Vor allem edle Weine, die gut nachreifen, werden in Grossflaschen abgefüllt.

Es kommt doch auf die Grösse an

Dass wir Menschen uns von Grösse beeindrucken lassen, ist nicht zu bestreiten. Dies macht sich auch in der Weinwelt bemerkbar, in Form von mächtigen Weinflaschen. 

Die Übergrösse fängt bei den Weinflaschen bei der Grösse Magnum an. Sie hat ein Fassungsvermögen von 1,5 Litern, sprich doppelt so viel wie eine Standardflasche. Auf die Magnum folgt die Doppelmagnum, dann die Jéroboam, die Methusalem und noch grössere Flaschen (siehe Box). Namengebend für diese sind alttestamentarische Könige aus Assyrien, Israel und Babylon.  Aus welchem Grund, ist heute leider nicht mehr bekannt. Doch warum überhaupt solche Grössen? Zum Imponieren und Lagern natürlich.

Dekorieren und imponieren

Grossflaschen waren nicht nur Behälter, sondern auch Dekoration und Statussymbol. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden sie handgearbeitet und waren oftmals teurer als ihr Inhalt. Trotz des Preises und der Zerbrechlichkeit boten sich Glasflaschen an, da sie im Gegensatz zu den vorher gebräuchlichen Behältern wie etwa Schläuchen, Tonkrügen oder Fässern chemisch neutral sind und keine Auswirkung auf den Geschmack haben. Mit Korken verschlossen kann der Wein darin nachaltern, ohne zu verderben. Mit der Zeit bildeten sich eigene Formen für die verschiedenen weinerzeugenden Regionen heraus wie etwa Bordeaux-, Burgunder-, Champagner-, Schlegel- oder die Hochflasche. Der nächste Schritt in der Evolution der Weinflaschen war dann die Grösse. Die Magnumflasche ist ab circa Ende des 18. Jahrhunderts bekannt. 

Lagern und geniessen

Die Grösse hat nicht nur einen Einfluss auf die Wahrnehmung des Betrachters, sondern auch auf die Qualität des Weines, der sich darin befindet. In einer Grossflasche kann der Wein langsamer und schonender reifen, da das Verhältnis zwischen Weinvolumen und Sauerstoff vorteilhafter ist. Die Weine, die in Grossflaschen angeboten werden, sind denn auch mehrheitlich gut lagerbare und eher wertvolle – wie etwa Bordeaux oder Burgunder. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass eine Grossflasche für mehrere Personen reicht und so alle in den Genuss des gleichen Weines kommen. Gerade für Feiern wie Weihnachten oder Silvester eine optimale und eindrückliche Lösung. Aufgrund dieser Vorteile sind Grossflaschen oft teurer als das Vielfache ihres Inhaltes – sprich eine Magnum kostet mehr als das Doppelte der gleichen Standardflasche. Richtig teuer wird es aber erst ab der Grösse Jéroboam. Ab da werden die Flaschen nicht mehr industriell hergestellt.
Neben lagerfähigen Weinen wird gerade auch Schaumwein gerne in Grossflaschen verkauft. Guter Champagner kann wie andere sehr hochwertige Weine lange reifen und dabei neue Geschmacksnuancen entwickeln. Beim Champagner geht es, vielleicht mehr noch als beim Wein, auch um ein bisschen Show. So wurde etwa die Queen Mary 2, das grösste Passagierschiff aller Zeiten, mit einer Champagnerflasche der Grösse Jéroboam getauft. Diese Flaschengrösse kommt auch bei der Siegerehrung von Formel-1- Piloten zum Einsatz. Zur Lagerung eignet sich bei Champagner die Grösse Magnum am besten.

Grossflaschen: Bezeichnungen

Bei den Grossflaschen wird sprachlich zwischen Bordeaux, Burgund und Champagne unterschieden.

  • 1,5 l / 2 Fl.: Magnum, Magnum, Magnum 
  • 3 l / 4 Fl.: Doppelmagnum, Doppelmagnum, Jéroboam 
  • 4,5 l / 6 Fl.: Jéroboam, Rhéoboam, Rhéoboam
  • 6 l / 8 Fl.: Impériale, Methusalem, Methusalem 
  • 9 l / 16 Fl.: Salmanazar, Salmanazar, Salmanazar 
  • 12 l / 16 Fl.: Balthasar, Balthasar, Balthasar 
  • 15 l / 20 Fl.: Nebukadnezar, Nebukadnezar, Nebukadnezar 
  • 18 l / 24 Fl.: Melchior, Melchior, Goliath
  • 20 l / 28 Fl.: Salomon, Salomon, Salomon

Bei Coop sind über die Festtage besonders viele Weine in Grossflaschen erhältlich, die meisten davon als Magnum.

Tannin und die Reifung von Rotwein

Tannin hat seinen Ursprung in den Schalen, Stielen und Kernen der Trauben. Beim Trinken von Rotwein reagiert das Tannin mit dem Eiweiss des Speichels. Dabei verliert der Speichel seine Wirkung als Gleitmittel im Mund- und Rachenraum. So entsteht ein als pelzig, scheuernd, aufrauend und austrocknend beschriebenes Gefühl im Mund. Diese sogenannte Adstringenz ist eines der charakteristischen sensorischen Merkmale von Rotwein. Die Adstringenz verändert sich während des Ausbaus und der Lagerung von Rotwein, weil die Tannine sich mit der Zeit zu grösseren Molekülen zusammenschliessen. Die grösseren Tannin-Moleküle werden im Mund als weniger adstringierend empfunden. So  wird Rotwein also nach längerer Lagerung als weicher empfunden.

 

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Michaela Schlegel

Redaktorin

Foto:
Heiner H. Schmitt, zVg
Veröffentlicht:
Montag 15.12.2014, 15:53 Uhr

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