Familie Oehen-Bopp mit Guillaume (33), Sibylle (32) und Töchterchen Valentine feiert das Weihnachtsfest an mehreren Orten.

Fest-Laune

In der Advents- und Weihnachtszeit häufen sich die Einladungen. Drei Familien in unterschiedlichen Lebenssituationen erzählen, wie sie sich über die Feiertage organisieren.

Wann wird in der Familie gefeiert? Kommen Grossmama und Grosspapa auch? Für manch eine Familie sind die Feiertage eine grosse planerische Herausforderung. Je mehr Familien und Einzelpersonen miteinbezogen werden müssen, desto schwieriger die Terminplanung. Von den 2,1 Millionen Schweizer Familienhaushalten sind 6 Prozent Patchworkfamilien und 15 Prozent Alleinerziehende, wie die Strukturerhebung 2010 des Bundesamtes für Statistik zeigt. Können oder wollen die Eltern nicht mehr zusammen feiern, gilt es zu entscheiden, wann die Kinder die Mutter, wann den Vater sehen.

Aber auch ohne Trennung: Alle Feiern unter einen Hut zu bringen, braucht Organisationsgeschick. «Um Terminkollisionen so weit wie möglich zu vermeiden, ist es sinnvoll, die Festtage langfristig zu planen», weiss Markus Döbeli, Kommunikationsberater in Zürich, der sich auch mit Organisation bestens auskennt. Wer richtig plant, erspart sich viel Stress: «Es hilft und entlastet, wenn Sie alle Aufgaben fürs Weihnachtsfest aufschreiben», rät Döbeli.

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Planen Sie in der Adventszeit bewusst Rückzugsmöglichkeiten ein und notieren Sie sich diese Termine als «besetzt» in der Familienagenda.»

Markus Döbeli

«Reservieren Sie in Ihrer Agenda bewusst Zeitfenster für die Weihnachtsvorbereitungen und erledigen Sie die wichtigen Aufgaben zuerst.» Vor lauter Planen und Vorbereiten darf man nicht vergessen, sich Zeit für sich und die Familie zu nehmen. Der Fachmann empfiehlt, in der Adventszeit bewusst Rückzugsmöglichkeiten einzuplanen. «Notieren Sie sich diese Termine als ‹besetzt› in der Familienagenda.» Eine Familie mit Kleinkind aus der Romandie, eine Patchworkfamilie aus dem Tessin und ein kinderloses Paar aus der Deutschschweiz erzählen, wie sie Weihnachten verbringen. Barbara Schnyder, Sozialarbeiterin FH beim Coop-Sozialdienst, kommentiert ihre Schilderungen.

Familie mit Kleinkind: Weniger ist mehr

«Eile mit Weile» ist ein Klassiker: ein Exemplar mit Pferdefiguren aus Frankreich von ca. 1940.

«Eile mit Weile» ist ein Klassiker: ein Exemplar mit Pferdefiguren aus Frankreich von ca. 1940.
http://www.coopzeitung.ch/Fest_Laune «Eile mit Weile» ist ein Klassiker: ein Exemplar mit Pferdefiguren aus Frankreich von ca. 1940.

«Wir sind schon voller Vorfreude auf Weihnachten», verrät Guillaume (33), der bald den Master in Geografie in der Tasche hat. «Ich freue mich vor allem auf die festliche Weihnachtsstimmung und die gemeinsamen Stunden mit der Familie», fügt seine Frau Sibylle (32) hinzu, die als Arztgehilfin in einer Kinderarztpraxis arbeitet. Damit erst gar kein Weihnachtsstress aufkommt, versucht Familie Oehen-Bopp alles möglichst weit im Voraus zu planen. «Die grösste Herausforderung ist immer, Daten zu finden, die allen passen», seufzt Guillaume. «Heiligabend sind wir meistens bei meinen Eltern in Lausanne», sagt Sibylle. «Als Ärzte haben meine Schwester und ihr Freund aber unregelmässige Arbeitszeiten. Deshalb richten wir uns nach ihnen.»

