1 von 4





Eigensinn: Honda Civic

Exzentrische Hülle, exzellentes Fahrwerk – doch die cleveren Fondsitze fehlen. 

Gefahren von Andreas Faust, Autojournalist

Gefahren von Andreas Faust, Autojournalist
http://www.coopzeitung.ch/Eigensinn_+Honda+Civic Gefahren von Andreas Faust, Autojournalist

Mangelnden Eigensinn kann man Honda auf keinen Fall vorwerfen: Der japanische Autobauer entwickelt alles selbst, auch wenn er es vom Zulieferer kaufen könnte, und ist beim Design eher extravagant unterwegs. Die wild im Cockpit verteilten Instrumente liebt man – weil sie gut im Blickfeld liegen – oder eben nicht. Den neuen Civic hat Honda nun ebenso eigensinnig zwischen Kompakt- und Mittelklasse positioniert: Plus 13 Zentimeter bei der Länge, drei mehr in der Breite, aber zwei weniger in der Höhe – das lässt das Auto gestreckter ausschauen.

Das Ladevolumen von 478 Litern übertrifft das der Konkurrenz, und selbst bei gross gewachsenen Fahrern bleibt hinten mehr als genug Kniefreiheit. Ausserdem sieht er wieder exzentrisch aus. Die ersten Bilder hatten mich erschreckt, aber real gefällt er mir besser als erwartet. Erstmals bietet Honda sogar eine viertürige Limousine an – ungewöhnlich in diesem Segment. Das Cockpit wirkt ebenso speziell, aber gefälliger als im Vorgänger. Wer auf SUV-Höhe geeicht ist, fällt geradezu in die tiefen Sitze hinein. Mir passt das prima, weil ich das Auto so viel besser spüre. Hübsch: der spiegelglatte Zentralmonitor mit Touch-Tasten. Nur die Klimaanlage wird noch konventionell bedient.

Überzeugendes Fahrverhalten

Bei der Ausstattung hat Honda mächtig aufgerüstet: Acht Versionen sind lieferbar, denen je ein Antrieb zugeordnet ist. Smartphone-Integration per Apple Carplay oder Android Auto ist inzwischen Standard. Nicht aber der Tempolimite lesende und die Geschwindigkeit automatisch anpassende Tempomat als eines von neun Assistenzsystemen.

Was mich neben all der trendigen Elektronik aber vor allem überzeugt: Der neue Civic ist ein wirklich gutes Auto mit hervorragender Übersicht, präziser Lenkung und ausbalanciertem Fahrwerk. Bei den manuellen Getrieben fährt Honda sowieso ganz vorne mit. Da verzichte ich gerne auf das optionale CVT-Automatikgetriebe.

Keine Kinositze mehr

Die beiden Turbobenziner wurden neu entwickelt und leisten 129 oder 182 PS. Schon der kleinere genügt vollauf, weil der Civic in etwa so viel wiegt wie ein VW Golf, obwohl er 25 Zentimeter länger ist. Das erklärt auch die Einstufung bei der Energieetikette, bei der leichte Autos trotz geringem Verbrauch etwas benachteiligt werden. Derzeit gibt es noch keinen Diesel – leider: Im Vorgängermodell erreichte der locker die Werksangaben und blieb sogar noch darunter.

In einem Punkt ist der Civic leider langweiliger geworden: Bisher konnte man die Sitzflächen im Fond hochklappen – wie im Kino – und Sperriges einfach auf den Boden stellen. Jetzt bleibt nur die umfaltbare Rücklehne. Schade.

Zusammenfassung

Platzangebot ★★★
Komfort ★★★★★
Kosten/Nutzen ★★★

Motor und Antrieb

  • 3-Zylinder Turbo-Benziner
  • 1,0 Liter, 95 kW / 129 PS
  • manuelles Sechsgang-Getriebe Frontantrieb

Verbrauch und CO2

  • 4,8 l/100 km, 110 g/km CO2

  • Euro 6, Energieetikette C

Preis

ab 19 900 Franken

Kommentare (0)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.










Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Dienstag 06.06.2017, 10:00 Uhr

Weiterempfehlen:




Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?