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Filmkritik: «Der Goalie bin ig»

Schafft es «Der Goalie» nach 12 Monaten Gefängnis seinen Lebensunterhalt auf ehrliche Art und Weise zu verdienen?

 

Die Story

Mitte der 1980-er-Jahre: Der Goalie, kehrt nach einem zwölfmonatigen Gefängnisaufenthalt nach Schummertal zurück, fest entschlossen, seine Finger von krummen Dingen und Drogen zu lassen und sein Geld in der Porzellanfabrik auf ehrliche Art zu verdienen. Gerade arbeitslos geworden, hatte der Mittdreissiger für seinen besten Freund Ueli, der ihm für seine Dienste 5000 Franken versprochen hatte, in Frankreich ein Päckchen abgeholt und war bei seiner Rückkehr von der Polizei festgenommen worden. Der Goalie hatte geschwiegen und Ueli nie verraten.

Zurück in seiner Heimatstadt, versucht er, wieder mit seinen alten Kollegen Kontakt aufzunehmen. Doch dies ist gar nicht so einfach: Die Leute treten ihm schweigsam bis feindselig gegenüber. Mit zwei Ausnahmen: Regula, die Serviertochter seines Stammlokals, in die er sich Hals über Kopf verliebt, ist gegenüber seinen Avancen durchaus offen – obwohl sie offiziell mit Budi zusammen ist. Und Stofer, der sich sein Gebiss übers Jahr mit zwei Goldzähnen hat verschönern lassen, labert den Goalie mit esoterischem Zeug voll. Er erzählt ihm auch von einem Ferienhaus in Spanien, das er jüngst geerbt habe, und bietet es ihm zur freien Benützung an. Das kommt dem Goalie durchaus gelegen, denn wenige Tage später wird Regula von Budi verprügelt und flüchtet zu ihm. Hals über Kopf brechen die beiden nach Spanien auf. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer: In Spanien erfährt der Goalie, dass Stofer das Haus nicht geerbt, sondern gekauft hat; er kommt ins Grübeln: Wie ist Stofer zu so viel Geld gekommen – und dies ausgerechnet während der Zeit, als er, der Goalie, im Gefängnis sass? Der Goalie kehrt unverzüglich nach Hause zurück und verschafft sich Klarheit.

Kritik

Pedro Lenz’ „Der Goalie bin ig“ ist der erfolgreichste Mundart-Roman der letzten Jahre und wurde 2010 für den Schweizer Buchpreis nominiert. Eine amüsante, gleichzeitig aber auch irgendwie traurige Geschichte voller Melancholie – ein Juwel. Und der Film von Sabine Boss verdient das gleiche Prädikat. Dabei kommt ihr zu gute, dass sie sich auf die Fähigkeiten von tollen Charakterdarstellern verlassen kann. Wie Markus Signer den Goalie gibt, ist schlicht Extraklasse. Gleiches gilt für Pascal Ulli als Ueli und Michael Neuenschander als Stofer. Wirklich grossartig sind die Dialoge: Endlich einmal hat man bei einem Schweizer Mundart-Film nicht das Gefühl, diese seien im Hinblick auf eine Hochdeutsch-Synchronisierung unnatürlich gespreizt geschrieben worden. Da reden die Personen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist: Berndeutsch.
Wer sich diesen Film nicht zu Gemüte führt, ist selber schuld.

Filmstart: 06.02.2014

Produktionsland: Schweiz

Regie: Sabine Boss

Darsteller: 

Marcus Signer, Sonja Riesen, Pascal Ulli 

Offizieller Trailer

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Martin Zimmerli

Redaktor

Foto:
TmDb.pro
Videos:
Youtube / AscotElite
Veröffentlicht:
Donnerstag 06.02.2014, 11:11 Uhr

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