Jürg Egli mit Schwester Romi auf dem Zinalgletscher (1976).

Ewig treu: Ein Mann, ein (W)ort

Seit 40 Jahren verbringt Jürg Egli (54) seine Ferien im Reka-Feriendorf Zinal VS. Früher mit seinen Eltern, heute mit der eigenen Familie – ein Ende ist nicht in Sicht.

33 Jahre später: Jürg Egli 2009 mit seinen Söhnen Andreas und Michael.

33 Jahre später: Jürg Egli 2009 mit seinen Söhnen Andreas und Michael.
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Einmal Zinal, immer Zinal», sagt Jürg Egli und gerät dabei ins Schwärmen. Die Landschaft sei es, die es ihm und seiner Familie angetan habe. Ganz hinten im Val d’Anniviers. Von den höchsten Bergen der Alpen umgeben – einem Eldorado für Freunde einer Natur in ihrer reinsten Form. Seit nunmehr 40 Jahren verbringt der 54-Jährige seine Ferien in der Gemeinde mit knapp 400 Einwohnern im französischsprachigen Teil des Wallis. Doch nicht nur dem Ort ist Jürg Egli seit der Teenagerzeit treu geblieben, auch die Unterkunft ist noch immer dieselbe – zumindest fast. Der Vater von drei Kindern zählt nach: «Ja, es sind wohl gegen die 60 Mal, dass ich bis heute meine Ferien im Reka-Dorf Zinal verbracht habe.» Früher mit seinen Eltern, danach mit der eigenen Familie. 1976 zum ersten Mal. «Da war Zinal noch nicht einmal ein richtiges Dorf», erinnert sich Egli. Ein Maiensäss sei es gewesen – «touristisch nicht erschlossen, ein weisser Fleck auf der Landkarte.»

Lohnausweis und Steuererklärung

Doch seine Eltern hätten die Not zur Tugend gemacht. «Wir hatten ja kein Geld», sagt Egli, der in «ganz, ganz bescheidenen Verhältnissen» aufgewachsen ist. Früher, ja früher sei das noch ganz anders gewesen. «Je ärmer man war, desto grösser war die Chance auf Ferien in einem Reka-Dorf.» Ein regelrechtes Bewerbungsverfahren sei es gewesen. «Mein Vater musste einen Einkommensnachweis einschicken, damit ersichtlich war, dass wir wirklich auf die Vergünstigung von Reka angewiesen waren.» Ein paar Jahrzehnte später ist das nicht mehr so. Heute stehen die Reka-Feriendörfer jedem offen – alle sind willkommen. Es ist aber nicht das Einzige, das sich in den letzten 40 Jahren verändert hat. Auch das einst so beschauliche Maiensäss Zinal hat sich entwickelt. «Vor allem in der Bauboom-Phase der 80er-Jahre», weiss Egli. «In dieser Zeit wurden pro Jahr zwischen 10 und 15 neue Chalets gebaut.» Von einem Massen-Tourismusort sei Zinal aber auch heute noch meilenweit entfernt.

Kein Ort für Partygänger

«Punkto Nachtleben herrscht da tote Hose», sagt Jürg Egli. Das sei aber auch gut so. «Zinal ist ein perfekter Ferienort für Menschen, die gerne wandern und sich in dieser Berglandschaft wohlfühlen», für Partygänger sei das nichts. Doch für Jürg Egli und seine Familie ist das auf 1670 Metern gelegene Walliserdorf eine zweite Heimat. Freundschaften sind entstanden, viele Geschichten in Erinnerung geblieben. «Einmal», erinnert sich Egli, «mussten mein Vater und ich eine ausgebüxte Kampfkuh wieder einfangen, weil sich sonst niemand traute und sein ‹Herrchen› gemütlich im Restaurant beim Nachtessen war.» Eine spezielle Beziehung haben die Eglis auch zum ehemaligen «Concierge» des Reka-Feriendorfes, «dieser war sogar bei unserer Hochzeit dabei.» Jürg Egli könnte noch stundenlang erzählen und wird auch in Zukunft noch viel zu erzählen haben. Denn die nächsten Ferien sind schon gebucht, im Reka-Feriendorf im malerischen Zinal.

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