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Filmkritik: «Wolverine»

Wolverine: Weg des Kriegers, ist die neuste Verfilmung der X-Men Reihe und dreht sich um den Mutanten Wolverine, der sich zwischen seinen Superkräften und einem normalen Leben entscheiden muss. 

Coopération. Was halten Ihre Kinder von Ihrem Super-Held-Vater? 
Hugh Jackman. Mein Sohn ist gerade dreizehn und gibt sich sehr cool mit mir. Ich hab mal ein Gespräch zwischen ihm und einem Freund von ihm mitbekommen, der ziemlich beeindruckt schien, das ich Wolverine spiele. Mein Sohn hat ihm dann erklärt, dass ich in der Realität überhaupt nicht wie Wolverine sei, nicht annähernd so cool oder hart. Trotzdem ist er erst kürzlich freiwillig während seiner Schulferien um sechs Uhr morgens aufgestanden, um mich zu einer privaten Vorführung des Films zu begleiten. Ich hab nichts gesagt, aber ich war insgeheim im Himmel. 


Sie können alles: tanzen, singen und den Harten geben? Wo liegen Ihre Schwächen? 
Wenn Sie es wirklich wissen wollen, ich bin überhaupt kein Heimwerker. Meine Frau sagt immer, dass ich nicht mal einen Nagel in die Wand hämmern kann. 


Laut dem «Forbes»-Magazin sind Sie der einflussreichste Schauspieler von Hollywood… 
Ich war ehrlich gesagt selbst überrascht, dass ich diese Liste anführe. Für mich bedeutet das, dass ich die Möglichkeit habe, mit guten Regisseuren zusammen zu arbeiten und die Finanzierung eines Films vereinfachen kann. Ich habe zudem eine grössere Auswahl an Rollen die man mir anbietet. Aber ich bin mir bewusst, dass wohl die meisten Leute mich mit der Rolle des Wolverine in Zusammenhang bringen.  


Wird es mit der Zeit schwieriger den physisch sehr fitten Wolverine zu verkörpern?
Ja, nicht nur weil ich älter werde, sondern auch immer wieder über meine Grenzen hinausgehen will um in noch besserer in Form zu sein und der Rolle gerecht zu werden. Dafür habe ich für diesen Film achtzehn Monate lang trainiert, wozu ich vorher noch nie die Zeit hatte. Das heisst jeden Tag drei Stunden Muskelaufbau und ein bis zwei Stunden Martial-Arts. Dazu habe ich tonnenweise Fleisch gegessen.  

Sie haben teilweise auch kein Wasser mehr getrunken, ist das richtig?
Das ist so ein Bodybuilder Ding um Fett zu eliminieren. Während sechs Tagen steigert man seinen Wasserkonsum bis man auf achtzehn Liter pro Tag kommt. Danach trinkt man während 24 Stunden gar kein Wasser mehr, der Körper dehydriert sehr schnell und man verliert dann drei bis vier Kilo. Aber ich empfehle das niemandem, da es sehr schlecht für die Gesundheit ist. 

Ist die Rolle das wert? Sie gehen ja ganz schön weit dafür … 
Es ist extrem, das gebe ich zu. Aber ich wollte dass man meine Venen sieht um meinem Körper etwas animalisches, wildes zu verleihen. Ich fand das essentiell für die Rolle.

(Quelle: Miguel Cid, Coopération Nr. 30, 2013)

   

 

 

Die Story

Nach dem Tod seiner geliebten Jean in «X-Men: Der letzte Widerstand» plagt Wolverine das schlechte Gewissen. Um niemand anderen mehr zu verletzen verlässt er die X-Men-Gruppe und schottet sich in den amerikanischen Wäldern ab – aus dem Rudelwolf wird ein einsamer Bär. Bis ihn die kleine rothaarige Japanerin Yukio aus seinem Winterschlaf reisst. Sie überbringt ihm die Nachricht von ihrem Meister, dem Unternehmer Yashida, dem Wolverin vor vielen Jahren das Leben gerettet hat. Nun liegt Yashida im Sterben und will Wolverine nochmals persönlich sehen um sich zu verabschieden.

