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Filmkritik: «JOBS»

Das musste ja kommen: Nach dem Tod des Apple Gründers war es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Bio-Pics im Kino auftauchen. jOBS, mit Ashton Kutcher in der Hauptrolle, macht den Auftakt.

 

Die Story:

Dieser Artikel entsteht auf einem iMac 11.1– gerade hämmere ich diese Buchstaben über die Tastatur in die Maschine, die mir sogleich das Getippte auf meinem Mac-Bildschirm anzeigt. Vor mir liegt ein iPad und neben der Tastatur blinkt mein iPhone. Wenn ich abends jogge, ist mein grüner iPod mein liebster Begleiter und wenn ich zu Hause arbeite, dann auf meinem MacBook Air. Ich bin sozusagen umgeben von den Visionen eines Mannes – Steve Jobs. Einen Teil seines aussergewöhnliche Lebens (1971-1991) gibt es nun im Kino zu sehen.

Das Publikum erfährt, dass er als junger Mann das College schmiss, weil er nicht wusste was er studieren sollte. Dass er nach Indien fuhr, um sich mit Hinduismus und Buddhismus zu befassen, aber vor allem um sich treiben zu lassen. Wie er bei der Firma Atari erste Arbeitserfahrungen sammelte und sich bewusst wurde, dass er nicht für andere Leute arbeiten konnte. Und wie er schliesslich in der Erfindung seines Freundes Steve Wozniak den Samen für seine Vision fand und die mit Wozniak gegründete Firma Apple, die als Start-up in der Garage von Jobs Eltern begann, zu einem der erfolgreichsten Unternehmen machte.

Kritik:

Der Film zeigt Steve Jobs zeigt als Visionär, der von seinen Ideen besessen ist und so ziemlich alles drum herum opfert - egal ob Freunde, Geliebte, Familie oder Partner. Am besten hat es wohl sein Vorgesetzter bei Atari ausgedrückt: «Steve – you are great but you are an asshole!» Obwohl Jobs kein asshole (Arschloch) im herkömmlichen Sinn ist: Er ist nicht bösartig hat aber keinen Respekt vor Leuten, die nicht die gleiche Leiden- und Opferbereitschaft für seine Visionen aufbringen wie er. Was er dann auch lautstark und gnadenlos herausposaunt. Man lernt aber auch den Motivator Steve Jobs kennen, der seine Mitarbeiter dazu brachte, über sich hinauszuwachsen – zum einen mit seinen mitreissenden Reden und zum anderen mit seine hohen Anforderungen und seinem Perfektionismus.

In US-amerikanischen Filmforen wie etwa www.rottentomatoes.com oder www.imdb.com wird kritisiert, dass jOBS nur an der Oberfläche des Menschen Steve Jobs kratze und sich zu sehr auf die Entstehung und Entwicklung von Apple konzentriere. So sei er höchstens interessant für Zuschauer, die nichts bis wenig über Jobs und Apple wissen. Dies mag seine Richtigkeit haben, trotzdem ist es erfrischend, dass ein Bio-Pic für einmal nicht versucht, einen Menschen und sein Handeln durch Interpretation von Fakten und Hören-sagen zu erklären. In jOBS erfährt man auf eine sehr subtile Weise von den Jobs charakterlichen Spleens, Vorlieben und Dämonen und muss, darf, kann selbst entscheiden, was diese bedeuten. Ein grosses Lob geht auch an den Cast, allen voran Ashton Kutcher, der Steve Jobs nicht nur ähnlich sieht, sondern auch eine tolle Schauspielleistung abliefert. Ein kurzweiliger Film, der sicher für alle Nicht-Jobs-Jünger eine spannende Einführung in dessen Leben und schaffen ist.

Regisseur
Joshua Michael Stern

Drehbuch
Matt Whiteley

Cast
Ashton Kutcher: Steve Jobs
Dermont Mulroney: Mike Markkula
Josh Gad: Steve Wozniak
Lukas Haas: Daniel Kottke
Matthew Modine: John Sculley
J.K. Simmons: Arthur Rock
Lesley Ann Warren: Clara Jobs
Ron Eldard: Rod Holt
Ahna O'Reilly: Chris-Ann Brennan
Victor Rasuk: Bill Fernandez
John Getz: Paul Jobs
Kevin Dunn: Gil Amelio

Michaela Schlegel

Redaktorin

Foto:
ZVG
Veröffentlicht:
Mittwoch 11.09.2013, 13:17 Uhr

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