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Sabines Garten – Einpacken, bitte!

Nun gehts im Garten ans Einpacken und Reinräumen. Kübelpflanzen, Pelargonien und Dahlien kommen an einen frostfreien Überwinterungsplatz. Und die Exoten, die draussen bleiben müssen, werden möglichst warm angezogen.

Ich bin ja durchwegs Optimistin im Garten und traue den meisten Pflanzen zu, dass sie auch einigermassen alleine und unbeschadet durch den Winter kommen. Aber der strenge Frost im letzten Februar hat mir doch zu denken gegeben. Dieses Jahr werde ich etwas vorsichtiger sein und die grenzwertigen Stauden vielleicht doch mit Laub anhäufeln. Um auf Nummer sicher zu gehen, wären auch die Rosenbäumchen warm einzupacken. Dafür ist Gartenvlies ideal. Insbesondere die Stämme müssen gut umwickelt werden. Bei den Beetrosen kommt es sehr auf die Sorten an und auf das lokale Klima. Wer in kälteren Gegenden wohnt, sollte sie auf jeden Fall im Herbst zurückschneiden und dann mit Laub und Reisig zudecken. Aber ich hoffe, wir haben diesen Winter mehr Glück, und die Minustemperaturen bewegen sich wieder im normalen Bereich. Den ganzen Garten einpacken kann man ja sowieso nicht.

Auf jeden Fall werden nun die Dahlien ausgebuddelt. Unbedingt die Farben und Sorten anschreiben, solange man sie noch erkennen kann! Aus den letzten Blüten schneiden meine Tochter und die Kinder von Freunden Sträusschen, und wir nehmen ins Haus, was noch nicht verblüht oder erfroren ist. Die Knollen lege ich in alte Weinkisten und decke sie mit etwas Erde ab. Sie sollten nicht komplett austrocknen, aber auch keinesfalls zu feucht gelagert werden, weil sie sonst faulen. Am besten überwintert man sie in einem dunklen Keller. Auch die Pelargonien kommen in den Keller. Sobald sie Licht sehen, treiben sie nämlich aus, aber damit sollen sie bitte warten bis im Frühling. Da bei mir der Platz beschränkt ist, schneide ich sie so stark wie möglich zurück. Zwei bis drei Knoten pro Seitenzweig genügen. Auch die Wurzelballen können etwas verkleinert werden, überschüssige Erde wegschütteln und auf Schädlinge überprüfen. Dann packe ich sie dicht an dicht in Holzkistchen. Wie bei den Dahlien gilt es auch hier, mit etwas Fingerspitzengefühl zu schauen, dass sie nicht komplett trocken sind, aber auch keinesfalls verschimmeln. Im Winter sollte man auch gelegentlich mal nachschauen, wie es ihnen geht.

Alle Kübelpflanzen, die sich mit einigermassen vernünftigem Kraftaufwand bewegen lassen, bringen wir ins Haus. Das Olivenbäumchen und die Bergsalvien trage ich noch gern herum. Aber bei den Agaven fluche ich. Vor dem Haus haben sie sich bewährt, weil sie schlicht zu stachelig und unhandlich sind, um sie mal kurz mitgehen zu lassen. Aber beim Einräumen ist das natürlich zu meinem Nachteil. Grössere Kübelpflanzen wie Oleander, Agapanthus, Engelstrompeten oder Löwenohr (Leonotis) sollte man zu zweit und mithilfe einer Sackkarre verschieben. Es lohnt sich übrigens, vor der Einräumaktion die Reifen gut aufzupumpen!

Die meisten mediterranen Kübelpflanzen brauchen etwa fünf bis zehn Grad, um den Winter gut zu überstehen, und sollten darum in einen hellen Raum im Haus gebracht werden. Eine Garage mit Fenster ist ideal. Bei mir kommt so viel wie möglich in die Waschküche. Auch ein ungeheiztes Treppenhaus oder ein Vorraum sind gut zum Überwintern von Pflanzen, zumal einige Lieblingspelargonien dort noch eine Weile weiterblühen können, so sie denn mögen. Ich schneide sie dann jeweils zurück, sobald sie beginnen, kringelig zu werden. Wer genug Platz hat, kann Pelargonien aber auch grösser werden lassen. In den Herbstferien in Andalusien habe ich Exemplare von den bei uns üblichen Balkongeranien gesehen, die wie Büsche im Garten gezogen wurden, gut einen Meter hoch und prächtig blühend. Das könnte man in einem grossen Kübel auch bei uns hinkriegen. Nur braucht man eben entsprechend viel Platz, um sie dann zu überwintern. Während die «normalen» Pelargonien im Keller überwintern, habe ich für die Apple Blossom einen stattlichen Eternitkübel reserviert, da-rin soll sie doch bitte schön bei Gelegenheit zu einem solchen Busch heranwachsen. Auch dem Kardinal, einer alten Sorte mit leuchtenden magentafarbenen Blüten, gönne ich grössere Töpfe und eine Sonderbehandlung beim Überwintern. Und die Duftpelargonien sind mir sowieso zu schade, um sie im Keller zu versorgen. In einem nicht zu warmen Zimmer lassen sie sich sogar als Hauspflanzen durch die kalten Monate bringen. Gespannt bin ich, wie die gelben Dipladenia den Winter überstehen werden. Theoretisch kann man diese schönen Neuheiten wie Kübelpflanzen überwintern, wir werden sehen, ob das auch praktisch klappt.

