Filmtipp: «Borg/McEnroe»

Mit Sportfilmen ist das so eine Sache. So sollten die Szenen, in denen sich die Darsteller sportlich betätigen, ja auch möglichst realitätsgetreu sein. Das ist schwierig.

 

http://www.coopzeitung.ch/Filmtipp_+_Borg_McEnroe_ Filmtipp: «Borg/McEnroe»

Denn Schauspieler sind nun mal keine Profisportler – auch wenn sie sich noch so gut auf ihre Rolle vorbereiten. Handelt es sich dann noch um Tennis – die wohl komplexeste Sportart auf diesem Planeten – tut der Regisseur gut daran, die „Actionszenen“ auf ein Minimum zu beschränken. Denn es ist nahezu unmöglich, einen Filmakteur in der Totalen so realistisch Tennis spielen zu lassen, dass es Kennern nicht auffällt. Bei „Borg/McEnroe“ ist dies Dokumentarfilm-Spezialist Janus Metz („Armadillo“) durch kreative Kameraeinstellungen (meist aus der Vogelperspektive) und einen rasanten Schnitt aber hervorragend gelungen. Und die schwedisch-dänische-finnische Co-Produktion wirkt somit in den Spielszenen dynamisch und abwechslungsreich. Ansonsten ist der Film hauptsächlich ein gut inszeniertes Drama – ein Charakterdrama über die grosse (wenn nicht die grösste) Rivalität zweier Akteure der Tennisgeschichte. Ein Duell zweier Lebensphilosophien. Die hervorragenden schauspielerischen Leistungen übertreffen dabei die dramaturgisch oft vorhersehbare Handlung. 

Juni 1980: Der schwedische Weltranglistenerste Björn Borg (Sverrir Gudnason) triumphierte vor ein paar Wochen in Roland Garros und holte sich auf der Terre battue den fünften French-Open-Titel. Auf dem heiligen Rasen an der Church Road strebt der 24-jährige Grundlinienspezialist nun etwas Historisches an: Er will das wichtigste Grand-Slam-Turnier in Wimbledon zum fünften Mal in Folge gewinnen – etwas, das vor ihm noch niemandem gelungen ist. Doch der kühle Borg hadert mit sich selbst und dem Leben. Panikattacken machen ihm zu schaffen und seine fast schon perfid minutiöse Vorbereitung droht an seiner Psyche zu zerschellen. Seine (kettenrauchende) Ehefrau Marina Simionescu (Tuva Novotny) und sein Trainer Lennart Bergelin (Stellan Skarsgard) versuchen mit viel Geduld Borgs Konzentration auf das richtungsweisende Turnier hochzuhalten. Ein gefundenes Fressen auch für die Medien, die das ganze Turnier auf ein Duell zwischen Borg und seinem jungen Herausforderer John McEnroe (Shia LaBeouf) zuspitzen. Der 21-jährige New Yorker ist ein hochgradig talentierter Heisssporn, der am Vorabend eines Matches auch schon mal Party macht und sich regelmässig mit Schiedsrichtern und Publikum anlegt. Der Serve- und Volleyspieler lauert auf seine Chance, Björn Borg im Finale zu entthronen...

Kommentare (1)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.










Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Andreas Eugster

Redaktor

Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Montag 09.10.2017, 11:00 Uhr

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:




Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?