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Wir sind schon voller Vorfreude auf Weihnachten»

Guillaume Oehen-Bopp (33), Neyruz FR

Gemeinsame Zeit mit der Familie
Damit die kleine Valentine miterleben kann, wie die Kerzen am Christbaum angezündet und die Geschenke ausgepackt werden, wird das Festessen dieses Jahr etwas früher als sonst beginnen. Das Gute daran: Für den 25. sind sie so wieder frisch, denn dann geht es zu den Eltern von Guillaume, wo mit seinen beiden älteren Brüdern und deren Familien gefeiert wird: insgesamt vierzehn Personen. «Wenn es an Weihnachten nicht bei allen klappt, treffen wir uns einfach am 26. oder 27. Dezember», sagt Guillaume. «Und damit die Grossmütter nicht den ganzen Abend in der Küche stehen, packen wir alle mit an. Das Festessen soll zwar ein richtiger Gaumenschmaus werden, aber wir halten es lieber einfach», erklärt Sibylle. Auch bei den Geschenken gilt: Weniger ist mehr. «Dieses Jahr macht jeder Erwachsene nur einem anderen Erwachsenen ein Geschenk. Das Los bestimmt, wer wen beschenkt», erklärt Guillaume. «Das macht vieles leichter und so kann man dem Beschenkten eine schönere und persönlichere Überraschung machen.» Aber – und das ist Sibylle wichtig – an Weihnachten sollen vor allem die Tradition, die Friedenssymbolik und die gemeinsame Zeit mit der Familie im Vordergrund stehen.

Expertin Schnyder sagt: «Die Vorsätze, das Essen einfach zu halten und auch bei den Geschenken einfach zu bleiben, finde ich gut. Auch dass der Familie bewusst ist, dass es darum geht, ‹ein paar schöne Stunden miteinander zu verbringen› und nicht tagelang zusammenzusitzen. Sie scheinen sich auch wirklich darauf zu freuen. Doch auch bei ihnen ist es offenbar schwer, Daten zu finden. Im Grossen und Ganzen scheint es mir aber sehr entspannt.»

Patchworkfamilie: Es gibt immer viel zu überlegen

Mitte Dezember geht es bei Akira, Lia, Ingrid und Sumi (v. l. n. r.), die in der Nähe von Lugano leben, los mit den Weihnachtsritualen.

Mitte Dezember geht es bei Akira, Lia, Ingrid und Sumi (v. l. n. r.), die in der Nähe von Lugano leben, los mit den Weihnachtsritualen.
http://www.coopzeitung.ch/Fest_Laune Mitte Dezember geht es bei Akira, Lia, Ingrid und Sumi (v. l. n. r.), die in der Nähe von Lugano leben, los mit den Weihnachtsritualen.

«Sowohl Ingrid als auch ich haben Eltern, die Scheidungen überstanden haben und in Patchworkfamilien leben», beginnt Akira (35). «Unsere Situation ist für uns also ganz normal.» Es habe aber Zeit gebraucht, bis sich eine Harmonie zwischen seiner Familie und der von Lias Papa Giovanni einstellte. Ingrid (46) ergänzt: «Ich habe das Glück, dass mein Ex-Mann ein guter Mensch und Vater ist. Selbst bei Meinungsverschiedenheiten über Lia finden wir immer einen Konsens.» Die 15-jährige Lia sagt etwas provokativ: «Ich nenne Akira ‹den Ehemann meiner Mama›, aber lieb gemeint. Und mit Sumi (5) streite ich mich manchmal, weil sie einfach meine Sachen nimmt, ohne mich zu fragen. Das ärgert mich, aber ich habe sie lieb.»

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Wir wollen die Kinder nicht enttäuschen.»

