Entspannt es, Zuschauer vergangener Sportveranstaltungen zu sein?

Sie:

Also, das ist ja wohl eine der seltsamsten Fragen, die man überhaupt stellen kann, nicht wahr? Und es kann nur eine Antwort geben: Nein. So weit ich Sport verstehe, geht es dabei doch vor allem um Spannung: Wer springt höher? Wer rennt schneller? Wer ringt den andern nieder? Und wenn es vorbei ist, ist es vorbei; wenn der Sieger feststeht, ist er auch Jahre danach immer noch der Sieger. Oder meint Schneider etwa, dass ein altes Autorennen auf einmal anders ausgehen könnte?

Er:

Ich mag Sport. Und ich mag den sportlichen Gedanken, dass es nämlich nicht immer nur um das eine geht: den Sieg. Ein Beispiel: Es ist sehr interessant zuzusehen, wie diverse Skifahrer die schwierige Abfahrtsstrecke in Kitzbühel meistern. Wenn es bei einer Live-Übertragung um Sieg oder Niederlage geht, achte ich nur auf die Zeit. Wenn das Rennen hingegen schon längst vorbei ist, der Sieger feststeht, kann ich mich auf die Technik und den Stil konzentrieren, weil mir die Schlusszeit ja völlig schnuppe ist. Ein wahrer Sportliebhaber schaut deshalb gerade dann genau hin, wenn der Wettkampf längst entschieden ist.

 

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Er:

Ich kann Schreibers Argumentation natürlich nicht folgen. Sie schaut sich die Serie «Türkisch für Anfänger» mehrmals an. Jedes Mal passiert genau dasselbe. Und sie weiss es. Aber trotzdem findet sie es in Ordnung, die DVD wieder und wieder abzuspielen. Es geht eben nicht darum, jedes Mal dem Ungewissen zuzusehen und abzuwarten, was passiert. Manchmal geht es viel mehr darum, die Gewissheit zu haben und zu wissen, was als nächstes passiert. Geschieht in unserem Leben ja nicht allzu oft. Umso schöner, wenn sich man ab und an in diese Lage versetzen kann. Denn das entspannt in der Tat. 

Sie:

Schneider behauptet, er würde bei einem uralten Autorennen auf die Technik und den Stil achten. Nein, ich glaube eher dies: Früher starrten die Männer ins Feuer und schwiegen. Das waren die Momente, in denen sie einfach sein konnten, was sie letztlich sind: Wesen, die nichts denken müssen. Heute brennen deutlich weniger Feuer, aber dafür es gibt Youtube. Das ist für Schneider vermutlich das gleiche: Er schaut ein altes Autorennen, was zu kompletter Leere in seinem Kopf führt und das ist für ihn ganz offensichtlich ein glücklicher Zustand. So gesehen finde ich es in Ordnung, wenn er das tut, während wir anderen schlafen. So bekomme ich nicht mit, dass er nichts von dem, was um ihn herum geschieht, mitbekommt. 

Wer konnte Sie überzeugen?

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