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Irving Rosenfeld ist nicht in bester körperlicher Verfassung. Dennoch kommt er bei den Frauen an ....

... Auch Sydney Prosser erliegt dem Charme des Kleinkriminellen. Vielleicht, weil sie das Potenzial von Irving erkennt, um ihr ein besseres Leben zu bieten. Als «Lady Edith» bildet sie zusammen mit Irving ein unschlagbares Paar. Die beiden kommen sich nicht nur «geschäftlich» näher.

Doch als der FBI-Mann Richie DiMasio (links) das Business der beiden aufliegen lässt, bietet er den beiden einen Deal an.

Das Gaunerpärchen soll korrupte Politiker und Geschäftsleute ans Messer des FBI liefern.

Das scheint auch zu funktionieren – wie beim Bürgermeister von Camden, der mit gewaschenen Geldern ein Casino bauen möchte.

Doch die Situation wird immer heikler. Denn nun ist auch die Mafia mit von der Partie.

Und Irvings Frau Rosalyn, die hinter die Affäre ihres Mannes gekommen ist, entpuppt sich plötzlich als unberechenbarer Faktor.

Ausserdem scheint sich Sydney von Irving immer mehr zu entfremden und beginnt, sich für Richie zu interessieren.

Als Rosalyn sich in einen Mann der Mafia verknallt und ihren Mund nicht halten kann, eskaliert die Situation.

Wird der ganz grosse Deal am Schluss doch noch funktionieren? Wird Richie DiMasio damit das ganz grosse Ding landen und beim FBI ganz gross herauskommen?

Filmkritik: «American Hustle»

Im New York der 70er-Jahre ziehen die Kleinkriminellen Irving und Sydney am laufenden Band Leute über den Tisch. Als ein FBI-Agent ihr Business aufdeckt und ihnen einen Deal anbietet, ändert sich ihr Leben schlagartig.

 

Die Story
«Hustle» – ein englischer Begriff, der viel bedeuten kann. Zum einen ist dies ein Gesellschaftstanz, der sich in den Discotheken der 70er-Jahre entwickelt hat («Do the Hustle!»), andererseits bedeutet es Hektik, Eile, Gedränge. Aber der Begriff wird im umgangssprachlichen Gebrauch in Amerika auch für Geldbeschaffer, kleine Trickbetrüger oder gar Stricher verwendet. Der Titel des Films «American Hustle» ist klug gewählt, denn er wiederspiegelt jeglichen sprachlichen, oben aufgeführten Aspekt.

New York tanzt am Ende der 70er Jahre gefährlich nah am Abgrund eines brodelnden Vulkans. Hemmungslose Lebensfreude, endloser Drogenkonsum, zügelloser Sex, undurchsichtige Geldschiebereien sind die Hauptinhalte vieler Menschen. Mitten drin: Irving Rosenfeld. Der Selfmade-Man besitzt einige Waschsalons in der Stadt, macht aber sein Geld als Kredithai und als Kunsthändler.

Dass er bei seiner letztgenannten Tätigkeit gefälschte Kunstwerke teuer als Originale verkauft, macht ihm kaum etwas aus – schliesslich verschafft er den Käufern ja eine tatsächliche Freude. Bei seinen kleinkriminellen Geschäften wird er von seiner Geliebten Sydney Prosser begleitet, die den Kunden aus dem Geld- und Gemäldemarkt eine englische Lady vorspielt – mit besten Beziehungen in die Sammlerszene und die britische Bankenwelt.

Die beiden sind in ihrem Metier sehr erfolgreich, weil sie sich in ihren Grenzen bewegen und nicht gierig nach grösseren Geschäften sind. Dies ändert sich, als ihr «Business» vom übereifrigen FBI-Agent Richie DiMasio aufgedeckt wird. Dieser schlägt ihnen einen Deal vor: Die beiden sollen als Lockvögel korrupte Politiker und kriminelle Wirtschaftsbosse in die Falle locken. DiMasio kann sie dann auf frischer Tat ertappen und verhaften. Als «Lohn» erhalten Sydney und Irving keine Strafen für ihre Taten.

Am Anfang klappt dies gut. Doch nach kurzem merken alle drei, dass sich das Karussell in immer gefährlicheren Höhen dreht. Als Irving Rosenfeld sich zurückziehen will, wittert DiMasio seine ganz grosse Karriere-Chance und drängt ihn. Jetzt ist die Mafia an Bord und die Sache läuft aus dem Ruder – vor allem auch, weil Rosalyn, die psychotische Frau von Irving, ihrem Mann, was die aussereheliche Affäre angeht, auf die Spur kommt, und mit ihren eifersüchtigen Störfeuern die gesamte Aktion in Gefahr zu bringen droht. 

Fazit
«American Hustle» ist ein unterhaltsamer Gangster-Film, der von seiner Konzeption etwas an Quentin Tarentinos Film «Jackie Brown» erinnert. Wie dort lautet die zentrale Frage des Films: Wer betrügt wen? Und wie dort verliert der Zuschauer in «American Hustle» wegen den ständigen Gaunereien zwar manchmal den Überblick, doch die liebevoll gestaltete Ausstattung und vor allem die Leistung der hervorragend besetzten Gaunerkomödie machen grossen Spass. Vor allem Amy Adams als Sydney überzeugt mit einer Mischung aus emotionaler Atemlosigkeit und wohldosiertem Kalkül. Und Jennifer Lawrence als durchgeknallte Ehefrau Rosalyn spielt «Hangover»-Schwarm Bradley Cooper und «Batman» Christian Bale förmlich an die Wand – ohne jedoch deren Leistungen schmälern zu wollen. Deswegen gibt es die Höchstwertung: fünf Popcornbecher.

Für unglaubliche 10 Oscars ist «American Hustle» nominiert (bester Film, bester Hauptdarsteller, beste Hauptdarstellerin, beste Nebendarstellerin, bester Nebendarsteller, beste Regie, bestes Originaldrehbuch, bestes Szenenbild, beste Kostüme, bester Schnitt) – am 2. März 2014 wird sich zeigen, mit wie vielen der begehrten Trophäe der Streifen dann tatsächlich ausgezeichnet wird.

Credits:
Filmstart: ab 13. Februar 2014 im Kino
Produktionsland: USA, 2013
Länge: 138 Minuten
Regie: David O. Russell
Drehbuch: Eric Warren Singer, David O. Russell

Die wichtigsten Darsteller:
Christian Bale als Irving Rosenfeld
Amy Adams als Sydney Prosser
Bradley Cooper als Richie DiMasio
Jennifer Lawrence als Rosalyn Rosenfeld

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Markus Kohler

Redaktor

Foto:
ZVG
Veröffentlicht:
Montag 10.02.2014, 15:55 Uhr

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