Ingrid S. (46), Mutter von Lia (15) und Sumi (5)

Es gibt viele Geschenke: «Weihnachten hat für uns keine religiöse Bedeutung, mit Mitternachtsmesse und so», erzählt Ingrid. «Seit meiner Kindheit feiern wir Heiligabend bei meiner Mutter mit ihrem Partner und meiner Familie.» Lia verbringt den Nachmittag des 24. mit ihrem Vater Giovanni, seiner neuen Familie und den Grosseltern väterlicherseits. «Heiligabend hingegen bei meiner Grossmutter mütterlicherseits», sagt sie. Und Akira fügt hinzu: «Es gibt immer viel zu überlegen, denn es ist eine organisatorische He-rausforderung, alle Familienmitglieder für das Weihnachtsessen am 24. in unserem Haus zusammenzubringen.» Mitte Dezember beginnen die Weihnachtsrituale mit dem Schmücken des Baumes, dem Dekorieren des Hauses, mit Kerzen und Adventskalender. «Sumi hilft mir, Guetzli auszustechen, aber Lia interessiert das nicht mehr», so Ingrid. Ein heikles Thema sind die Geschenke. «Es stimmt, die Kinder bekommen zu viel, weil so viele Eltern im Spiel sind», gesteht Akira ein wenig besorgt und Ingrid sagt: «Wie alle versuchen wir, sie nicht zu enttäuschen.»

Expertin Schnyder sagt: «Diese Familie halst sich sehr viel auf. Ausserdem gibt es eine Menge Geschenke. Dass Kinder in Patchworkfamilien besonders viele Geschenke erhalten, kommt oft vor. Sie können Ausdruck des Bildes im Kopf sein, eine perfekte Familie sein zu wollen. Es braucht sie aber nicht, um eine ‹richtige› Familie zu sein. Normalität hinbekommen zu wollen, führt oft zu Stress. Dabei sind Patchworkfamilien keine Ausnahme mehr. Ich würde hier raten, zu reduzieren: Weniger ist mehr.»

Paar ohne Kinder: Weihnachten und Silvester in einem

http://www.coopzeitung.ch/Fest_Laune Fest-Laune

Sowohl Diana Siegwolfs (25) als auch Marco Schöpflins (31) Familie richten je zwei Weihnachtsfeiern aus, eine davon organisieren die beiden selber bei sich zu Hause in Allschwil BL. «Weil Marco im Schichtbetrieb arbeitet, ist es jedes Jahr schwierig, alle diese Termine unter einen Hut zu bringen», sagt Jus-Studentin Diana – Marco ergänzt: «Ich versuche zwar, an Weihnachten freizubekommen, das klappt aber nicht jedes Jahr.» Die beiden Feste von Dianas Familie finden am 24. und am 25. Dezember statt. «Dort geht es sehr traditionell und herzlich zu. Für mich ist das der Inbegriff von Weihnachten. Meine Schwester und ich fühlen uns wieder wie früher als Kinder.» Wenn es sein Schichtplan zulässt, kommt Marco mit zu diesen Feiern. «Wenn er nicht dabei sein kann, ist das schon sehr schade», findet Diana.

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Wir legen jeweils vorher ein Motto fest.»

Marco Schöpflin (31), Chemikant

Weihnachten im Hawaii-Look
Flexibler hinsichtlich der Feierdaten ist Marcos Familie: «Uns ist es egal, ob wir am 15. oder am 30. Dezember feiern. Wichtig ist, dass alle dabei sein können.» Neben dem Chemikanten haben zwei weitere der 12 eingeladenen Personen unregelmässige Arbeitszeiten. Das Fest der Familie Schöpflin ist nicht traditionell: Vorgängig setzen sie ein Motto fest. «Wir feierten bereits im Mexiko- oder Hawaii-Look», erinnert sich Marco. «Am Anfang war diese Art zu feiern gewöhnungsbedürftig», gesteht 
Diana. «Aber nun finde ich es toll. Vor allem, weil ich für so viele Leute kochen kann.» Doch: «Wenn dieses unser einziges Weihnachtsfest wäre, hätte ich Mühe.» Um 22 Uhr ist die Weihnachtsfeier zu Ende – das Fest jedoch noch lange nicht. «Da wir auch nie zusammen Silvester feiern können, kam die Idee auf, das jeweils am gleichen Abend wie Weihnachten zu feiern.» Ungeachtet des Datums gibt es das volle Programm: Tischbomben, «Dinner for One», Countdown und Anstossen. «Zum Schluss sind wir alle satt und zufrieden», so Marco.

