Jungvögel darf man nur berühren, wenn sie verletzt sind. Denn die Vogeleltern kümmern sich gut um den Nachwuchs.

Ein Spatz auf Abwegen

Der Jungvogel piepste erbärmlich in der Hand. Die Kinder hatten ihn verletzt bei einer Rolltreppe gefunden. Ein Blutstropfen zeigte, dass der Kleine sich verletzt hatte.

Die Kleinen springen aus dem Nest und hüpfen irgendwohin. Die Vogeleltern füttern ihn am Boden weiter, bis er fliegen kann. Solche Jungvögel darf man nicht berühren. Die Vogeleltern kümmern sich genügend um ihn. Dieser Unglücksspatz aber, den Kinder zu mir in die Praxis brachten, hatte Kontakt mit einer Rolltreppe gehabt. Er hatte sich eine Zehe ausgerissen. 

Und weg ist der Piepmatz

«Der Zeh ist weg, aber die Blutung hat aufgehört. Ich werde die Wunde pflegen und der Kleine kann wieder zurück», erklärte ich den Kindern und fragte sie, ob es in der Nähe dieser Rolltreppe ein Gebüsch gebe. Sie erklärten mir, dass es etwa zehn Schritte weiter eine niedrige Mauer mit einem kleinen Vorgarten gebe. Ich setzte den Jungvogel in eine Kiste. Mit etwas Desinfektionsmittel auf der gereinigten Wunde und einem Tropfen Wasser im Schnabel liess ich die Kinder dorthin gehen. Man hörte den Spatz lauthals piepsen.

Nach einiger Zeit kamen die Kinder zurück. Aufgeregt berichteten sie, dass sie den Jungvogel in die Kiste gesetzt hätten. Dann seien sie weggegangen, wie ich es ihnen gesagt hatte. Sicher eine halbe Stunde haben sie ihn immer wieder piepsen gehört. Dann sei er verschwunden gewesen. Offensichtlich hatten es die Vogeleltern also fertiggebracht, ihren Nachwuchs in Sicherheit zu bringen, ohne dass die Kinder das mitbekommen hatten.

Als ich das nächste Mal dort herumging, dachte ich, dass wenn jetzt ein kleiner Spatz herumhüpft, dem eine Zehe fehlt, ich ihn behandelt hatte. Ich trank an der Ecke einen Kaffee und studierte all die Spatzen, die dort herumbettelten, darum etwas genauer.

 

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Sprechstunde: Fragen Sie Chantal Ritter

Falls Sie ein gravierendes Problem haben, können Sie eine Frage an Tierärztin Dr. Chantal Ritter stellen. Beachten Sie aber, dass Chantal Ritters Ratschläge eine erste Einschätzung der Lage sind, doch im Ernstfall nicht den Besuch eines Tierarztes ersetzen können. Die Tierarztsprechstunde finden Sie in unserer Online-Tiercommunity.

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Alamy, zVg
Veröffentlicht:
Montag 30.05.2016, 00:00 Uhr

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