Das lachsfarbene Gebäude der Domaine des Virets inmitten der grünen Weinreben.

Eine besondere Zusammenarbeit

Seit zwanzig Jahren arbeitet die Domaine des Virets exklusiv mit Coop zusammen. Zum Jubiläum baut das Weingut neu die alte Rebsorte Heida an, von den französischsprachigen Wallisern Païen genannt.

Im Dorf Saint-Léonard auf der rechten Seite der Rhone braucht man weder Kompass noch GPS, um die Domaine des Virets zu finden. Im Dorfzentrum genügt es, den Kopf zu heben, um das lachsfarbene Gebäude zu erblicken, das sich stolz fast zuoberst auf dem Hügel erhebt. Von Weitem fällt die Kellerei vor allem durch die ideale Lage auf. Schaut man sich das Ganze etwas genauer an, stellt man fest, dass die Domaine des Virets keine gewöhnliche Kellerei ist. 

 
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Als Pierre-Alain Mathier (50) vor zwanzig Jahren das Weingut kaufte, wusste er schon, dass er es auf seine eigene Art bewirtschaften wollte: «Als sich mir diese Gelegenheit bot, beschloss ich sehr rasch, nur mit einem Kunden zu arbeiten – genauer gesagt mit Coop.» Heute gehört die Domaine des Virets zu den grössten Weingütern des Wallis. Sämtliche Parzellen befinden sich am Hang. Ein Team pflegt die Reben und Ivan Imboden, der Gutsverwalter, vinifiziert die Trauben und kümmert sich um die Arbeit im Keller. «Ich kenne ihn seit meiner Kindheit», erzählt Mathier. «Unsere Familien waren beide im Weinbau tätig und arbeiteten damals schon zusammen.» Von seinem Hauptarbeitsort Zürich aus kümmert sich Mathier um den Verkauf und die Buchhaltung.

«

Der Weinbau hat in meiner Familie Tradition.»

Ivan Imboden, Önologe und Kellermeister der Domaine

Winzer seit Generationen

Den Weinbau hat Kellermeister Ivan Imboden (46), der in Salgesch aufgewachsen ist, im Blut: «Mein Urgrossvater, mein Grossvater und auch meine Mutter haben bei der Arbeit im Rebberg und im Keller mitgeholfen. Genauso wie ich.» Heute nehme er ab und zu seine Söhne (6 und 8 Jahre alt) mit, wenn die Arbeit nicht zu lange dauere. Seine Tochter sei noch zu klein dafür. Der in der Forschungsanstalt Agroscope in Wädenswil ausgebildete Önologe wohnt noch immer in Salgesch, wo seine Frau als Lehrerin arbeitet. «Meine Frau ist bilingue und spricht Französisch mit unseren Kindern. Ich bin von Salgesch nach Saint-Léonard gekommen, um Französisch zu lernen. Dieses Ziel habe ich erreicht – aber ich bin immer noch hier.» Pierre-Alain Mathier hingegen fühlt sich eher als Gutsbesitzer denn als Winzer, obwohl seine Familie ebenfalls im Weinbau tätig war. «Ich habe einen anderen Werdegang gewählt. Vom Emotionalen her war es für mich schwierig, das Winzermilieu und meine Familie zu verlassen. Der Kauf der Domaine des Virets hat es mir erlaubt, das Wallis zu verlassen und trotzdem die Verbindung aufrechtzuerhalten.»

«

Ich bin kein klassischer Winzer.»

Pierre-Alain Mathier, Besitzer der Domaine des Virets

Gemeinsame Sache

Der Besitzer ist heute zufrieden mit der Zusammenarbeit zwischen Lieferant und Kunde: «Ich glaube, wir sind das einzige Gut, das so arbeitet. Die Marke gehört uns. Dieses exklusive Arbeitsverhältnis beruht auf Vertrauen. Die Einkäufer von Coop kommen jedes Jahr vorbei und degustieren zusammen mit unserem Önologen Ivan Imboden den Wein aus jedem Tank. Erreicht einer davon nicht das erforderliche Qualitätsniveau, kann die Bezeichnung Domaine des Virets nicht verliehen werden.» Dies passiere fast jedes Jahr mit dem einen oder anderen Tank, aber diese Vorgehensweise erlaube es, die Qualitätskontrolle bis zum Verkauf zu gewährleisten. Die Abfüllung erfolgt durch Coop in ihrem Abfüllzentrum in Pratteln BL. «Ich stelle den Wein und die Etiketten bereit. Sie holen den Wein ab und füllen ihn in Flaschen. Ich lasse diese Arbeit lieber von Profis erledigen, als dass ich sie hier halb professionell mache.» Laut Pierre-Alain Mathier waren die Anfänge ziemlich abenteuerlich. «Aber seither haben wir viele Medaillen gewonnen und dank meiner Zusammenarbeit mit Coop bekommen die Konsumenten einen authentischen Wein zu einem exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnis.»

Ausblick von der Domaine des Virets auf die Weinberge und das Rhonetal.

Ausblick von der Domaine des Virets auf die Weinberge und das Rhonetal.
Ausblick von der Domaine des Virets auf die Weinberge und das Rhonetal.

