Santé! Zum Wohl! Prost! Viva! Cheers! Auf einen schönen Abend und ein gutes Essen.

Entspannter Anstossen

Bei der Planung eines festlichen Mahls wird der Wein oft etwas vernachlässigt. Ein paar Tipps für stressfreie Weihnachten.

Das Filet gart seit zwei Stunden bei niedriger Temperatur im Ofen, die hausgemachten Spätzli warten in der Warmhalteschublade auf ihren Einsatz und pünklich klingeln auch schon die Gäste an der Türe. Doch halt – was ist mit dem Wein? Eilig holen wir im Keller zwei Flaschen Roten, entkorken sie und stellen sie auf den Tisch.
Nur: Beim ersten Schluck wird offensichtlich, dass der Wein direkt aus dem winterlichen Keller eindeutig zu kalt ist. Und während wir nach dem ersten Bissen Rindsfilet einen zweiten Schluck nehmen, dämmert uns, dass der leichte Pinot Noir dem Rind nicht ganz das Wasser reichen kann.

Der passende Wein

Tapfer trösten wir uns damit, dass der Wein mit jeder Minute seiner optimalen Trinktemperatur näher kommt. Doch nächstes Jahr, das schwören wir uns innerlich, nächstes Jahr machen wir alles besser.
Zum Beispiel überlegen wir uns schon ein paar Tage zuvor, welche Tropfen zu den einzelnen Gängen passen. Finden sich im eigenen Keller schon Kandidaten, die nur auf den richtigen Moment für den grossen Auftritt warten?

Saubere Gläser

Auch den peinlichen Moment, wenn wir merken, dass der Geschirrspüler den Gläsern unschöne Wasserflecken beschert hat, möchten wir künftig vermeiden. Da hilft nur eins: Vor dem Tischdecken jedes Glas ins Licht halten und auf Kalkränder prüfen. Falls nötig, mit heissem Wasser reinigen und mit einem weichen Geschirrtuch nachpolieren.
Experten für Weinknigge haben noch viele weitere Tipps auf Lager. Etwa jenen, mit dem leichtesten Wein zu beginnen. Meist ergibt sich das von selbst, da oft am Anfang ein Schaumwein, dann ein Weisswein und zum Hauptgang ein Rotwein serviert wird. Generell gilt: leicht vor schwer und trocken vor süss.
Ein 20 Grad warmer Weisswein ist ebensowenig ein Genuss wie ein Rotwein aus dem Kühlschrank. Die ideale Temperatur für Schaum- und leichte Weissweine beträgt 8 bis 10 Grad. Schwerere, holzgereifte Weissweine serviert man bei 10 bis 12 Grad. Und Rotweine entfalten sich am besten bei 15 bis 18 Grad. Bei der Bestimmung der Temperatur hilft zum Beispiel ein Thermometerband, das direkt an der Flasche befestigt wird (in ausgewählten Coop-City-Warenhäusern).

Dekantieren und Karaffieren

Die meisten Weine profitieren vom Kontakt mit Luft. Daher gilt es, sie früh genug zu entkorken und die Flaschen offen stehen zu lassen. Vergessen Sie nicht, den Wein zu probieren, um Korkgeschmack oder andere Weinfehler auszuschliessen. Das Umgiessen in eine bauchige Karaffe («Karaffieren») lohnt sich bei jüngeren, sehr tanninhaltigen Weinen. Ihre Aromen entfalten sich besser, wenn sie mit Luft in Kontakt kommen. Alte, gereifte Weine könnten durch den Sauerstoff hingegen oxidieren und ungeniessbar werden. Wenn sie sehr viel Bodensatz haben, kann man sie aber vorsichtig dekantieren, also in eine schlanke, hohe Karaffe umgiessen.

Eingiessen

Die Gläser sollte man je zu etwa einem Drittel füllen. So kann der Gast das Glas gefahrlos halten – und der Wein kann atmen. Wenn die Flasche fast leer ist, darauf achten, dass am Schluss der Bodensatz nicht ins Glas gefüllt wird. Grundsätzlich liegt hier sowieso die wichtigste Aufgabe für alle Gastgeber: darauf zu achten, dass die Gäste nie auf dem Trockenen sitzen!

Zum Weinknigge von Mondovino

Wein «frappieren»: Der Tipp mit dem Eisbad 

Wenn spontan Gäste auf ein Glas Wein vorbeikommen, können Sie mit ein paar Tricks den Rebensaft auf die gewünschte Temperatur bringen. Ist zum Beispiel Weisswein zu warm, füllen Sie einen Kübel mit Eiswasser und stellen die Flasche kopfüber hinein. Zwischendurch kurz daran rütteln, damit sich die kühlen und weniger kühlen Schichten vermischen. Nach etwa 10 Minuten sollte der Wein etwa 10 bis 12 Grad warm sein. Fachleute nennen dies «frappieren». Um Rotwein zu kühlen, können Sie ihn kurz ins Gefrierfach legen oder ihm eine Kühlmanschette umlegen. Das Umgekehrte funktioniert ebenfalls und wird «chambrieren» genannt: Ist etwa ein Rotwein zu kühl, legen Sie ihn in ein 30 Grad warmes Wasserbad. Innert einer Viertelstunde steigt die Temperatur so von 14 auf 18 Grad.

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Nicole Hättenschwiler

Stv. Chefredaktorin

Foto:
Getty Images, zVg
Veröffentlicht:
Montag 21.12.2015, 15:59 Uhr

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