Eignet sich eine Einladung, um Geständnisse zu machen?

Sie:

Ganz ehrlich gesagt: Ja. Natürlich kommt es drauf an, was man gestehen will. Dass man im Geschäft eine Million veruntreut oder seit Jahren eine Zweitfamilie hat, das sind Geständnisse, die man besser vor dem Richter oder in stiller Zweisamkeit ablegen sollte. Sie liegen zu schwer im Magen, um bei einem Dinner unter Freunden auf den Tisch zu kommen. Aber für Kleinigkeiten wie Beulchen oder Kratzerchen am Auto, ein Fehleinkauf oder eine unnötige Busse, weil man durchs Fahrverbot gefahren ist, ja, dafür eignet sich doch eine fröhliche Runde bestens. Denn dann hat man für den Schaden wenigstens noch etwas Amusement.

Er:

Geständnisse in einer Umgebung machen, in der der Betroffene sich nicht frei äussern kann? Also, das geht doch gar nicht. Nicht nur muss ich dann etwas verdauen, das mir sonst im Halse stecken bliebe, nein, der Abend ist mir gleich auch noch verdorben. Für mich ist das, ehrlich gesagt, ein wenig feige. Dinge, die unangenehm sind, auf diese Weise anzusprechen. Abgesehen davon, dass sie dadurch ja nicht ungeschehen gemacht werden, bloss weil sie auf die «lustige» Art und Weise kommuniziert werden.

 

Was ist Ihre Meinung dazu?

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Er:

Wenn ich mich amüsieren will, dann nicht unbedingt auf eigene Kosten für 250 Franken, damit der Carrossier eine Beule rausmacht. Für dieses Geld könnte ich ein zehn Mal eine Komödie im Kino anschauen. Und ob ein «Beulchen» nun wirklich nicht der Rede wert ist? Wir wohnen ja nicht in Paris, wo es keine beulenlosen Autos geben kann, sondern auf dem Land, wo man viel Platz hat. Wo also bitteschön, ist da der Spassfaktor für mich? Oder wird das Ausbeulen dadurch billiger, dass einige Freunde vorher gemeinsam herzhaft gelacht haben?

Sie:

Ach, was ist schon eine kleine Beule im Auto? Kein Drama, wenn man keines daraus machen will. Und das will ich ja nicht. Schneider muss nicht so tun, als ob er keine Fehler mache. Nein, gewisse Dinge muss man leichter nehmen, und das lässt sich wunderbar in einer lustigen Umgebung trainieren. Nachher ist dann ja noch immer Zeit, in Ruhe über das Geschehene zu sprechen. Mit etwas Abstand und der Möglichkeit, die kleine Unpässlichkeit besser in das grosse Ganze einzuordnen, bleibt ein Missgeschick was es ist: läppisch.

Wer konnte Sie überzeugen?

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