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Bei mir kommt so viel wie möglich in die Waschküche.»

Palmen einwickeln: Alles, was zu gross ist zum Reinnehmen, muss draussen winterfest verpackt werden. Palmen und andere kälteempfindliche Pflanzen, die im Garten überwintern, werden nun eingepackt. Dafür gibt es extra grosse Überwinterungszelte, die über den jeweiligen Pflanzen aufgestellt werden. Manche Modelle sind so grosszügig bemessen, dass man gleich auch noch ein paar Kübel um die Palme herum gruppieren und mitüberwintern kann. Kleinere Palmen wickelt man von unten her mit Jute ein, sodass die Blätter leicht ans Herz der Pflanze gedrückt sind. Man sollte damit ein nicht zu dichtes, aber doch kompaktes Bündel schnüren, sodass sie innen möglichst nicht nass werden. Aber ein bisschen Luft brauchen sie trotzdem, damit sie nicht ersticken.

Auch Kübelpflanzen, die im Freien bleiben, werden sorgfältig eingepackt. Mit Stroh und Laub isolieren und ein Vlies drum, und dann mit einem bunten Jutetuch umwickeln. Wer will, bindet noch eine Schleife drum und hängt etwas Dekomaterial dran. Oder man gruppiert mehrere Töpfe dicht beieinander und wickelt sie alle zusammen ein. Trockenes Laub oder Stroh in die Lücken stopfen, das isoliert zusätzlich. Das Ganze kann dann mit einer grossen Bambusmatte zusammengehalten und abgedeckt werden. Wichtig ist es in jedem Fall, nicht nur die Pflanzen, sondern auch die Gefässe zu schützen. Wertvolle Töpfe wickelt man zusätzlich mit Noppenfolie ein. Gerade Terracottatöpfe sind oft noch fast empfindlicher als die Pflanzen selber. Vor allem, wenn sie sich mit Wasser voll gesaugt haben, springen sie dann bei Frost. Besonders gefährdet sind bauchige Gefässe, da sich das Substrat ja ausdehnt, wenn es gefroren ist. Aus überwinterungstechnischen Gründen habe ich die guten alten Eternitkästen inzwischen ganz gern bekommen. Sie sind vielleicht nicht der Höhepunkt der Originalität, aber man kann sie dafür draussen lassen. Dünnwandige Plastikkübel können bei starkem Frost hingegen auch kaputtgehen. Leider bewahrheitet sich hier wieder einmal die alte Weisheit, dass teurere Materialien meist mehr aushalten als allzu billige Gefässe.

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Für den November

  • In kalten Gegenden Rosen anhäufeln und mit Fichtenzweigen abdecken.
  • Winterschutz für empfindliche Stauden anbringen.
  • Laub aufsammeln, das geht mit dem Rasenmäher am besten. In Säcken kompostieren oder die Staudenbeete damit abdecken.
  • Wintersalate mit Folien oder Reisig abdecken.
  • Nicht frostfeste Töpfe ins Haus nehmen, trocken überwintern.
  • Töpfe, die draussen bleiben, gut einpacken.
  • Grössere Palmen und andere empfindliche Pflanzen einpacken.
  • Sommerhimbeeren schneiden, Kompost geben.
  • Beerenobst durch Steckhölzer vermehren.
  • Obstbäume pflanzen.
  • Die letzten Blumenzwiebeln pflanzen.
  • Insbesondere kleine Zwiebeln wie Krokusse und Muscari kann man gut erst im November verbuddeln.
  • Hyazinthen im Glas treiben für Weihnachten.

 

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Sabine Reber

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Foto:
Stöh Grünig
Veröffentlicht:
Montag 05.11.2012, 09:54 Uhr

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