Filmtipp: «Demain»

Sorge zu tragen für den einzigen Planeten, den wir bewohnen, ist unser aller Auftrag. Doch wie soll dies gehen?

 

Über den Film:

Was, wenn es die Formel gäbe, die Welt zu retten? Was, wenn jeder von uns dazu beitragen könnte? Als die französische Schauspielerin Mélanie Laurent («Inglourious Basterds») und der Aktivist Cyril Dion in der Wissenschafts-Zeitschrift «Nature» eine Studie lesen, die den wahrscheinlichen Zusammenbruch unserer Ökosysteme innerhalb der nächsten 80 Jahre voraussagt, wollen sie sich nicht mit diesem Horror-Szenario abfinden.

Also machen sich die beiden auf den Weg: Sie sprechen mit Experten, besuchen weltweit Projekte und Initiativen, die alternative ökologische, wirtschaftliche und demokratische Ideen verfolgen. Was sie finden, sind Antworten auf die dringendsten Fragen unserer Zeit. Und die Gewissheit, dass eine andere Zukunft möglich ist. «Tomorrow» zeigt: Sobald Menschen aktiv werden, kann aus einem Traum die Realität von morgen werden.

Der inspirierende Film von Mélanie Laurent und Cyril Dion trifft den Nerv der Zeit. Wo auch immer er in den Kinos anläuft, wird er zum absoluten Publikumsliebling. So war in der Westschweiz seit vielen Jahren kein Dokumentarfilm so erfolgreich wie der mit dem renommierten César prämierte «Tomorrow».

Kinostart ist der 26. Mai

Trailer:

 

Interview mit dem Regisseur:

Stichwort: Urban Gardening. Wie soll dieses Konzept mit der hektischen Berufswelt vereinbart werden? Konkret: Wenn ich 9 Stunden im Büro arbeite, soll ich nach Feierabend noch 2 Stunden auf den «Acker» gehen.
Der entscheidende Punkt ist, dass man die Arbeit die man tut gerne tut. Wenn man Freude am Gärtnern hat, wird man immer Zeit dazu finden. Sei dies nach Feierabend oder an den Wochenenden. Wenn die Freude immer grösser wird, kann dies sogar zu seinem neuen Beruf machen. Als Beispiel nehme man Detroit (US). Dort begannen viele Farmer ihre eigens angbauten Produkte direkt vor Ort oder in Supermärkten in der Umgebung zu verkaufen. An Orten wie Todmorden (UK) geht es den Urban Gardener besonders darum Zonen zu schafen, in denen sich die Leute treffen und sich kennenlernen können. Wenn man jedoch nicht gerne im Garten arbeitet, dann stehen einem viele weitere Optionen offen, wie man seinen Teil zu einer nachhaltig bewirtschafteten Erde beitragen kann.

Das System des nachhaltigen Anbaus verspricht viele Jobs zu schaffen. Wohlgemerkt schwere Arbeit. Wer soll diese Jobs annehmen?
Personen, die sich für diese Arbeit begeistern können und die der Natur näher kommen möchten. Es gibt immer mehr Menschen, die diesen Wunsch verspüren. Die verschiedenen Ökosysteme zu verstehen und den Zusammenhang zwischen den einzelnen Pflanzen, Bäumen und dem Klima zu sehen, ist eine anspruchsvolle Arbeit und verlangt auch nach qualifizierten Personen. Damit lässt sich durchaus auch Geld verdienen. Als Beispiel gelten Perrine und Charles Herve Gruyer die mit ihrem Studienprojekt in Le Bec Hellouin über 54 000 Euros in nur einem Jahr und mit nur 1000 Quadratmetern Land verdienten.

Es wird erwähnt, dass die Kommunikation miteinander die Lösung sein soll. Wie soll man das verstehen?
Diese Aussage ist so nicht ganz korrekt. Ich denke jedoch, dass man durch eigene Geschichten andere eher motivieren kann ebenfalls etwas in ihrem Leben zu ändern. Die Vorstellungskraft und das Verlagen nach etwas bestimmten sind die stärksten Treibkräfte von uns Menschen. Wir müssen nicht immer alles verstehen. Es genügt oft, wenn wir uns zu etwas hingezogen fühlen.

Denken Sie, dass schlussendlich Geld uns im Weg steht?
Der Neid ist die Ursache. Geld sollte ursprünglich lediglich als Wertmittel im Austausch von Waren dienen. Eines der Hauptprobleme ist, dass das Geld unteranderem nur von privaten Banken unterhalten wird und diese somit die absolute Hoheit haben. So erhalten die Leute, die das Geld besitzen, eine enorme Macht. Wenn man für jeden Staat eine eigene Währung hat und diese nicht an der Börse handelt, könnte die ursprüngliche Aufgabe des Geldes wiederhergestellt werden.

Wollen wir Menschen denn überhaupt zurück zur Eigenversorgung?
Ich kann natürlich nicht für alle sprechen. Fakt ist, dass wir aufhören müssen dieses absurde System weiterzuführen, wie wir es zur momentan praktizieren. Besonders was die langen Reisewege unserer Lebensmittel betrifft, die wir eigentlich im eigenen Land anbauen könnten. Zudem interessieren sich zunehmend mehr Menschen dafür, woher ihr Essen eigentlich kommt. Nicht mehr nur von den Grosskonzernen abhängig zu sein ist das Ziel.

Würde das auch bedeuten, dass wir auf gewisse Lebensmittel verzichten müssen, die nicht in unserer Region zu finden sind?
Wie erwähnt ist das Ziel so viele Lebensmittel wie möglich im eigenen Land anzubauen und nur diese, die wir nicht können, wie z.B. Bananen, Kaffee oder Kakao einreisen zu lassen.

Kann man das Umdenken der Menschheit im Gesamten erzwingen?
Natürlich nicht. In diesem Film geht es in erster Linie auch um die Freiheit jedes Einzelnen und darum, wie man die Probleme lösen könnte. Die These ist nicht neu. Unser Film- Motto stammt von Ghandi und lautet: Ein Beispiel andern zu geben ist nicht der einzige Weg Leute zu überzeugen, es ist der einzige Weg!

Abschliessend: Mir ist aufgefallen, dass die Protagonisten für diese Dokumentation viel mit dem Flugzeug reisen und ja, auch Fast Food essen. Gewollt oder Zufall?
Das ist korrekt. Für die Reise in die USA oder nach Indien mussten wir gezwungenermassen das Flugzeug nehmen. Anschliessend haben wir ca. 500 Bäume gepflanzt um dies auszugleichen. Das mit dem Fast Food war eine gewollte Aktion um zu zeigen, dass auch wir unsere Ernährung umstellen müssen. Melanie und ich ernähren uns seit dem Ende des Films nur noch vegetarisch.

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Loredana Steiner

Mediamatikerin / Onlineredaktion

Foto:
Filmcoopi, zVg
Veröffentlicht:
Montag 23.05.2016, 00:00 Uhr

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