Balkonobst: Fruchtig süsse Zeit

Diesen Sommer wird es auf dem Balkon und im Gartenbeet nicht nur bunt, sondern auch schmackhaft zugehen. Der Trend der Saison sind dekorative Pflanzen, die sich von der Blüte bis zur Wurzel nutzen lassen.

Vom Beet direkt in die Pfanne und bloss nichts wegwerfen: Sabine Reber experimentiert von Stumpf über Stiel bis zu den Blüten mit allen möglichen essbaren Pflanzenteilen. Wer von der eierlegenden Wollmilchsau träumt, sollte sich bei den Pflanzen umschauen. Was in der Tierwelt unmöglich ist, gibt es im Reich der Botanik schon lange: Pflanzen, deren Bestandteile auf vielfältigste Weise verwendet werden können – von der Blüte über die Blätter bis zur Wurzel wird alles gegessen. Aber erst einmal geniessen wir die neuen Trendpflanzen als dekorative Hingucker auf dem Balkon oder im Garten. Die Pflanzen mit den vielen guten Eigenschaften sind nicht speziell heikel oder schwierig. Etliche sind total pflegeleicht und lassen sich sogar in Kübeln auf dem Balkon oder in einem städtischen Hinterhof ziehen.

Welche Pflanzen vertragen viel Sonne und Hitze besonders gut? Grundsätzlich müssen wir in einem heissen Sommer nach Süden schielen und mediterrane, subtropische und tropische Pflanzen wählen. Letzten Sommer experimentierte ich mit Taroknollen. Denen kann es fast nicht heiss genug werden. So sind mir die faustgrossen Knollen zu mannshohen Pflanzen herangewachsen. Im Herbst konnte ich kiloweise frische Knollen ernten. Ihr weisses, stärkehaltiges Fleisch schmeckt wunderbar. Auch Ingwer oder Yamswurzeln findet man im Gemüseregal. Süsskartoffeln bekommt man ebenfalls als Gemüse, aber auch als Zierpflanze im Gartencenter. Es lohnt sich auszuprobieren, was passiert, wenn man solche Gewächse aus anderen Weltgegenden in einen Kübel mit Erde steckt.

Sabine Reber mit frisch geernteten Dahlienknollen, die sie als Delikatesse schätzt.

Sabine Reber mit frisch geernteten Dahlienknollen, die sie als Delikatesse schätzt.
Sabine Reber mit frisch geernteten Dahlienknollen, die sie als Delikatesse schätzt.

Bunte Tomatenvielfalt

Selbstverständlich ziehe ich auf dem sonnigen Balkon immer auch Tomaten in Kübeln. Besonders dekorativ und praktisch ist eine Mischung aus roten, gelben und orangen Cherry-tomaten (siehe auch die Übersicht Seite 16). Tomaten können gut mit Sommerblumen sowie mit grünem und schwarzem Basilikum unterpflanzt werden. Für einen sonnigen Balkon eignen sich kleine Nelken, aber auch Duftpelargonien, deren Blüten und Blätter ich zum Würzen und Dekorieren verwende. Besonders gern ziehe ich in grösseren Kübeln auf dem Balkon Dahlien. Ihre spektakulären Blüten sind ebenfalls essbar. Besonders fein aber schmecken die Knollen, die im Herbst vor dem ersten Frost geerntet werden.

Und falls es viel regnet

Es kann natürlich sein, dass uns heuer ein nasskalter Sommer heimsucht. Jedenfalls pflanze ich auf meinem halbschattigen Balkon Blutampfer. Der mag es feucht. Er wächst an der Sonne auch, aber im Halbschatten werden die Blätter grösser und saftiger. Dasselbe gilt für Funkien. Und die sind in kulinarischer Hinsicht nicht zu unterschätzen. Mir schmecken ihre jungen Triebe fast besser als frische Spargeln. Man schneidet sie möglichst tief am Boden ab, blanchiert sie kurz und richtet sie mit Butter an, fertig. Später lässt sich immer mal wieder eine Handvoll Blätter ernten. Ich verwende sie wie Spinat. Und auch die wachsartigen pastellfarbenen oder weissen Blüten der Funkien sind essbar. Sie sehen schön aus, wenn man sie über den Salat streut. Man darf sie bloss nicht erhitzen, sonst werden sie braun.

