Hegt und pflegt seine Chartenais-Melonen mit Hingabe: Michel Lauzier.

Feldherr im Reich der Melonen

In Pernes-les-Fontaines unweit von Avignon reifen die Primagusto-Melonen unter der provenzalischen Sonne. Ein Besuch beim Melonenproduzenten Michel Lauzier.

Es gibt Regionen, in denen alles etwas farbiger, strahlender, lebensfroher, schmackhafter und charmanter wirkt. Die Provence ist eine davon: Zikaden zirpen, der Lavendel duftet, Kräuter, Trüffel und sonnengereifte Melonen locken ... Das sind die Botschafter dieser bezaubernden Region, die von Mutter Natur so reichlich beschenkt wurde. «Eigentlich ist es einfach das perfekte Terroir», erklärt der 56-jährige Michel Lauzier lachend, während er sorgfältig seine Melonenplantagen in den Gewächstunneln inspiziert. «Die Melonen fühlen sich hier extrem wohl», meint er mit seinem singenden Akzent.

«Von hervorragender Qualität»: Michel Lauzier über die Ernte 2014.

«Von hervorragender Qualität»: Michel Lauzier über die Ernte 2014.
«Von hervorragender Qualität»: Michel Lauzier über die Ernte 2014.

Ein paar Tage vor ihrer vollständigen Reifung beginnen die Melonen der Lauziers – die Familie widmet sich seit Generationen der Melonenproduktion in der Vaucluse – ihre ganze Pracht zu entfalten. «Wir befinden uns in einer sehr speziellen Region, die ideal ist für den Anbau dieser köstlichen Frucht: der Wind des Mont Ventoux, der sich mit demjenigen aus dem Rhonetal kreuzt, kalkhaltige Böden und optimale klimatische Bedingungen mit kalten Nächten und warmen Tagen. Nehmen Sie nun noch die aussergewöhnliche Sonneneinstrahlung dazu und Sie erhalten das aussergewöhnliche Terroir, von dem ich spreche.»

Im traditionellen Cavaillon-Gebiet produziert Michel Lauzier Charentais-Melonen. «Die Bezeichnung Cavaillon-Melone umfasst Sorten verschiedener Herkunft, darunter die Charentais. Der Grossteil unserer Produktion gelangt als Primagusto in den Handel. Und dank des wundervollen Frühlings werden die Melonen dieses Jahr von ganz besonderer Qualität sein.» Michel Lauzier muss es ja wissen, denn er hat ein Wissen, das zur Freude der Feinschmecker von Generation zu Generation weitergegeben wurde. «Wir liefern unsere Melonen an Ventoux Fruits, ein Unternehmen, dem dieses Terroir sehr am Herzen liegt und das deshalb unsere Produktion über Coop vertreibt.» Auf den zweieinhalb Hektar Land könne er zwar hochwertige Qualität produzieren, aber es brauche auch einen Abnehmer. «Davon hängt das Überleben von kleinen Betrieben wie dem unseren ab.»

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Wir müssen 80 Prozent der Früchte innert zwei Tagen ernten. Ein wahrer Hochleistungssport!»

Die Anfang März gepflanzten Primagusto-Charentais-Melonen werden in der Regel Anfang Juni geerntet. «Das Ganze geht sehr schnell. Die Pflanze lässt ihre Früchte sehr rasch reifen und es gilt, sofort zu handeln. Wir müssen 80 Prozent der Früchte innert zwei Tagen ernten. Ein wahrer Hochleistungssport!» Gewächstunnel, in denen die Hitze rasch einmal drückend wird, traditionelle Ernte von Hand am Boden, ein Wettlauf mit der Zeit, um die Melonen zum exakt richtigen Zeitpunkt zu ernten: Die Melone ist ein Produkt, das verdient werden will. Und wie viel gibt eine Pflanze her? «Wenn sie gut genährt ist, kann sie sieben bis acht Früchte tragen, zumal sie nicht viel Wasser benötigt. Zum Schutz vor Wind und Kälte werden die Melonen in Gewächstunneln angebaut, denn kalt und windig mögen sie es gar nicht.» Wenn es während zwei bis drei Tagen keine Sonne habe, stelle die Pflanze auf Stand-by-Modus. «Dann ernährt sie sich nicht mehr. Man darf nicht vergessen, dass die Melone aus Afrika stammt. Die Sonne ist ihr Antrieb – ohne Sonne keine Ernte. Spüren Sie es? Der Wind kommt auf. Kommen Sie, wir werden die Melone im Windschatten degustieren. Ich bin gespannt, wie Sie sie finden!»

Die Süsse machts aus

Primagusto-Melonen bestechen durch ihr intensives Aroma, das sie dank des milden Klimas, des speziellen Bodens und des Know-hows der Produzenten erhalten. Zur Bestimmung des Zuckergehalts werden nach der Ernte sowie bei der Ankunft in den Coop-Zentralen Proben genommen, denn der Zuckergehalt muss zwischen 14 und 18 ° Brix liegen. Die Brix-Skala wird verwendet, um die Dichte von Zuckerlösungen und somit auch den Zuckergehalt anzugeben. Liegt er darunter, wird die Charge zurückgewiesen. Die Primagusto-Melonen sind in der Hochsaison in allen Verkaufsstellen erhältlich. Die Verfügbarkeit hängt vom Wetter ab.

Erfrischende Sommerfrucht

Zum Aperitif auf der Terrasse, zum Frühstück im Müesli, als Sorbet zum Dessert oder zusammen mit Rohschinken oder grillierten Gambas als leichtes Znacht – Melonen lassen sich auf vielfältige Art und Weise geniessen. Dank ihres hohen Wassergehalts (ca. 90 Prozent) sind sie sehr kalorienarm, sie enthalten lediglich zwischen 35 und 40 kcal pro 100 g. Reife Melonen halten sich gut zwei bis drei Tage im Gemüsefach des Kühlschranks. Angeschnittene Melonen sollten mit einer Klarsichtfolie bedeckt werden, damit die anderen Lebensmittel den Geruch nicht annehmen.

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Text:
Sophie Dürrenmatt
Foto:
Darrin Vanselow
Veröffentlicht:
Montag 16.06.2014, 18:30 Uhr

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