Expertin Schnyder sagt: «Das Paar hat 4 Weihnachtsfeiern auf dem Programm. Gerade bei so vielen Terminen ist es bisweilen schwierig, keinen vor den Kopf zu stossen, falls man nicht überall teilnehmen kann oder will. Heiligabend traditionell zu feiern, kann entlastend sein, weil klar ist, was geschehen soll. Es kann die Sache aber auch kompliziert machen, wenn es unbedingt so sein muss. Daher finde ich es gut, dass sie eines der Feste nicht traditionell feiern, sondern Abwechslung reinbringen.»

Tipps für ein gelungenes Weihnachtsfest

Barbara Schnyder, Sozialarbeiterin FH

Barbara Schnyder, Sozialarbeiterin FH
http://www.coopzeitung.ch/Fest_Laune Barbara Schnyder, Sozialarbeiterin FH

Coopzeitung: Was kann man tun, wenn einem die ganzen Weihnachtsfeiern zu viel werden?
Barbara Schnyder: Oft ist es so, dass der Körper meldet, wenn ihm der Weihnachtsstress zu viel wird. Viele Leute werden einfach krank. Das ist eine gesellschaftlich akzeptierte Erklärung, um sich von einem Fest abzumelden. Eine gute Variante ist auch, sich andere mit ins Boot zu holen. Man kann im Sommer oder Herbst schon mal nachfragen: «Du sag mal, findest du auch, dass es an Weihnachten zu viele Termine sind?» Vielleicht geht es anderen auch so und sie sind froh, wenn man sich auf eine andere Form des Feierns zu einem anderen Zeitpunkt einigt. Das gilt auch für das Weihnachtstreffen einer Freizeitgruppe.

Wie kann man Streit an Weihnachten vermeiden? In Familien ist der Auslöser für Streitereien meist das nahe Zusammensein über die Festtage. Wenn verletzende Aussagen gemacht werden, vertieft man das Thema während der Feier lieber nicht, sondern kommt später nochmals darauf zurück. Das sollte man auch so deklarieren, so weiss der andere, dass er gehört wurde. Das ist ein fairer Deal für alle Beteiligten.

Haben Sie noch weitere Tipps?
Auf sich hören und ehrlich sein: Man sollte sagen, wenn es einem zu viel wird, am besten mit Ich-Botschaften wie «Ich bin müde». Mit den Kindern sollte man rausgehen, damit sie sich austoben können und Weihnachtsbesuche bei Freunden und Bekannten kurz halten. Es gilt: Weniger ist mehr – bei den Geschenken, beim Essen und bei den Terminen.

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Coopzeitung: Weihnachtszeit bedeutet für viele Menschen Stress. Warum?
Markus Döbeli: Wir alle haben idealisierte Bilder und Kindheitserinnerungen, wie Weihnachten sein sollte. Die Realität hat allerdings wenig mit diesen Idealen zu tun. Die Gefahr ist gross, dass wir versuchen, diese idealisierten Bilder mit einem enormen Kraftakt doch irgendwie in unsere weihnachtliche Stube zu bringen. Der grosse Spagat zwischen Idealen und Realität ist für unser Wohlbefinden nicht gerade förderlich.

Ein weiterer Faktor für Stress sind Einflüsse, die nichts mit Weihnachten zu tun haben. Längere Abende und das kalte Wetter führen dazu, dass man mehr Zeit zu Hause zusammen verbringt – und auch mehr Zeit zum Streiten hat. Viele Paare trennen sich im Dezember. Verstärkt wird dies durch den Stress im Beruf, der in der vorweihnachtlichen Zeit besonders gross ist. Den Frust am Arbeitsplatz können wir nicht ohne negative Folgen beim Chef abreagieren. So kann es leicht passieren, dass der Partner die Wut im Bauch nach Hause trägt und der Ehepartner oder die Kinder dann als Ventil den Kopf hinhalten müssen.

