Vom Anbau über die Arbeit bis hin zum Vertrieb: Jeder Schritt soll für John E. Geber, hier bei einem Besuch in der Coop-Weinkellerei, der beste sein.

Ein Stück Schweiz in Down under

Das australische Aushänge-Weingut von John R. Geber feiert dieses Jahr den 125. Geburtstag – mit einer Wein-Sonderedition. 

Einen Muskelkater, wenn überhaupt. Etwas anderes bringen die wenigsten von einer Velotour mit nach Hause. Nicht so John E. Geber (65): Bei ihm wars nicht weniger als ein Schloss. Den Kauf hatte er kurz entschlossen am Telefon getätigt. «Meine Frau war mässig begeistert», erzählt er. Zumal er auf «wie viele Zimmer hat es?» antwortete: «Keine Ahnung. Ich war nicht drin.» Und im besten Zustand war das Anwesen nicht: «Um ehrlich zu sein: Es war ziemlich heruntergekommen.» Doch heute, 17 Jahre später, strahlt das 1890 erbaute Château Tanunda wieder im einstigen Glanz. Dafür sei sehr viel Engagement nötig gewesen, sagt  er und lacht: «Vermutlich hat es dafür wirklich einen Spinner wie mich gebraucht.» 

 
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Barossa, nicht Bordeaux

Bevor Sie jetzt über der französischen Karte verzweifeln: Das Château werden Sie nicht finden. Gebers denkmalgeschützter Besitz liegt in Australien, im Barossa Valley. Zugegeben, das ist eher speziell, schliesslich verfügt Australien über keinen Adel samt standesgemässen Wohnsitzen.
Die Velotour brachte Geber allerdings nicht nur ein Schloss, sondern auch ein ausgezeichnetes Weingut mit knapp 40 Hektaren Fläche ein. Ausgezeichnet im wortwörtlichen Sinn: Die Liste mit prämierten Weinen ist lang, unter anderem wurde John Geber 2010 an der International Wine & Spirit Competition in London zum weltweit besten Syrah/Shiraz-Produzenten gekürt. Der Patron ist stolz auf seine Weine: «Mich treibt die Leidenschaft», sagt der gebürtige Südafrikaner. Was er anpacke, mache er richtig. Entsprechend verwehrt sich Geber der Idee, dass australische Weine immer üppig süss und sirupartig seien. Allerdings komme die Meinung nicht von ungefähr: «Es ist leider so, dass viele Produzenten auf zu viel Alkohol, Frucht und Holz gesetzt haben.»
Sein Weingut – und mit ihm das ganze Barossa Valley – ist bekannt für eher gehaltvolle Shiraz-Weine: «Unser Shiraz ist kräftig, aber nicht erschlagend, ein Wein mit vielen Facetten.» Selber möge er eher kantige Weine, sagt Geber. Und mehr und mehr komme er auf den Geschmack für Weissweine: «Ich habe eine Schwäche für den Old Wine Semillon aus unserem eigenen Keller», gesteht er. «Und ich mag Chasselas.»

Rekrutenschule in Brugg

Mit der Schweiz ist er nicht nur wegen des Chasselas eng verbunden. Er hat einige Zeit lang hier gearbeitet, vor allem aber hat er seine Frau Evelyn hier kennengelernt. Die beiden gemeinsamen Kinder haben den Schweizer Pass, Sohn Darry hat in Brugg die Rekrutenschule absolviert.
So kommt es auch, dass auf den Zinnen des Schlosses neben der australischen immer auch die Schweizer Fahne flattert. «Aber nur, wenn meine Frau da ist – das halten wir wie bei der Queen.» Das weiss-rote Kreuz wird so bald auch nicht vom Dach verschwinden: Tochter Michelle ist mittlerweile voll in das Unternehmen eingestiegen. «Sie hat den Wein im Blut», erklärt der stolze Papa. «Das ist einfach nur fantastisch.»

Weine aus dem Herzen des Barossa Valley

Château Tanunda Cabernet Shiraz 125th Anniversary, 2012

Eleganz und Komplexität von Cabernet Sauvignon vereint mit der Fülle und fruchtigen Reife von Shiraz. Darf noch im Keller lagern. Passt zu kräftigen Fleischspeisen.

Fr. 25.–/75 cl.

Château Tanunda Chardonnay 125th Anniversary, 2013

Offene Aromatik von Zitrus, Melone und Pfirsich. Im Mund Vanillenoten und Cashew durch die Reifung im französischen Eichenfass. Zu Risotto, Kalbfleisch, Fisch.

Fr. 18.50/75 cl.

Erhältlich in grösseren Coop-Läden und unter: www.mondovino.ch
*bis 18. April oder solange Vorrat.

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Regula Bättig

Redaktorin

Foto:
Heiner H. Schmitt, Beatrice Thommen-Stöckli, zVg
Veröffentlicht:
Montag 20.04.2015, 16:45 Uhr

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