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Filmkritik: «Ilo Ilo»

Eine mehrfach ausgezeichnetes Sozialdrama aus Singapur. 

 

Die Story

Singapur im Jahre 1997 zur Zeit der Wirtschaftskrise. Jiale ist ein kleiner Querulant und viel zu oft müssen seine Eltern in der Schule vorstellig werden, um sich anzuhören, was ihr Sohn schon wieder angestellt hat.

Natürlich finden diese Treffen während der Arbeitszeit statt – dafür frei zu nehmen ist nicht nur lästig sondern auch ungünstig wegen der prekären Wirtschaftlichen Lage: täglich werden Leute in Singapur gefeuert. Jiales Eltern beschliessen deshalb ein Hausmädchen und Nanny anzustellen, das auf ihn aufpasst während sie arbeiten.

Die Wahl fällt auf die Philippinin Teresa. Jilale ist anfänglich überhaupt nicht glücklich über die neue Bewachung und schikaniert sie wo er nur kann. Langsam wachsen sich die zwei aber doch ans Herz – es scheint als habe Jiale einfach an Aufmerksamkeit gefehlt. Je besser die zwei sich verstehen, desto eifersüchtiger wird Jiales Mutter auf die Beziehung der beiden. Gleichzeitig ist Teresa fasziniert vom Leben von Jiales Mutter. Im Endeffekt quälen sie aber die gleichen Schuldgefühle und Probleme. 


Kritik

Ilo Ilo spricht verschiedene soziale Themen und Probleme an, die auch heute noch präsent sind und nicht nur auf die Gesellschaft von Singapur zutreffen:

  1. Die Vernachlässigung der Kinder durch die arbeitenden Eltern: Was bringt einem Kinde mehr, finanzielle Sicherheit oder Zeit mit den Eltern und deren Aufmerksamkeit?
  2. Wie können es Frauen schaffen, zwei Rollen unter einen Hut zu bringen – die der Mutter und die der Ernährerin?
  3. Wem überlassen wir die Erziehung unserer Kinder? (Jiales Mutter traut Teresa zum Beispiel nicht über den Weg und nimmt ihr sogar den Pass weg – trotzdem traut sie ihr ihr Kind an)
  4. Was macht eine Mutter zur Mutter?
  5. Wo findet man Hoffnung – und wer nutzt dies aus?
  6. Wie verhält sich eine Gesellschaft unter Wirtschaftlichem Druck und welchen Einfluss hat dies auf ein Paar?
  7. Wann verliert man in einer Gesellschaft sein Gesicht?
  8. Was macht eigentlich eine Familie aus?

Ein schöner, unaufgeregter Film der einen hinterfragen lässt, wo die eigenen Prioritäten liegen und was eigentlich wichtig ist. 

 

Credits:
Filmstart: 05. Juni in Zürich (Arthouse Movie), Bern (Movie), Basel(kultkino camera), 06. Juni 

in Baden (Orient), ab 8. Juni in Aarau (Freier Film), ab 12. Juni in Luzern (Stattkino) und danach an weiteren Orten.


Produktionsland: Singapur, 2013
Länge: 99 Minuten
Regie: Anthony Chen 


Die wichtigsten Darsteller:

Chen Tianwen as Teck: Jiales Vater

Yeo Yann Yann as Hwee Leng: Jiales Mutter

Koh Jia Ler: Jiale

Angeli Bayani: Teresa/ Terry

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Michaela Schlegel

Redaktorin

Foto:
trigon-film
Veröffentlicht:
Freitag 30.05.2014, 00:00 Uhr

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