Früher konnte man beim Holzhacken «Dampf ablassen». Heute sind Bewegung und frische Luft ein gutes Mittel, um Druck abzubauen.

Wie kommt man am besten stressfrei durch die Weihnachtszeit?
Ob ich eine Situation als Stress wahrnehme oder nicht, ist subjektiv. Die entscheidende Frage ist: Traue ich mir auf Grund meines Know-hows und meiner persönlichen Ressourcen zu, die aktuelle Situation zu bewältigen. Es passiert immer wieder, dass einer der beiden Partner sich bei einer Herausforderung total gestresst fühlt, während der andere die Reaktion total übertrieben findet. Vielleicht müssen Sie auch mal akzeptieren, dass Ihr Partner momentan die Ressourcen nicht hat, um eine Familienfeier für die ganze Verwandtschaft zu organisieren.

Es sind immer Sie selbst und nicht andere, die die Termine in Ihre Agenda eintragen. Planen Sie in der Adventszeit bewusst Rückzugsmöglichkeiten ein und notieren Sie sich diese Termine als «besetzt» in der Familienagenda. In hektischen Situationen vergessen wir allzu leicht, dass das regelmässige Gespräch mit Partner und Kindern die wichtigsten Termine in unserer Agenda sind. Die Zeit, die wir uns für die Familie nehmen, ist die Zeit, die uns etwas gibt.

Um am Abend für kurze Zeit zur Ruhe zu kommen, eignet sich der Brauch mit dem Adventskranz sehr gut. Besonders Kinder lieben es, wenn Sie abends vor dem Zubettgehen eine Kerze anzünden und eine kurze Geschichte vorlesen, die auf Weihnachtenn einstimmt. Übrigens: Auch Singles oder Paare ohne Kinder können am Abend eine Kerze am Adventskranz anzünden und bei einer stimmungsvollen Geschichte zur Ruhe kommen.


Wie kann man organisatorischen Herausforderungen (Terminflut) am besten begegnen?
Nicht jede Advents- und Weihnachtsfeier ist Pflicht. Hinterfragen Sie auch mal kritisch, wo Sie wirklich dabei sein müssen beziehungsweise dabei sein wollen. Lernen Sie «Nein» zu sagen. Ein schlechtes Gewissen reicht als Grund nicht, um eine Feier zu besuchen. Planen Sie rechtzeitig die Weihnachtsfeier mit den Menschen, die Ihnen viel bedeuten.

Es hilft und entlastet zugleich, wenn Sie alle Aufgaben fürs Weihnachtsfest auf einem Blatt Papier oder in einer To-Do-Liste im Smartphone aufschreiben. Reservieren Sie in Ihrer Agenda bewusst Zeitfenster für die Weihnachtsvorbereitungen und erledigen Sie die wichtigen Aufgaben zuerst.


Was kann man machen bei Terminkollisionen?
Um Terminkollisionen soweit wie möglich zu vermeiden, ist es sinnvoll, die Festtage langfristig zu planen. Sprechen Sie Terminkollisionen sofort an. Vielleicht ist es möglich, mit einer der beteiligten Familien einen andern Termin zu finden. Vielleicht gibt es auch gute, nachvollziehbare Gründe, um abzusagen.


Was macht man, wenn nicht alle Beteiligten das Gleiche wollen?
Wichtig ist, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse auf eine gute Art angesprochen werden. Statt Vorwürfe zu machen, ist es eine gute Möglichkeit, die Familienangehörigen in den Lösungsprozess einzubeziehen – zum Beispiel: «Mir ist es ein grosses Bedürfnis, dass wir am 25. Dezember mit der ganzen Familie bei uns zu Hause Weihnachten feiern. Bei dir spüre ich jedoch, dass du dies nicht willst. Was wäre dein Vorschlag, wie wir eine für uns alle gute Lösung finden können?»


Wo muss man Kompromisse eingehen?
Nicht jeder Kompromiss ist ein fauler Kompromiss. Eine gute Beziehung lebt jedoch vom Geben und Nehmen. Wenn beim vorgeschlagenen Kompromiss starke negative Gefühle hochkommen, lohnt es sich, die Situation anzusprechen und eine andere tragfähige Lösung zu suchen.


