Filmtipp: «Di chli Häx»

Kleine Hexe, grosser Stoff. Um den Kinderbuch-Klassiker von Otfried Preussler würdig ins Kino zu bringen, wurde Preusslers Familie mit ins Boot geholt.

http://www.coopzeitung.ch/Filmtipp_+_Di+chli+Haex_ Filmtipp: «Di chli Häx»

Stolze 188 Jahre hätte die kleine Hexe heute auf dem Buckel, hätte Otfried Preussler im Jahr 1957 sie in Fleisch und Blut anstatt nur auf Papier erschaffen. Doch als Protagonistin des Kinderbuch-Klassikers wird sie auf ewig 127-jährig bleiben und somit zu jung, um mit den grossen, bösen Hexen in der Walpurgisnacht auf dem Blocksberg zu tanzen. Weil sie es heimlich aber doch tut und dabei erwischt wird, bekommt sie ein Jahr auf Bewährung. Sie muss beweisen, dass sie eine gute Hexe ist und alle 7892 Zaubersprüche im riesigen Hexenbuch auswendig lernen – ja, liebe Kinder, denkt daran, wenn ihr wieder einmal wegen den Hausaufgaben jammert!

Präzise Anweisungen: Regisseur Mike Schärer mit seinen Hexen.

Präzise Anweisungen: Regisseur Mike Schärer mit seinen Hexen.
http://www.coopzeitung.ch/Filmtipp_+_Di+chli+Haex_ Präzise Anweisungen: Regisseur Mike Schärer mit seinen Hexen.

Der Rest der Geschichte dürfte landläufig bekannt sein, denn Preussler prägte mit seiner Geschichte die ersten Lese- und Zuhörerfahrungen von vielen Generationen im deutschsprachigen Raum. Eigentlich ist es überraschend, dass es so lange dauerte, bis die kleine Hexe auf ihrem Besen über die Kinoleinwand fliegt. Das Team um Regisseur Mike Schärer, das auch schon für die erfolgreiche Verfilmung von «Heidi» verantwortlich zeichnete, zeigt dabei wiederum den gebührenden Respekt vor der literarischen Vorlage. Die Handlung wurde weder verändert, noch in eine modernere Zeit verfrachtet. Dies ist wohl nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, dass sich der 2013 verstorbene Otfried Preussler lange gegen eine Verfilmung gewehrt hatte. «Die kleine Hexe war wie ein Mitglied der Familie Preussler und lag meinem Vater besonders am Herzen», erklärt seine Tochter Susanne Preussler-Bitsch, die eng in die Produktion eingebunden wurde, «Er hatte sie für meine Schwestern und mich erfunden, um uns die Angst vor bösen Hexen zu nehmen.»

  • Gelungenes Setting: Die kleine Hexe mit Abraxas vor ihrem Häuschen.
  • Es gibt nichts Schöneres, als auf dem Besen durch den Wald zu flitzen.
  • Der Rabe Abraxas ist eine «Animatronic-Puppe», die 20 verschiedene Bewegungen ausführen kann.
  • Die Hexen um die Oberhexe brummen der kleinen Hexe harte Arbeit auf.
  • Da heisst es für die Nachwuchshexe: Lernen, lernen, lernen...
  • ... bis zur Erschöpfung.
  • Aufgepasst: Hexe Rumpumpel kann jederzeit für einen Kontrollbesuch auftauchen!
  • Bei den Dorfbewohnern kommt die liebenswürdige Hexe gut an …
  • … und bei den Kindern sowieso.
  • Abraxas ist nicht nur ihr gutes Gewissen, sondern auch ein Freund, der ihren Geburtstag nicht vergisst.
 

Das gelingt nun auch in der Verfilmung. Denn während die bösen Hexen inklusive der missgünstigen Rumpumpel (Susanne Borsody) zwar hässlich, aber nicht allzu furchteinflössend inszeniert wurden, findet die kleine Hexe den Draht nicht nur zu den Kindern im Film, sondern auch jenen in den Kinosesseln. Zur Hexe gemacht wurde die deutsche Schauspielerin Karoline Herfurth. Sie verleiht der namenlosen Titelfigur trotz ihrer 33 Jahren jene jugendliche Unbekümmertheit und sympathisch Naivität, die man aus dem Buch kennt. Ihr Gewissen in Gestalt des weisen Raben Abraxas – mit der Stimme von Andrea Zogg – sorgt dafür, dass sie den Fokus auf ihre Aufgabe nicht verliert.

Ein kleiner kosmetischer Eingriff macht aus Karoline Herfurth die kleine Hexe.

Ein kleiner kosmetischer Eingriff macht aus Karoline Herfurth die kleine Hexe.
http://www.coopzeitung.ch/Filmtipp_+_Di+chli+Haex_ Ein kleiner kosmetischer Eingriff macht aus Karoline Herfurth die kleine Hexe.

«Di chli Häx»ist und bleibt einfach eine gute, zeitlose Geschichte, die zum Glück auch im Kino ohne grosse Special Effects auskommt, und dafür mit liebevollen Kulissen in einer märchenhaften Naturlandschaft überzeugt. Sie sorgt auch so für Lacher bei den Kindern und nostalgische Schmunzler bei den Erwachsenen.


Credits:
Filmstart: ab 1. Februar 2018 in den Deutschschweizer Kinos
Land: CH/De, 2017
Länge: 103 Minuten
Regie: Mike Schärer

Cast:
Di chli Häx – Karoline Herfurth
Abraxas (Stimme) – Andrea Zogg
Hexe Rumpumpel – Suzanne von Borsody
Oberhexe – Therese Affolter
Konrads Vater – Marcus Signer

Kommentare (0)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.










Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Fabian Kern

Redaktor

Foto:
Zodiac Films
Veröffentlicht:
Montag 29.01.2018, 09:32 Uhr

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:




Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?