Die Arbeit in der Bananen-Kooperative El Guabo in Ecuador ist hart. Fairtrade-Programme ermöglichen bessere Arbeits- und Lebensbedingungen.

Fairer Handel

Bis 2020 will Coop ihr Sortiment an Produkten aus fairem Handel weiter stark ausbauen. Eine Zwischenbilanz.  

Die Schweiz hat in vielen Dingen die Nase vorne. Etwa beim Konsum von Fairtrade-zertifizierten Produkten. Für 57 Franken pro Kopf haben die Schweizer 2014 Produkte aus fairem Handel gekauft. Die Engländer auf dem zweiten Platz geben dafür rund ein Drittel weniger aus. Grösste Anbieterin von Fairtrade-Produkten in der Schweiz ist Coop – über 50 Prozent des Umsatzes, der mit Fairtrade-Produkten in der Schweiz erzielt wird, stammt von Coop. Für Carine Boetsch, Fairtrade-Verantwortliche des Unternehmens, resultieren aus diesem Erfolg vor allem zwei Dinge: Freude, etwas für die Kleinbauern und Arbeiterinnen im Süden bewirken zu können – und ziemlich viel Arbeit. «Mit unserer Fair-trade-Vision 2020 haben wir das Ziel, dass bei unseren Eigenmarken alle Rohstoffe, die aus Entwicklungs- und Schwellenländern stammen, fair gehandelt werden. Das heisst auch, dass neue Produzenten gefunden, aufgebaut und Fairtrade-zertifiziert werden müssen», erklärt sie. 

Kaffee und Honig

Das gibt viel zu tun. Denn seit Coop 1992 mit einem Kaffee und einem Honig die ersten beiden Fairtrade-zertifizierten Produkte in ihr Sortiment aufgenommen hat, hat sich einiges getan. Das Sortiment wurde stetig ausgebaut und erreichte bis 2009 einen Umsatz von 133 Millionen Franken. «Das war gut, aber wir wollten mehr tun», sagt Carine Boetsch. «Denn Fairtrade ist auch eine Verantwortung. Deshalb haben wir 2009 unsere ‹Fairtrade-Vision 2020› entwickelt. Vorerst ohne Umsatzziel, später mit dem Ziel, den Umsatz auf 400 Millionen Franken zu steigern.» Und das mit gutem Grund: «Mit unserer Vision möchten wir den Kleinbauern und Arbeiterinnen nicht nur faire Arbeits- und Lebensbedingungen ermöglichen. Wir wollen auch ganz generell die Absatzchancen für Fairtrade-Produzenten in Afrika, Lateinamerika und Asien erhöhen.»

Erfolgreiche Halbzeit

Diesem Ziel ist Coop in den letzten fünf Jahren deutlich nähergekommen, so Boetsch: «Zur Halbzeit unserer Fairtrade-Vision haben wir den Umsatz von 133 auf 334 Millionen Franken mehr als verdoppelt.»
Damit zeichnet sich ab, dass Coop ihre Vision von 400 Millionen Franken Umsatz bis 2020 nicht nur erfüllen, sondern womöglich gar deutlich übertreffen wird. Verantwortlich dafür ist nicht zuletzt die Umstellung von beliebten Eigenmarken-Produktelinien auf Fairtrade, wie etwa asiatischem Reis im Jahr 2011, dem Kaffeesortiment ein Jahr später, gefolgt von exotischen Fruchtsäften und mittlerweile zwei Dritteln Eigenmarken-Schokolade-Produkten.

Und es geht weiter: Potenzial besteht bei Gebäck mit Schokolade, bei Gewürzen, Tee, exotischen Früchten und etlichen weiteren Produkten. Für Carine Boetsch steht in Zusammenarbeit mit dem Einkauf und Max Havelaar also noch viel Arbeit an, bis die Vision Realität wird. Aber der Anfang ist gemacht. Und das mehr als erfolgreich.

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Stefan Fehlmann

Redaktor

Foto:
Yannik Andrea, zVg
Veröffentlicht:
Donnerstag 14.04.2016, 16:00 Uhr

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