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Silvan Grütter
schreibt am 12.09.2017


Eine Sünde wert

Als Redaktionskollege Markus Kohler die letzten Zeilen seiner Titelgeschichte über die Kartoffel niedergeschrieben hatte, zeigte er sich zerknirscht.

Sein Dilemma: Er hätte noch viel mehr über die «tolle Knolle» schreiben wollen. Wochenlang hatte er über das europäische Grundnahrungsmittel schlechthin recherchiert. Herausgefunden hat er auch Absonderliches: Etwa, dass die Kirche die Kartoffel in frühen Zeiten mit einem Bann belegte. Der Grund: die gleichgeschlechtliche Vermehrung!

Nicht weiter verwunderlich also, dass man der Knolle damals auch nachsagte, dass ihr Verzehr zu Schwachsinn und Sünde führe.

Nicht viel weniger erstaunlich ist die Art und Weise, wie in der Schweiz heute jede neue Ernte begutachtet und erfasst wird: Mit Schablonen, Schälern und geübtem Auge inspizieren die Experten jede Knolle. Auch dort, in der Kartoffelzentrale in Bätterkinden BE, war Kohler hautnah dabei.

Was er zum Thema zusammengetragen hat, ist erstaunlich. Dabei wäre es unserer Titelgeschichte fast genauso ergangen wie der Kartoffel im alten Europa: Als Kohler die Geschichte in der Redaktion erstmals vorstellte, herrschte eine gewisse Skepsis – jetzt ist daraus ein Leckerbissen geworden. Die Geschichte von der Entdeckung bis zum Siegeszug der Kartoffel lesen Sie in unserer Titelstory.

In einem hatten die alten Kirchenmänner übrigens recht: Die Kartoffel hat durchaus etwas Verlockendes, wenn ich mir unsere Fooby-Rezepte anschaue. Aber diese Sünde ist es wert.


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