Darf man ein Familienfest auch absagen, wenn es einem zu viel wird oder ist das ein Affront gegen die Verwandten?
Keine Lösung ist, nicht abzusagen und dann am Familienfest nicht zu erscheinen oder sogar unter einem fadenscheinigen Grund erst ein paar Stunden vorher abzusagen, weil der Leidensdruck inzwischen so gross ist. Planen Sie rechtzeitig, an welchen Feiern Sie teilnehmen und teilen Sie Ihr Nein sobald als möglich mit. Gestalten Sie Ihre negative Nachricht für die Betroffenen so, dass sie erträglich und nachvollziehbar ist. Sagen Sie Ihren Verwandten zum Beispiel, wenn Sie sich von einer Krankheit noch nicht erholt haben oder eine andere herausfordernde Situation Sie stark beansprucht.


Falls man sich für eine Absage entscheidet: Wie sollte man es den anderen am besten beibringen?
Um eine Absage erträglicher zu gestalten, ist eine Möglichkeit, eine Alternative vorzuschlagen: «Auch wir finden es schade, dass wir euch an Weihnachten nicht sehen. Mein Mann und ich würden euch gerne am 7. Februar zu uns nach Hause einladen. Bis dann sehen wir wieder über den Berg …»


Die Familie wird durch Kinder und Partner aller Familienmitglieder immer grösser. Damit wird der Platz zu Hause enger, das Kochen aufwendiger. Was kann man tun, um trotzdem gemeinsam einen schönen, entspannten Abend zu verbringen?
Falls die einzelnen Familien am gleichen Ort wohnen, kann man sich zum Essen auf die verschiedenen Wohnungen aufteilen und anschliessend in der grössten Wohnung zum Feiern zusammenkommen – mit Christbaum, Liedern, Weihnachtgeschichte, Geschenken oder all den andern Dingen, die einem für die Weihnachtsfeier wichtig sind. Denkbar ist auch, für die Feier auswärts einen Raum zu mieten und ein Catering zu organisieren.

Um den Aufwand fürs Kochen zu verkleinern ist eine gute Möglichkeit, wenn man sich vorher abspricht und jede Familie etwas zum Essen beiträgt.

Über Markus Döbeli

Markus Döbeli ist selbstständiger Coach und Kommunikationsberater in Zürich. Seine Frau Flavia arbeitet Teilzeit mit und betreut an 1 – 2 Tagen pro Woche die beiden Enkelkinder.

www.newnet.ch

Gemütlich: Feiertage ohne Stress

Gute Planung im Vorfeld, ein Menü, das allen schmeckt und kein stundenlanges Vorkochen bedeutet, und ein paar ruhige Minuten. So macht Weihnachten Freude.

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Klein und fein»

Das Pizza-Set (für sechs Pizzas gleichzeitig) ist eine gute und kindergerechte Alternative zum Fondue chinoise.

Erhältlich bei Fust » 

 

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Gute Übersicht»

Familien-Planer XL mit sechs Spalten für die Termine der ganzen Familie.

Erhältlich bei Coop City und in grösseren Supermärkten.

 

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Alles im Blick»

Mit dem Babyphone/-cam «Eye-on-Baby» von D-Link kann man die Kinder ruhig schlafen legen.

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Bis sie weiss ist»

Auf der Whiteboard-Tafel (60 × 45 cm, inklusive Zubehör) lässt sich das Erledigte einfach wegwischen.

Erhältlich bei Coop City »

 

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Wohlgeruch»

Duftkerzen «Caren» mit drei Dochten, Durchmesser 14 cm, Höhe 8 cm. Duftvarianten: Vanille, Orange, Zimt.

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Noëmi Kern

Redaktorin

Text:
Jean Pinesi, Rocco Notarangelo
Foto:
Bettina Matthiessen, Heiner H. Schmitt
Veröffentlicht:
Dienstag 02.12.2014, 20:59 Uhr

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