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Wilf geniesst den Luxus im Seniorenheim, es gibt sogar Treppenlifte, die er eigentlich gar nicht nötig hat.

In der Gemeinschaft der rüstigen Musiker wird diskutiert und konzertiert.

Doch dann kündigt sich neuer Besuch an. Aber wer ist es ...?

Die gefeierte Opern-Diva Jean Horton ist angekommen.

Die Bewohner schauen sich den Neuankömmling skeptisch an ...

Cissy begrüsst Jean mit offenen Armen.

Der Applaus für die Sopranistin bei ihrer Ankunft ist gross, doch ist er auch ehrlich gemeint?

Denn so lammfromm wie sich Jean gibt, ist sie gar nicht.

Zwar lässt sich Jean von Cissy im Haus herumführen, doch sie lehnt alles kategorisch ab.

Da trifft sie Reggie wieder. Die beiden haben eine gemeinsame Vergangenheit ...

Wilf und Cissy versuchen Jean vergeblich, sie zum Rigoletto-Quartett zu bewegen. Erfolgslos.

Kann es Reggie?

Langsam taut Jean aber auf.

Im Haus wird beliebig musiziert. Nicht nur hohe Oper, auch Jazziges kommt zum Zug.

Wird Jean zum Finale auftreten ...?

... oder ist das nur der Traum von den anderen drei?

Filmkritik: Quartet – Auch eine Diva muss lernen, in Harmonie zu leben

Im Beecham House, dem Altersheim für Musiker, läuft alles seinen gewohnten Gang. Doch dann zieht die Opern-Diva Jean Horton ein und stellt alles auf den Kopf.

 

In Hollywood zählt die ewige Jugend: Die Schauspieler müssen gut aussehen, keine Falten dürfen ihre Gesichter kräuseln und die Körper müssen meist athletisch gestählt sein. Kaum gibt es Filme, die bewusst das Alter ins Zentrum stellen. «Am goldenen See», «Harry and Maude», «Something’s Gotta Give» und hier in der Schweiz natürlich «Die Herbstzeitlosen» kommen nach einigem Nachdenken in den Sinn – eine Handvoll unter zig Filmen, die ansonsten die Irrungen und Wirrungen der 15 bis 39-Jährigen zelebrieren.

Mit «Quartet» kommt nun ein neuer Streifen in die Kinos, der sich der Thematik der Alten annimmt. In einem edlen Seniorenheim für pensionierte Musiker verbringen zahllose Künstler ihren Lebensabend, die meisten vergnügen sich mit ihrer Musik – sei es beim aktiven Konzertieren und Musizieren, sei es beim Zuhören. Jeder hat seine Probleme: Cissy ist manchmal ein wenig verwirrt, Wilf flirtet mit allen Damen, die ihm begegnen, und Reggie schaut verbittert in seine Vergangenheit. Abgesehen von kleinen körperlichen Zipperlein und der einen oder anderen Intrige plätschert das Leben vor sich hin. Bis ein Neuankömmling das Haus und damit auch die Gemeinschaft durcheinanderwirbelt.

Die einst gefeierte und bis heute erfolgsverwöhnte Opern-Diva Jean Horton zieht in Beecham House ein. Sie hadert fürchterlich mit ihrem Schicksal, eigentlich will sie ja gar nicht hier ihr Gnadenbrot fristen, hat es doch gar nicht nötig. Das lässt sie die anderen Senioren auch mit ihrer abweisenden und kratzbürstigen Art merken – vor allem Cissy, Wilf und Reggie. Als diese ihr vorschlagen, zu viert bei einer Konzertgala zugunsten der Erhaltung des Hauses das berühmte Quartett aus Rigoletto zu singen, flippt sie aus und lehnt dies kategorisch ab.

Vermutlich ahnen Sie, wie der Film ausgeht, es wird trotzdem nicht verraten. Obwohl vorhersehbar ist der Film, für dessen Regie sich übrigens Dustin Hoffman verantwortlich zeichnet, empfehlenswert – zumal es in erster Linie ja nicht um die Geschichte geht, sondern darum, zu zeigen, dass das Leben jenseits der 70 nicht einfach aufhört, sondern dass es auch dann zwischenmenschliche Verwicklungen wie Intrigen, Feindschaften, Versöhnungen und Lieben gibt.

Einziger Wermutstropfen der sonst vergnüglichen Geschichte: So schick das Altersheim, das in einem distinguierten alten englischen Schloss untergebracht ist, auch ist, macht es dennoch den Eindruck eines (goldenen) Käfigs, in den die Alten weggesperrt werden, in dem sie ghettoisiert die letzten Jahre verbringen müssen. Dort, wo sie die jüngeren Menschen nicht stören. Nur einmal wird die Brücke zur Jugend geschlagen, als Reggie einige Teenies in Sachen Oper unterrichtet und er von ihnen über Rap und Hiphop aufgeklärt wird. Doch dieser Handlungsstrang verpufft und wird nicht weitergeführt. Schade.

Fazit: Sehenswerter und unterhaltsamer Film mit einer begnadeten Schauspielerriege. Leider werden viele Klischees allzu einfach bespielt, daher kommt «Quartet» manchmal recht «glattgebügelt» daher. Alle Opernfans können übrigens die gefeierte Sopranistin Gwyneth Jones im Film sehen und hören, die 1962 am Zürcher Opernhaus ihre sagenhafte Karriere begann.

In den Deutschschweizer Kinos ab
24.01.2013

Regie
Dustin Hoffman

Produzenten
Finola Dwyer, Stewart Mackinnion

Drehbuch
Ronald Harwood

Kamera
John de Borman

Darsteller
Maggie Smith als Jean Horton
Tom Courtenay als Reggie Paget
Billy Connolly als Wilf Bond
Pauline Collins als Cissy Robson
Michael Gambon als Cedric Livingston
Sheridan Smith als Lucy Cogan
Andrew Sachs als Bobby Swanson
Gwyneth Jones als Anne Langley
u.v.m.

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Markus Kohler

Redaktor

Foto:
ZVG
Veröffentlicht:
Montag 21.01.2013, 00:00 Uhr

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