Ein Satz für die Ewigkeit

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Schreiber: Lady Diana soll ihrem Sohn Harry gesagt haben: «Sei so frech, wie du willst. Aber lass dich dabei nicht erwischen.» Wahrlich ein Satz fürs Leben. Gefällt mir! Und das von einer Prinzessin! Ich bin zwar nicht blaublütig, aber wie Diana eine Mutter. Und jetzt, da zwanzig Jahre nach ihrem Tod dieser Satz zu mir dringt, frage ich mich: Was für die Ewigkeit überdauernde Sätze gebe denn ich meinen Töchtern mit? So auf die Schnelle fällt mir gar nichts ein. Ich frage Schneider. Zuerst versteht er mich falsch, dann runzelt er die Stirn und überlegt.

«

Bin ich eine preussische Offizierin?»

Ich denke: Wehe, du sagst jetzt was von «Zimmer aufräumen», «Handy abschalten» und «schon für die Schule gelernt?»!

Er holt Luft: «Mir fällt da nur ein: Zimmer aufräumen und ...»

«Halt!», unterbreche ich ihn, «ich suche einen Satz mit Relevanz. Einen, der Kraft schenkt, der einem Halt gibt.»

Als unsere Töchter angeschlurft kommen, frage ich sie, welchen Satz sie von mir nie vergessen werden. Sie grinsen: «Helft mit! Räumt auf! Macht Hausaufgaben!» Mist! Das sind keine Sätze, das sind Befehle.

Dabei würde ich mich doch viel mehr freuen, wenn sich meine Kinder auch an eine Prinzessin erinnern würden – und nicht nur an eine preussische Offizierin!

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Schneider: Schreiber fragt nach einem Satz fürs Leben und ich denke nach, ob ich mal über einen Canyon gehopst bin. «Ein Lebensmotto oder so», schiebt sie nach.

Ich murmle etwas von Zimmer aufräumen, und schon ist sie wieder weg.

Am Abend kommt sie erneut darauf zu sprechen. «Was hältst du denn von: ‹Lebt so, dass es euren Schutzengeln Spass macht, euch zu beschützen.› Oder: ‹Wer scheitert, wird gescheiter!›?»

Ich verziehe vermutlich das Gesicht, denn sie sagt: «Lach nicht, ich habe mir Mühe gegeben! Aber vielleicht gefällt dir ja das: ‹Die Kraft der Ahnen ist immer für Euch da!› Gut, oder?»

«

Ein Lebensmotto? Liebe ist wichtiger!»

Gut? Für mich klingt das nach Star Wars, wo es dauernd heisst: «Möge die Macht mit dir sein.»

Ich überlege, wie ich ihr behutsam beibringen könnte, dass der wirklich lebensnotwendige Merksatz erstens noch nicht dabei war, und dass ich es zweitens wichtiger fände, viel Liebe und Vertrauen mit auf den Weg zu geben.

Aber sie kommt mir selbstkritisch zuvor: «Puh, das klingt alles so furchtbar moralisch. Ich höre mich an wie ein Poesiealbum auf zwei Beinen.»

Na, will ich sagen, jetzt übertreibst du aber, da redet sie schon weiter: «Vielleicht ist ‹Räumt doch bitte eure Zimmer auf und helft mit!› gar nicht so schlecht.»

Die Kolumnisten live mit ihrem Programm «Mein Leben als Paar»: 14. September Romanshorn; 15. September Staufen. Infos auf der Website von Schreiber und Schneider.

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Sybil Schreiber, Steven Schneider

Kolumnisten

Foto:
Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Montag 21.08.2017, 10:49 Uhr

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