Essbare Schattenschönheiten

Auch für halbschattige Balkone oder Gärten gibt es wunderschöne essbare Blumen. Die Fuchsien etwa vertragen zu viel Sonne und Hitze schlecht. Im Halbschatten hingegen entfalten sie die reinste Pracht und blühen über Monate. Ihre weissen, rosaroten, roten oder violetten Blüten schmecken leicht süsslich. Manche Sorten, etwa die Kleinblütige Fliederfuchsie, bilden auch essbare Beeren. Die schönste, leckerste und vitaminreichste Schattenbalkonpflanze ist aber die Begonie. Ihre Blätter und Blüten werden sowohl in Südamerika als auch in Asien als Gemüse gezogen. Je nach Sorte schmecken sie säuerlich erfrischend bis leicht pfeffrig. Manche Blüten schmecken süss-säuerlich und erfrischend wie Äpfel. Die werden gern als Snack gereicht. Ich verwende die Blätter der Begonien als Salatbeigabe.

Pflegeleichte Küchenpflanzen

Da wir noch nicht wissen, ob der Sommer heiss oder regnerisch wird, lohnt es sich, Pflanzen zu kultivieren, die an der Sonne oder im Halbschatten und bei jedem Wetter gut zurechtkommen. Zu diesen Nummer-sicher-Pflanzen gehören neben den Dahlien die Kapuzinerkresse und Ringelblumen. Bei den Kräutern gedeihen Petersilie, Schnittlauch, Minze, Melisse und Maggikraut am liebsten im Halbschatten, aber eigentlich in fast jeder Situation. An der vollen Sonne kommen die mediterranen Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Lavendel und Oregano gut. Es gibt auch Gemüse, die sehr einfach zu kultivieren sind und an fast jedem Standort ausser im tiefen Schatten gelingen. Das sind vor allem die Krautstiele, aber auch Kartoffeln, Kohlrabi und Erbsen. Zudem sind Küchenzwiebeln eine sichere Nummer. Einfach ein paar junge Saatzwiebeln in einen Balkontopf stecken und regelmässig Wasser geben.

Was ist essbar und was nicht?

Grundsätzlich werden für die Küche nur Pflanzen verwendet, die man kennt und von denen man sicher weiss, dass sie essbar sind. Im Zweifelsfall ist es gut, in der Fachliteratur nachzuschauen und jemanden zu fragen, der sich auskennt. Bei einigen Pflanzen sind nur gewisse Teile essbar. Insbesondere bei Kartoffeln und Tomaten sind Laub und Blüten giftig. Das muss man einfach wissen. Sie würden aber auch nicht schmecken. Praktisch alles, was giftig ist, schmeckt bitter oder sonst ungut, und man merkt das sofort, wenn man ganz wenig davon probiert.

Achtung: Nur Bio verwenden

Bei allen essbaren Pflanzen gilt: Damit Blüten, Blätter, Knollen oder Wurzeln  unbedenklich geniessbar sind, müssen die Pflanzen in Bio-Qualität kultiviert werden. Pflanzen, die nicht aus biologischem Anbau stammen, sollten einige Monate biologisch weiterkultiviert werden, dann bauen sich die Gifte mit der Zeit so weit ab, dass auch sie für die Küche verwendet werden können. Aber besser ist es allemal, gleich von Anfang an Bio zu kaufen.

Vom Beet in die KücheVerlosung von 10 signierten Büchern Wenn Sabine Reber hungrig ist, schaut sie nach, welche Pflanzen sie auf dem Balkon oder in ihren Gartenbeeten findet. Sie kombiniert Wurzeln mit Blüten und Blättern und kreiert neue Gerichte. Sie kocht, wie sie gärtnert, also nach Lust und Gefühl. Und diese Lust vermittelt ihr neues Buch auf höchst bekömmliche Art. Auch die Bilder des Fotografen Stöh Grünig tragen viel zum Genuss der Buchlektüre bei. «Vom Beet in die Küche» erscheint im AT Verlag und kostet Fr. 34.90.

 

Verlosung der Bücher

Zehn von Autorin und Fotograf signierte Bücher verlosen wir hier.

Viel Glück!

Teilnahmeschluss ist der  16. Mai  um 16.00 Uhr.

Anrede



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Sabine Reber

Bloggerin

Foto:
Alamy, zVg
Veröffentlicht:
Donnerstag 14.04.2016, 16:00 Uhr

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