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Die schönste aller Weihnachtsblumen ist noch immer die Amaryllis, findet Sabine Reber.

Auch mit geschlossenen Blüten schön: die Amaryllis

Abgeschnittene Stängel wässern, dann in die Vase stellen.

Weihnachtsblumen: ein Feuerwerk an Farben.

Die Amaryllis-Zwiebel ist auch eine hübsche Dekoration.

Tolle Kombination: Tannenzapfen und Kugelglanz.

Natürlicher Schmuck der Natur.

Feierliche Posaunenblüten

Feierliche Posaunenblüten

Die schönste aller Weihnachtsblumen ist noch immer die Amaryllis, findet Sabine Reber, und verschenkt die grossen Zwiebeln an ihre Liebsten.

Jeden Winter trage ich ein kleines Kartonköfferchen mit einer noch schlafenden Hippeastrum-Zwiebel ins Altersheim, auch wenn sie sich nun nicht mehr erinnern kann, wer das Geschenk gebracht hat. Aber solange meine Grossmutter lebt, wird sie auf Weihnachten ihre rote Amaryllis kriegen, und irgend jemand wird der Pflanze zwischen meinen Besuchen bestimmt Wasser geben, denn viel brauchen die beliebten Zwiebelblumen weiss Gott nicht: ein helles, warmes Plätzchen und genug Wasser, das reicht schon. Und ein bisschen gut zureden schadet natürlich auch nicht. Ich bin zuversichtlich, dass mein inzwischen greises Grossmütterchen diesen Part noch selber übernehmen wird.

Mit Amaryllis kann man eigentlich gar nichts falsch machen, sie gedeihen immer, und sie blühen garantiert innert weniger Wochen. Ich staune selber jeden Winter von Neuem, wie rasch sich die zarte grüne Spitze des Triebes ans Licht schiebt, wie geschwind der Stängel wächst, wie die Knospe anschwillt und mit jedem Tag dicker wird, wie sich die noch geschlossenen Blütenblätter langsam rot färben. Und dann gehen sie auf, eigentlich immer rechtzeitig vor Weihnachten, eines Morgens sind sie da, die feurigen Blütentrompeten, stattlich und stolz und von bezaubernder Schönheit. Ein Wunder, das für mich mehr Weihnachten bedeutet als jeder Tannenbaum und jedes andere Geschenk.

Wer etwas Fantasie hat, muss die Amaryllis nicht im handelsüblichen Plastiktopf belassen. Sehr schön kommen sie in Terracottagefässen zur Geltung, und ich pflanze sie auch gern in etwas grössere Schalen und dekoriere sie mit Moos und Tannzapfen. Besonders festlich wirken Amaryllis in einer Gruppe mit grossen roten Kerzen und Weihnachtskugeln. Und natürlich lassen sie sich auch in schönen Gläsern ziehen.
Die grossen, lilienartigen Trompetenblüten gibt es in den passenden Weihnachtsfarben Rot und Weiss, aber auch Pink, Orange und Lachsfarbene, ja sogar zweifarbige Züchtungen sind erhältlich. Ein besonderer Favorit für die Weihnachtszeit ist die gestreifte «Peppermint Stick». Die heutigen Hybriden bringen immer mehr Blüten pro Stängel hervor und nicht mehr nur ein Paar wie früher. Je grösser die Zwiebeln sind, desto grösser werden im Prinzip auch die Blüten. Stattliche Zwiebeln erreichen den Umfang einer Grapefruit und sind für sich schon ein atemberaubender Anblick. Manche Floristen arrangieren die blossen Hippeastrum-Zwiebeln in Schalen mit Moos und Rinde, was ein nicht ganz billiger, dafür umso aussergewöhnlicherer  Hingucker ist. Ich habe sogar schon mit Goldspray verschönerte Hippeastrum-Zwiebeln gesehen, warum auch nicht?

Aber eigentlich sind sie dafür zu schade. Denn Hippeastrum gedeiht als Topfpflanze im Prinzip mehrjährig, wenn man sie richtig behandelt, und macht jede Weihnachten von Neuem Freude. Die Zwiebeln sollten nach dem Blühen an einen kühleren, aber keinesfalls frostigen Ort gebracht werden und fast austrocknen. Den Sommer über sollten sie ruhen und dann im Herbst erneut gewässert und gedüngt werden, sodass sie auf die Festtage hin erneut blühen. Tomatendünger ist übrigens sehr gut für Amaryllis, wie für Lilien und alle anderen Zwiebelblumen auch. Man kann die Amaryllis aber auch in Töpfen ziehen und im Sommer blühen lassen oder sie sogar im Sommer in den Garten pflanzen. Die berühmte englische Gärtnerin Vita Sackville-West zog ihre Hippeastrum in grossen Mengen am Fuss von warmen Mauern, wo sie im Sommer einen spektakulären Anblick boten. In grossen Mengen müssen sie auch gewachsen sein, als der deutsche Arzt Eduard Peopping sie auf einer Expedition in die Anden im Jahr 1828 entdeckte. Er soll vom Anblick der zahlreichen Trompetenblüten so überwältigt gewesen sein, dass er vor Freude aufheulte, ebenso wie Peoppings Hund, der zum Amusement des Biografen in das Freudengeheul mit eingestimmt habe.

PS: Die echte botanische Amaryllis belladonna ist übrigens nicht dieselbe Pflanze wie die im Volksmund als Amaryllis bezeichnete Hippeastrum. Die «echte» Amaryllis stammt aus der Kapregion Südafrikas, sie blüht bei uns im Herbst und trägt Dolden mit sechs oder mehr rosaroten, duftenden Blüten. Ihre riemenförmigen, sukkulenten Blätter erscheinen erst nach der Blüte. Die Zwiebeln sind nur bedingt frosthart und werden am besten in Terracottatöpfen gezogen und im Winter mit den Kübelpflanzen eingestellt. Auch die Amaryllis belladonna ist eine wunderschöne, ja atemberaubende Pflanze, für die sich wahre Pflanzenfans seit Langem begeistern.

Für den Dezember

  • Rosenkohl, Wirsing und schwarzen Palmkohl ernten;
  • Bei frisch gepflanzten Büschen und Bäumen kontrollieren, dass sich in der gefrorenen Erde keine Bodenrisse bilden. Nötigenfalls Kompost draufgeben, um die jungen Wurzeln zu schützen.
  • Durch den kahlen Garten spazieren und sich Rosen, Büsche und Bäume genau ansehen. Notizen machen, was wo zu schneiden oder zu verändern wäre im neuen Jahr.
  • Eine Stechpalme pflanzen, sofern man Platz hat. Die Sorte «Blue Angel» trägt schon als junger Baum schöne rote Beeren.
  • Am 4. Dezember Barbarazweige schneiden. Sie blühen dann zu Weihnachten.
  • Immergrüne Gehölze gelegentlich giessen, insbesondere Buchskugeln. Falls Schnee draufliegt, diesen mit einem Besen entfernen.
  • Kübelpflanzen im Winterquartier spärlich giessen, auf Schädlinge prüfen.
  • Gartenbücher lesen und vom Frühling träumen …

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Sabine Reber

Bloggerin

Foto:
Stöh Grünig
Veröffentlicht:
Dienstag 27.12.2011, 00:00 Uhr

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