Silvia Aeschbach, Buchautorin und Journalistin

Ein Finne namens Samu

Ich habe einen Schwarm. Wikipedia erklärt das Phänomen der Schwärmerei als «Übertragung auf Personen, im Sinne von jemanden ‹schwärmerisch verehren›.

Hieraus leitet sich auch die heutige Nebenbedeutung von Schwarm als ‹Liebhaberei› oder ‹Geliebte(r)› ab. Schwärmerei wird auch als eine weniger intensive Form der Verliebtheit bezeichnet.»

Ich bin also Fan eines 41-jährigen, 1,93 grossen, blonden Finnen. Er ist schlagfertig, ziemlich frech und hat eine berührende Art, seine Gefühle zu zeigen, die, neben seinem durchaus ansehnlichen Äusseren, auch auf ein schönes Inneres hinweisen. Samu Haber von der Band «Sunrise Avenue» hat in der letzten Staffel von «The Voice of Germany» als Coach einmal mehr bewiesen, wie wunderbar sich Humor, Herz und Sex-Appeal ergänzen können.

Ob sich mein Mann an meiner heimlichen Leidenschaft stört? Nicht die Bohne! Im Gegenteil: Er hat mir kürzlich verraten, für welche weiblichen Stars er schwärmt, und ich kann Ihnen versichern, keine von ihnen hat nur die geringste Ähnlichkeit mit mir. Es sind langhaarige, geheimnisvolle «Femmes fatales», die, so mein Mann, «einen Mann ins Verderben stürzen lassen». Gerettet hat ihn, dass er ebenfalls die wunderbare Schauspielerin Jean Seberg erwähnt hat, der ich scheinbar ein bisschen gleiche – jedenfalls, wenn er vergessen hat, seine Brille aufzusetzen.

Kann eine Schwärmerei, virtuell oder in Realität, eigentlich eine Gefahr für eine Beziehung sein? Nein, sagt zumindest eine amerikanische Studie. Laut Forschern der Columbia University in New York und der University of Kentucky in Lexington kann es einer Partnerschaft sogar guttun, wenn eine dritte Person involviert ist. So lange es sich um eine virtuelle Schwärmerei oder einen harmlosen Flirt handelt. Und selbst wenn wir uns täglich auf unser «zufälliges» Treffen mit dem Nachbarn oder auf die Sitzung mit der Bürokollegin freuen – dies ist noch lange kein Grund, an der eigenen Treue oder jener der Partnerin zu zweifeln.

Vor allem in langjährigen Partnerschaften scheint es sinnvoller, diese Gefühle zuzulassen, als sie zu unterdrücken, um dann «aus heiterem Himmel» aus einer «beengenden» Beziehung ausbrechen zu müssen. Schade, dass wir heute oft keine Zeit oder Lust für solche «romantischen Anwandlungen» haben. Aber wo liegen die Grenzen bei diesem Vergnügen? Wie viel Flirt oder Kopf-Kino ist in einer Beziehung erlaubt? Wo sind die Grenzen, damit man seinen Partner nicht verletzt? Ich glaube, das muss jedes Paar selber entscheiden. Und nicht jede Schwärmerei muss auch «gebeichtet» werden. Denn wer geht schon mit Scheuklappen durchs Leben?
Eben.

Kommentare (3)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.










Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Text:
Silvia Aeschbach
Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 19.03.2018, 09:45 Uhr

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:



Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?