expansion in Osteuropa: Camion von Transgourmet-Selgros am Roten Platz in Moskau.

Neben dem Ausbau von Serviceleistungen für die Gastronomie ist die Steigerung der Online-Kompetenz für Transgourmet ein zentrales strategisches Thema. Zwei Übernahmen in Deutschland haben laut Sutter dafür eine vielversprechende Basis geschaffen: Zum einen Gastronovi, eine cloudbasierte Software, die von der Tischreservation über das Kassensystem bis zum Bestellwesen den Gastroprofis eine Komplettlösung bietet, zum anderen Team Beverage, die führende Handelszentrale im deutschen Getränkemarkt. «Dank ihr erhalten wir Zugang zu mehr als 36 000 Gastro-Betrieben, Tankstellen, Kantinen und Getränkefachhändlern», betonte der Coop-Chef.

Nachdem Transgourmet in der Schweiz sowie in Frankreich, Österreich und Deutschland neben den Abholmärkten auch im Zustellbereich gut positioniert sei, gehe es nun darum, die Belieferung auch in Osteuropa auf- und auszubauen, sagte Sutter. «Während wir in Polen und Rumänien diesen Geschäftsbereich selber aufbauen, konnten wir mit dem russischen Zustellspezialisten Global Foods eine ideale Akquisition machen und unsere Position im Belieferungsgrosshandel markant stärken.»

Coop wächst weiter und gewinnt Marktanteile

Trotz nach wie vor herausforderndem Marktumfeld bleibt Coop auch 2017 auf der Erfolgsspur und wächst kontinuierlich – sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn. Besonders die Steigerungsraten in den Bereichen Nachhaltigkeit, Grosshandel und Produktion wirkten sich positiv auf die Ertragslage aus. Und der Online-Handel der Coop-Gruppe boomt weiter.

Die Coop-Gruppe erwirtschaftete einen Gesamtumsatz von 29,2 Milliarden Franken, 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch der Jahresgewinn stieg erneut, und zwar um 10 Millionen auf 485 Millionen Franken.

Im Detailhandel erzielte Coop einen Nettoerlös von 17,4 Milliarden Franken und wuchs mit 1,4 Prozent überdurchschnittlich. Die Coop-Supermärkte übertrafen mit einem Nettoerlös von 10,3 Milliarden Franken das Vorjahresniveau und gewannen dabei wichtige Marktanteile. Insgesamt betrieb die Coop-Gruppe im Berichtsjahr 2295 Verkaufsstellen im Detailhandel, 41 mehr als im Vorjahr. Coop hat weiterhin das dichteste Verkaufsstellennetz der Schweiz.

Per Ende 2017 zählte die Coop-Gruppe insgesamt 86 318 Mitarbeitende – ein Plus von 1317. Darunter waren 3484 Lernende. In der Schweiz beschäftigte Coop 55 375 Personen, ein Plus von 298.

Mit der Sparte Grosshandel/Produktion erzielte Coop einen Nettoerlös von 13 Milliarden Franken, 6,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Dazu trug die Transgourmet-Gruppe mit 9,1 Milliarden Franken bei. Sie baute ihre Position als zweitgrösstes Unternehmen im europäischen Abhol- und Belieferungsgrosshandel weiter aus. Der Nettoerlös der Produktionsbetriebe wuchs um 6,1 Prozent auf 4,3 Milliarden Franken.

Unternehmen der Coop-Gruppe 2017

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Markus Kohler
Foto:
Urs Trösch, Heiner H. Schmitt, Philipp Zinniker, Coop@home, Lucian Hunziker, zvg
Veröffentlicht:
Montag 19.02.2018, 09:48 Uhr

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