Feierwasser: Wo die Ideen nur so Sprudeln

Wer glaubt, Rimuss sei bloss Traubensaft mit Kohlensäure, der irrt gewaltig. Hinter den alkoholfreien Kreationen steckt ein Team mit ganz viel Leidenschaft fürs Produkt.

Für neue Rimuss-Kreationen mischt Produktentwickler Rüdiger Steck die verschiedenen Traubensäfte zusammen, bis er mit dem Mischverhältnis zufrieden ist.

Für neue Rimuss-Kreationen mischt Produktentwickler Rüdiger Steck die verschiedenen Traubensäfte zusammen, bis er mit dem Mischverhältnis zufrieden ist.
http://www.coopzeitung.ch/Feierwasser_+Wo+die+Ideen+nur+so+Sprudeln Für neue Rimuss-Kreationen mischt Produktentwickler Rüdiger Steck die verschiedenen Traubensäfte zusammen, bis er mit dem Mischverhältnis zufrieden ist.

Rüdiger Steck (60) ist eine Erscheinung. Mit einem «Grüss euch» in wunderschönem bayerischen Akzent stellt sich der Mann vor, der für die Entwicklung der legendären Rimuss-Produkte verantwortlich ist. Legendär? Ja, durchaus. Denn während seiner 63-jährigen Geschichte wurde Rimuss landesweit zum Synonym für alkoholfreie Apérogetränke.

Ein Winzer ist er eigentlich, der Mann mit dem gepflegten Vollbart und dem Schalk in den Augen. «Mit 18 Jahren habe ich einen eigenen Weinberg in meiner Heimat Franken gekauft», erzählt Steck. Den bewirtschaftet er immer noch, macht sogar einen eigenen Taufwein für seine Enkelkinder.

Doch wie verschlägt es einen, dem mutmasslich Wein statt Blut in den Adern fliesst, zum schweizweit grössten Hersteller für moussierenden Traubensaft? «Wissen Sie, meine Leidenschaft gilt der Traube. Da spielt es keine Rolle, ob deren Saft noch einem Gärungsprozess unterzogen wird.»

«

Meine Leidenschaft gilt der Traube – egal, ob ihr Saft noch gegärt wird. »

Rüdiger Steck (60), Produktentwickler

Eine Frage der Mischung

Der 60-jährige Rüdiger Steck tüftelt seit elf Jahren für Rimuss an neuen Produkten.

Der 60-jährige Rüdiger Steck tüftelt seit elf Jahren für Rimuss an neuen Produkten.
http://www.coopzeitung.ch/Feierwasser_+Wo+die+Ideen+nur+so+Sprudeln Der 60-jährige Rüdiger Steck tüftelt seit elf Jahren für Rimuss an neuen Produkten.

Und so kreiert der Bayer seit elf Jahren  im schaffhausischen Hallau für Rimuss neue Produkte. Dafür holt er zuerst mal Traubensaft-Proben – meist aus Italien. In der Schweiz werden die Trauben zumeist direkt zu Wein verarbeitet. Für Traubensaft in grossen Mengen – wie ihn Rimuss benötigt – reicht es leider hierzulande nicht. Dann degustiert er, mischt, degustiert wieder. «Probieren Sie diesen Moscato-Saft. Eine wahnsinnig aromatische Traube. Aber sehr breit. Da kriegen Sie nur einige Schlucke runter. Die braucht definitiv mehr Säure!», sagt er und hält seine Nase erneut ins Glas.

Seine neuste Kreation ist der «Rimuss Bio» – ein Edeltraubensaft, der geschmacklich zwar nahe am Bestseller «Rimuss Party» bleiben sollte, aber aus Trauben aus biologischem Anbau. Ein Getränk also, mit dem «alle anstossen», wie es seit Jahren im Claim der Marke heisst. In Zukunft auch die Bio-Affinen. «Rimuss Bio ist auch für Erwachsene gedacht, die umweltbewusst sind und gleichzeitig dazu stehen, eine gewisse Süsse zu mögen», erklärt Marketingleiterin Bea Frei (41).

Neben Steck ist die Schaffhauserin eine wichtige Stütze in der Produktentwicklung. «Er kennt sich mit Trauben aus und ich mich mit dem Markt. Damit ein neues Produkt gut bei unseren Kunden ankommt, muss es uns beiden schmecken.» Und so treffen sich Steck und Frei im hauseigenen Labor, mischen und probieren so lange, bis sie das optimale Verhältnis gefunden haben. Normalerweise dauert der ganze Prozess – von der Idee bis hin zum verkaufsbereiten Produkt – zwei Jahre.

Alkoholfrei um jeden Preis

Die bekannten, grünen Flaschen werden in Hallau SH abgefüllt.

Die bekannten, grünen Flaschen werden in Hallau SH abgefüllt.
http://www.coopzeitung.ch/Feierwasser_+Wo+die+Ideen+nur+so+Sprudeln Die bekannten, grünen Flaschen werden in Hallau SH abgefüllt.

Die Herausforderung bei der Herstellung eines alkoholfreien Getränkes ist es, den Alkohol als Geschmacksträger zu ersetzen. Das funktioniert oft über die Kohlensäure oder die Süsse. «Respektive über die optimale Balance der unterschiedlichen Aromen, dazu gehört auch genügend Säure», erklärt Steck. Dafür arbeitet Rimuss mit den Säften unterschiedlicher Rebsorten und – für den Secco – auch mit entalkoholisiertem Wein.

Damit der Rimuss garantiert alkoholfrei bleibt, darf der Traubensaft nicht wärmer als drei Grad werden. Sonst könnte er anfangen zu gären. Das ist eine Herausforderung – etwa, wenn bei der Anlieferung im Lastwagen die Kühlung ausfällt. «Das geht natürlich nicht. Ich habe da keine Hemmungen, den Saft nach Italien zurückzuschicken», erklärt Steck und zeigt dabei seine ernste Seite. Der gelernte Kellermeister ist nämlich nicht nur für die Produktentwicklung, sondern auch für die Annahme der Rohstoffe verantwortlich.

Rimuss wäre nicht Rimuss, wenn sie nicht schon die nächsten alkoholfreien Projekte in der Pipeline hätten. «Wir tüfteln aktuell an einer Brut-Variante des Secco und an einem alkoholfreien Wein», verrät Marketingleiterin Bea Frei.

Rimuss erweitert nicht nur seine Produktpalette um ein Biogetränk. Die Flaschen des Schweizer Herstellers kommen auch bald in neuem Design daher. Frisch, leicht, fast ein wenig sommerlich und definitiv weniger festlich wirken die neuen Etiketten. Zudem sind sie mit Sprüchen wie «Prost-Santé-Cheers» oder «Gratulation» versehen. Die Flaschen im neuen Kleid werden ab November verkauft. «Damit wollen wir zeigen, dass es viel mehr Gelegenheiten gibt, Rimuss zu trinken, als bloss während der Festtage», erklärt Marketingleiterin Bea Frei.

Rimuss Bio, Fr. 7.50/75 cl, erhältlich in grossen Coop-Läden

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Deborah Lacourrège

Redaktorin

Foto:
Christoph Kaminski
Veröffentlicht:
Montag 09.10.2017, 10:00 Uhr

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