Dieser entscheidet sich dafür einen Tag aus seinem Asyl nach Tokio zu entfliehen und dem Meister die Eher zu erweisen. Im stylischen Tokio wird der verwilderte Logan zuerst einmal geputzt – oder wie die Yukio meint: desinfiziert. Sauber und zivilisiert trifft er seinen alten Freund. Doch statt Abschied zu nehmen, will dieser Wolverine ein Geschenk machen, wie er es selbst ausdrückt. Und zwar will er Wolverine seine Unsterblichkeit abnehmen, da Wolverine keinen Sinn mehr in seinem Leben sehe und umher strauchle wie ein Samurai ohne Meister sei er mit Sterblichkeit besser bedient. Ganz im Gegensatz zu ihm, der zwar im Sterben liege aber ein Unternehmen und eine Enkelin zu beschützen habe. Bei Nachforschungen habe er einen Weg gefunden, Wolverine’s Mutation der Selbstheilung und Unsterblichkeit auf ihn zu übertragen. Fassungslose lehnt Wolverine das Angebot ab, nicht da er ewig leben will, sondern weil er dieses Schicksal niemand anderem aufbürden will. Noch am gleichen Abend stirbt Yashida. Bei der Beerdigung tritt dann auch das ein, was der Alte befürchtet hat: Mitglieder der japanischen Mafia Yakuza wollen seine Enkelin und Erbin Mariko entführen. Natürlich kann Wolverine dies nicht zulassen und rettet sie im letzten Moment vor den Entführern. Die beiden verstecken sich gemeinsam in einem Landhaus im Süden Japans. Doch etwas stimmt nicht mit Wolverine, seit ihn die blonde Ärztin des Meisters geküsst hat, funktionieren seine Selbstheilungskräfte nicht mehr. Er ist schwach – zum Glück ist Mariko eine starke Frau und kümmert sich um den verwundeten Helden. Und Wolverine merkt, dass er auch für andere Frauen als Jean Gefühle entwickeln kann. Nachdem Mariko ein weiteres Mal entführt wird, wird schnell klar, dass der wahre Feind in den eigenen Reihen zu suchen ist. Der angeschlagene Wolverine muss sich nun gegen feindliche Familien-Mitglieder, wendige Samurais, seinen alten Widersacher den Silver Samurai und eine giftige Viper-Mutantin durchsetzten um seine Geliebte zu retten und als wär das nicht genug, will ihm auch noch ein riesen Roboter an seine Klauen. Zum Glück hat er in der rothaarigen Japanerin Yukio einen flinken und mutigen Bodyguard gefunden, der ihn dabei unterstützt.

Das Fazit

Der Film trieft nur so vor «da goht doch in echt gär nöd»-Szenen, pseudotiefgründigen Lebensweisheiten und allzu offensichtlicher Symbolik, angefangen vom einsamen Grizzly Bär bis hin zum Bild des Soldaten, der sich seiner Bestimmung nicht entziehen kann und schon gar nicht davor verstecken. Aber hey, wen kümmerts? Der Film dreht sich um Wolverine, und der ist nun mal kein sensibler Poet und Denker in unserer Real-Welt sondern ein unsterblicher Mutant und Kämpfer aus der Welt der Marvel-Comics – darum, Gehirn runterfahren und die schnell und vielfältig choreografierten Kampfszenen geniessen, in denen Wolverine’s brachiale Muskelkraft auf elegante Ninja-Kampfkunst trifft. In diesem Sinne, ein Augenschmaus in 3D.  

 

Der Tipp

Bleiben Sie während des Abspanns noch sitzen. Nach den ersten Abspann-Namen gibt es noch eine interessante Vorschau auf den nächsten X-Men Film. 

Cast:

  • Hugh Jackman: Logan / Wolverine
  • Famke Janssen: Jean Grey
  • Brian Tee: Noburo Mori
  • Will Yun Lee: Kenuichio Harada / Silver Samurai
  • Svetlana Khodchenkova: Viper
  • Hiroyuki Sanada: Shingen Yashida
  • Rila Fukushima: Yukio
  • Tao Okamoto: Mariko Yashida
  • Hal Yamanouchi: Yashida



Regie:
James Mangold

Filmfacts:

Rekord: Seit seinem ersten Auftritt als Wolverine in «X-Men» (2000), fährt Hugh Jackmann (44) nun schon zum sechsten Mal für die Kinoleinwand die Krallen aus. Kein anderer Super-Held hat es so oft mit dem gleichen Darsteller ins Kino geschafft. Zum Vergleich: Robert Downey jr. für fünf Kinofilme in die Rüstung des «Iron Man» geschlüpft und Christopher Reeve hat sich vier Mal das Cape des «Superman» umgebunden.

Budget: Etwa 100 Millionen Dollar. Die Hälfte von «Man of Steel» et «Iron Man 3».

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Michaela Schlegel

Redaktorin

Interview: Pressekonferenz, London 2013, gesammelt von Miguel Cid.

Foto:
ZVG
Veröffentlicht:
Montag 15.07.2013, 00:00 Uhr

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