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Düftelt Irivn D. Yalom bereits an einem neuen Bestseller rum?

Die Jacuzzi-Szene ist mit einem gewissen Schmunzeln zu betrachten.

Szenen wie das gemeinsame Kochen zeigen deutlich, dass eine tiefe und echte Liebe zwischen den Eheleuten über all die Jahre wuchs.

Nachdenklich, ehrlich und immer mit einer gewissen Selbstkritik: Irvin D. Yalom.

Stille Betrachter durch den Einwegspiegel. Dies ist eine sehr emotionale Szene im Film, da hier eine Gruppentherapie mit an Krebs erkrankten Personen abgehalten wird.

Irvin D. Yalom und seine Frau Marilyn geniessen die Momente mit der Familie. Wie bei allen Situationen stellen sie sich jedoch auch hier grundlegende Fragen.

Eine nachgespielte Szene einer von Irvin D. Yalom geleiteten Gruppentherapie.

Irvin D. Yalom (links) und seine Mutter (rechts), zu welcher er eine spezielle Beziehung hatte. Über diese Beziehung spricht er im Film sehr offen und ehrlich.

Irvin D. Yalom im Urlaub. Diesen nutze dieser nicht nur zur Entspannung, sondern auch als Rückzugsort zum Schreiben.

Irvin D. Yalom und seine Frau Marilyn, als sie sich kennen lernten.

Filmkritik: «Yalom's Cure»

 

Die Story

Der in den USA einflussreiche Psychiater und Bestseller-Autor Irvin D. Yalom wird in diesem biografischen Werk persönlich dargestellt. Der Film entspricht jedoch nicht dem klassischen Biografie-Muster, sondern nimmt den Zuschauer auf eine Reise durch die vielen Schichten der menschlichen Psyche mit. Irvin D. Yalom gewährt dabei sehr tiefe Einblicke in sein eigenes Seelenleben. Neben Yalom selbst kommen auch seine Frau und seine Kinder persönlich zu Wort.

Da es eine Biografie ist,  sieht man Irvin D. Yalom oft einfach sitzend in seinem Sitzungszimmer, velofahrend im Urlaub oder einfach in seinem persönlichen Umfeld im Garten, zusammen mit seiner Frau im Jacuzzi oder bei einer ausgelassenen Familienfeier im Garten. Immer wieder werden aber auch eingeschobene Szenen vom Campus gezeigt, auf welchem Irivn D. Yalom studierte oder nachgestellte Szenen aus Gruppentherapiesitzungen, welche er leitete.

Kritik

Der Dokumentarfilm wird durch zwei Charakteristiken dominiert: markante Fragen und zurückhaltende visuelle Eindrücke. Beide Faktoren sind Grund dafür, dass sich der Zuschauer bereits ab der ersten Frage dabei ertappt, sich diese ganz persönlich zu stellen und einige Sekunden über die mögliche Antwort für sein eigenes Leben nachzudenken. Unterstützt wird dies durch Szenen, wie eine verlassene Wiese über die der Wind bläst, ein Boot, das auf dem Meer ruhig vor sich hinfährt oder Fische, die im Wasser ihre Kreise drehen und dabei die beruhigende Stimme von Irvin D. Yalom im Hintergrund hört, welche konkrete Fragen über Familie, Liebe und Ängste stellt.

Konkret gesagt: Man fühlt man sich als ob man in einer privaten Therapiesitzung mit Irvin D. Yalom. Dies ist jedoch keinesfalls negativ gemeint, denn der Film gibt einem viel mehr für sein eigenes Leben mit, als man zu Beginn denken mag. Man kommt zur Erkenntnis, dass wir uns alle sehr ähnlich sind und nach dem Kinobesuch fühlt man sich den unzähligen unbekannten Personen, welche einem jeden Tag begegnen, etwas näher.

Der einzige Minuspunkt ist die nicht 100-prozentige Abstimmung zwischen Hintergrundmusik und dem Gesagten. Es kommt leider immer wieder vor, dass die Musik so markant ist, dass das Gesprochene etwas unverständlich wird. Ansonsten jedoch ist der Regisseurin Sabine Gisiger eine Art des Biografie-Films gelungen, welcher weit weg von einer trockenen Anreihung von Lebensereignissen, Zahlen und Fakten ist. Sehr sehenswert!

 

Credits:
Filmstart: ab 01. Oktober 2014
Produktionsland: Schweiz, Das Kollektiv
Länge: 77 Minuten
Regie:  Sabine Gisiger

Mit
Irvin D. Yalom
Marilyn Yalom
Eve, Ben, Reid, Desmond und Victor Yalom

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Text: Loredana Steiner

Foto:
tmdb, zVg
Veröffentlicht:
Montag 29.09.2014, 00:00 Uhr

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