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Fahrspass: Ein Kleiner mit viel Komfort

Ford hat den Fiesta aufgewertet. So richtig merkt man das erst, wenn man einsteigt.

Gefahren von Andreas Faust, Autojournalist

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Die anderen Ford-Modelle schauten plötzlich uralt aus, als 2008 der neue Fiesta präsentiert wurde: Keilform, dazu schmale Scheinwerfer und ein kurzes Heck. Der Frontgrill wirkte, als sei er von einem Aston Martin ausgeborgt worden. Wozu also etwas ändern, was noch immer proper ausschaut, mögen sich die Ford-Designer nun gedacht haben. Darum muss man beim komplett neu entwickelten Nachfolger ganz genau hinschauen, um die beiden Generationen voneinander zu unterscheiden. In der Heckansicht ist es einfacher, weil die bisher hochformatigen Rückleuchten nun quer montiert werden. Was das Auto gleich viel grösser wirken lässt.

Aufgeräumtes Cockpit

Beim Vorgänger war die Mittelkonsole noch geradezu übersät mit Tasten, angeordnet wie bei einem Nokia-Handy. Pech, dass kurz darauf das Smartphone seinen Siegeszug antrat und damit das Fiesta-Interieur zum Museumsstück wurde. Jetzt ist alles richtig aufgeräumt: klassische Regler für die Klimaanlage, den Rest bedient man via Touchscreen mit neuer Menüaufteilung – viel intuitiver, finde ich. Der Fahrspurassistent, der sanft gegenlenkt, wenn man Markierungslinien überfährt, ist serienmässig. Und dies ist nur eines der bis zu 15 Assistenzsysteme. Das passt zu Fords Ziel, den Fiesta höher zu positionieren.

Das Fahrwerk macht Freude

Das Platzangebot überzeugt auf vier Plätzen – der hintere Mittelsitz ist in Kleinwagen ja immer mühsam. Mir gefällt, dass das Ford-Dach nicht so flach ausläuft wie bei manchem Mitbewerber. Das schafft Kopfraum. Mit 303 bis 984 Litern Volumen liegt der Kofferraum des Fiesta aber nur im Mittelfeld.

Ganz im Gegensatz zum Fahrverhalten. Kurzer Radstand und schmales Entwicklungsbudget machen es schwer, einem Kleinwagen Komfort anzuerziehen. Beim Fiesta hat man es geschafft: Federn und Dämpfer arbeiten so geschmeidig wie sonst nur in teureren Modellen. Überhaupt ist das Fahrwerk – wie meist bei Ford – das Leckerli. So präzise fährt derzeit kein Auto dieser Kategorie.

Das Basismodell – ab 14 500 Franken – hat einen 1,1-Liter-Benziner mit 70 PS. Meine Wahl wäre aber der 1,0-Liter-Turbobenziner, den es mit 100, 125 oder 140 PS gibt. Schon die 100-PS-Version hat mich rundum überzeugt, weil sie 50 Prozent mehr Drehmoment liefert als der Basismotor – bei einem Deziliter weniger Verbrauch auf dem Papier. Der 85-PS-Turbodiesel kostet 16 800 Franken, die 120-PS-Version nochmals 2500 Franken mehr.

Die meisten Konkurrenzmodelle gibt es inzwischen nur als Fünftürer, Ford ist die Ausnahme. So kosten die hinteren Türen zwar 500 Franken Aufpreis, aber wer sie als Single eh nicht braucht, kann sie auch weglassen. Gut so.

Zusammenfassung

Platzangebot ★★
Komfort ★★★★
Kosten/Nutzen ★★

Motor und Antrieb

  • 3-Zylinder-Turbobenziner
  • 1,0 Liter, 74 kW/100 PS
  • manuelles Sechsganggetriebe, Frontantrieb

Verbrauch und CO2

  • 4,3 l/100 km, 97 g/km CO2

  • Euro 6, Energieetikette B

Preis

ab 16 500 Franken

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zVg
Veröffentlicht:
Montag 28.08.2017, 09:59 Uhr

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