1 von 4


Nikki (rechts) ist glücklich. Nach dem Tod ihres geliebten Mannes hat sie Tom, einen Zeichen- und Mallehrer kennen gelernt, fast ein Ebenbild ihres verstorbenen Gatten.

Dass dies eine seltsame und skurrile Situation ist, will Nikki nicht wahrhaben. Sie geniesst die Zeit mit Tom in vollen Zügen.

Ihr Nachbar Roger, mit dem sie seit dem Tod ihres Mannes ein rein freundschaftliches, aber enges Verhältnis pflegt, ist enttäuscht, da sich Nikki komplett von ihm zurückzieht. Er bekommt den neuen Freund von ihr auch nie zu Gesicht. Roger wundert sich, warum.

Dass Tom quasi ein Doppelgänger von Nikkis erstem Mann ist, soll – wenn es nach Nikki geht – niemand wissen. Daher versteckt sie Tom solange es geht.

Filmkritik: «The Face of Love»

Wegen seiner konstruierten und kaum realistischen Handlung ist dieser Film nicht unbedingt zu empfehlen. Warum es sich dennoch lohnt, ihn sich anzuschauen ...

 

Die Story:
Nachdem ihr innig geliebter Ehemann Garrett gestorben ist, verbringt Nikki ihr Leben in einem schicken Haus in Los Angeles. Die Wittwe trauert ihrem Gefährten noch immer nach und vermisst ihn auch nach Jahren nach wie vor. Plötzlich trifft sie in einem Museum einen Mann namens Tom, der ihrem verstorbenen Gatten sehr ähnelt. Sie verliebt sich also erneut. Und zwar in den vermeintlich gleichen Mann. Diesem verheimlicht sie aber den wahren Grund ihrer Liebe. Erst als Nikkis Tochter unverhofft zu Besuch auftaucht, fliegt die Sache auf. Tom ist enttäuscht und sie trennen sich. Aber nach einem weiteren Jahr kommt es zu einem Wiedersehen.

Die Kritik:
Genauso konstruiert wie es sich anhört, ist diese Geschichte auch. Machen wir uns nichts vor: Einen tupfengleichen Doppelgänger gibt es nicht. Und wenn, dann ist es unwahrscheinlich, dass sich beide, Original wie Double, in die gleiche Frau verlieben.

Ausserdem wirkt es auch unglaubhaft, dass Nikki es schafft, den neuen Mann an ihrer Seite so lange ihrem Umfeld vorzuenthalten. Den Schock, den Tochter Summer erlebt, weil ihre Mutter einen Doppelgänger ihres Vaters an ihrer Seite hat, hätte nicht an den Schluss des Filmes gehört, sondern in die Mitte.

Trotz deutlicher Längen macht der Film all denen Freude, die auf der grossen Leinwand hohe Schauspielkunst erleben möchten. Die mehrfach Oscar-nominierte, aber immer übergangene Annette Bening als Nikki reisst den Film aus seiner Beliebigkeit, da sie mit kleinen, unauffälligen Gesten der Figur der Wittwe einen Hauch Obsession verleiht und in die Abgründe ihrer einsamen Seele blicken lässt.

Auch Ed Harris als Tom ist Meister seines Faches, er hat aber auf Grund des Drehbuchs zu wenig Gelegenheit, sein Können gebührend zu entfalten, dennoch blitzt dieses immer wieder deutlich auf. In einer klitzekleinen Nebenrolle ist Robin Williams zu sehen, der als Hausfreund eigentlich gerne den Platz von Tom eingenommen hätte. Aber dessen interessante Perspektive wird nicht entwickelt und verblasst somit.

Fazit:
Ein netter, wenig ereignisreicher Film, den man am TV wegzappen würde, der aber im Kino durchaus sehenswert ist – allerdings nur wegen der Leistung von Hauptdarstellerin Annette Bening.


Besetzung/Produktionsdetails:
Annette Bening als Nikki
Ed Harris als Tom/Garrett
Robin Williams als Roger
Jess Weixler als Tochter Summer
Amy Brenneman als Ann, die erste Frau von Tom

Regisseur und Drehbuch: Arie Posin
Co-Drehbuchautor: Matthew McDuffie
Produzenten: Bonnie Curties, Julie Lynn
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2013
Filmlänge: 92 Minuten
In den Deutschweizer Kinos ab 19.06.2014 

Kommentare (0)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Markus Kohler

Redaktor

Foto:
ZVG
Veröffentlicht:
Montag 30.06.2014, 14:05 Uhr

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:




Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?