Roten und Weissen

Das Gut produziert drei Weine. Der Erste ist ein vollmundiger Fendant de Saint-Léonard, der gut zum Aperitif, zu Fisch und zu Käsegerichten passt. Der Zweite ist ein charmanter Pinot Noir de Saint-Léonard, der sich als idealer Begleiter zu rotem Fleisch und Wild eignet. Hinzu kommt ein kräftiger Pinot Noir Réserve de Saint-Léonard, der durch seinen Barriqueausbau perfekt zu aromatischem rotem Fleisch und Trockenfleisch passt. «Der Bezug zur Appellation Saint-Léonard ist sehr wichtig», sagt Pierre-Alain Mathier. «Fendant und Pinot Noir gehören zu dieser anerkannten Appellation, die das Fundament des Gutes bildet. Für die Kunden ist es wichtig zu wissen, wo der Wein produziert wird.» Coop und die Domaine des Virets feiern dieses Jahr das 20-Jahr-Jubiläum ihrer Partnerschaft. Aus diesem Anlass produziert die Domaine des Virets erstmals auch einen Heida. «Am Anfang war das Weingut mit Pinot Noir und Chasselas bepflanzt. Das ist auch heute noch hauptsächlich der Fall. Zusammen mit Coop haben wir vor rund zehn Jahren aber festgestellt, dass die Rebsorte Heida stark im Kommen ist. Gemeinsam haben wir dann beschlossen, die umgepflügten Parzellen mit Heida zu bepflanzen», erzählt der Besitzer. Nun kommen die ersten Flaschen Heida Domaine des Virets auf den Markt. «Wenn man neue Reben pflanzt, ist das eine Entscheidung für die nächsten 30 Jahre», so Mathier. «Man darf sich keine Fehler leisten.» Laut Imboden hat sich der Heida, der ursprünglich eher im Oberwallis angebaut wurde, sehr gut in Saint-Léonard akklimatisiert.

Exklusiver Verkaufskanal

«Die Zusammenarbeit zwischen der Domaine des Virets und Coop ist eine Chance und zeigt, dass der Detailhandel ein interessanter Abnehmer für die Produzenten ist. In diesem speziellen Fall können wir die Qualität gewährleisten und unseren Kundinnen und Kunden guten Wein zu einem vernünftigen Preis anbieten. Das ist eine Win-win-Situation», betont Ludovic Zimmermann, Einkäufer für Walliser Weine bei Coop. «Die Domaine des Virets ist eine schöne Erfolgsgeschichte. Die dort produzierten Weine sind von guter Qualität und der Absatz steigt. Der exklusive Verkaufskanal via Coop ermöglicht einen nationalen Vertrieb und garantiert die Produktqualität», erklärt Zimmermann. Heute verbringt Pierre-Alain Mathier mehr Zeit mit seiner Familie in Saint-Léonard. «Ich hänge sehr am Gut, auch wenn ich kein klassischer Winzer bin. Man fühlt sich hier wohl und gerade heute Morgen hat mir mein jüngster Sohn Léonard gesagt, ich dürfe das Gut niemals verkaufen.» l Anne-Marie Cuttat

Ein typischer Walliser

Die Rebsorte Heida wird im Unterwallis Païen genannt und gehört zur Familie der Traminer. Heida ist eine sehr aromatische Rebsorte und ergibt gefällige Weine mit Noten von Zitrusfrüchten und exotischen Früchten und einem spritzigen, strukturierten Geschmack.

Laut José Vouillamoz, dem renommierten Walliser Rebsorten-Spezialisten, wird der Heida als traditionelle Walliser Rebsorte betrachtet. «Das erste Dokument, das sein Vorkommen im Wallis bescheinigt, stammt aus dem Jahr 1586. Man weiss, dass er identisch ist mit der im französischen Jura als Savagnin und in Deutschland als Traminer bezeichneten Rebsorte. Das Wort Païen (zu Deutsch «der Heide») besitzt eine religiöse Konnotation, obwohl der Name nichts mit Religion zu tun hat. Im Oberwalliser Dialekt bedeutet Heida ganz einfach sehr alt, sehr altertümlich und geht auf die Zeit der Heiden zurück.»

Drei Weine aus Saint-Léonard

Valais AOC Heida Saint-Léonard, Domaine des Virets, 2014

Nun können die Früchte der Arbeit geerntet werden. Der Jahrgang 2014 ist der erste Heida der Domaine. Passt gut zum Aperitif oder als Begleitung zu Meeresfischen.

Fr. 14.95/75 cl*.

Valais AOC Fendant Saint-Léonard, Domaine des Virets, 2013

Ein blumiges Bouquet mit feinen Hefenoten, am Gaumen ein würziger und frischer Auftakt, dann rund und füllig. Ideal als Aperitif, zu Fisch, Schalentieren, Käse und Terrinen.

Fr. 9.95/75 cl*.

Valais AOC Pinot Noir Saint-Léonard, 2014

Mit Noten von Himbeeren und Kirschen, im Gaumen weich mit frischer Säure. Zu rotem Fleisch, Wild und Weichkäse.

Fr. 12.95/75 cl*.

* Erhältlich in grossen Coop-Läden und unter: www.mondovino.ch

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Anne-Marie Cuttat

Redaktorin

Foto:
Sedrik Nemeth, zVg
Veröffentlicht:
Montag 20.07.2015, 17:01 Uhr

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