Filmtipp: «Papa Moll»

Das Problem: Wie setzt man den berühmtesten Schweizer Comic-Papa in Realfilm um? Die Lösung: Mit Slapstick und viel Humor.

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Jetzt wissen wir endlich, wo Papa Moll wohnt: in Murmlikon! Wo das ist? Irgendwo im Ostaargau, aber das spielt eigentlich keine grosse Rolle, denn es ist eine erfundene Welt. Ebenso wenig wichtig ist, ob das erste Leinwandabenteuer des Schweizer Comic-Alltagshelden in den Fünfziger- oder in den Sechzigerjahren angesiedelt ist. Das Einzige was zählt: Papa Moll gibt es jetzt in Fleisch und Blut. Und wer das kürzlich erschienene Buch «Papa Moll und der fliegende Hund» bereits gelesen hat, kennt auch schon die Handlung. Es ist der Jubiläumsband Nr. 30, der verfilmt wurde, doch eigentlich ist es ein Prequel zum allerersten Band, denn es wird die Geschichte erzählt, wie Tschips zur Familie Moll kam.

Doch bis es soweit ist, hat die ganz Familie erstmal eine Reihe von Abenteuern zu bestehen. Nun, vielleicht nicht die ganze Familie, denn Mama Moll verabschiedet sich in ein Wellness-Wochenende mit ihren Freundinnen in Bad Zurzach. Was ihren Mann kurz aus dem Gleichgewicht bringt, weil ihm auch noch sein unsympathischer Chef Stuss seinen verzogenen Nachwuchs aufdrückt. Halb so schlimm, findet Moll, denn er wollte ohnehin den Herzenswunsch seiner Tocher Evi erfüllen, die unbedingt den fliegenden Hund im Zirkus Pompinelli sehen will. Kurzerhand nimmt Moll Jackie und Johnny Stuss mit in die Vorstellung, wird selbst aber immer wieder von seinem überforderten Mitarbeiter Glotz in die Schoggi-Fabrik gerufen, weil dort die Maschinen wegen Stuss' hirnrissigem Produktionsplan überhitzen. Er kann ja nicht ahnen, dass Stuss' Kinder die Erzfeinde seiner eigenen sind, und so sieht sich Moll plötzlich an allen Fronten gefordert…

  • Augen auf: Hier kommt Papa Moll. Links Evi, rechts Willy.
  • Die ganze Familie: Fritz, Evi, Papa, Mama und Willy.
  • Mama Moll verreist, hat aber fürs Wochenende vorgekocht – Moll fehlt der Überblick.
  • Weil Molls Chef Stuss sich ebenfalls ein freies Wochenende nimmt, muss Moll auch noch dessen Kinder übernehmen.
  • Er ahnt nicht, dass Johnny und Jacky seine Kinder terrorisieren. Fritz lässt sich aber nicht einschüchtern.
  • Moll geht mit ihnen in den Zirkus – und kommt unverhofft zu einem Auftritt.
  • Doch in der Schoggi-Fabrik klemmts – Moll muss abtauchen.
  • Hinzu kommt das angespannte Verhältnis mit Wachtmeister Grimm.
  • Mama Moll erfährt im Wellness-Weekend in Bad Zurzach vom Aufruhr in Murmlikon, …
  • … während ihr Mann richtig in die Hosen muss, um die Katastrophe zu verhindern.
 

Es war ein ambitioniertes Projekt, den Mann mit Schnauz und den fünf Haaren als Realfilm ins Kino zu bringen. Vor allem aber ist der Erwartungsdruck bei den vielen Generationen von Papa-Moll-Lesern gross. Jeder kennt den etwas ungeschickten Familienvater, der sich vor keiner Reparatur drückt, keine Sportart unversucht lässt, dabei aber immer um das Familienwohl besorgt ist. Wie Hauptdarsteller Stefan Kurt in unserem Interview betont, sind es im Normalfall keine spektakulären Geschichten, sondern Alltagssituationen, die uns mit Papa Moll mitfühlen lassen. Für die Verfilmung deshalb auf eine runde Geschichte mit etwas mehr Action zu setzen, war die richtige Entscheidung. Ebenfalls jene, den Bünzli-Helden in eine überdrehte Slapstick-Komödie zu schicken.

Das Endergebnis dürfte viele überzeugen. Den Charakterdarsteller Stefan Kurt in den bekannten blauen Anzug über rotem Strick zu stecken, ist ein genialer Schachzug. Er verleiht der Figur die nötige Portion Humor, ohne dabei in billigen Klamauk abzudriften. Er trägt diesen Film, wird aber unterstützt von einem tollen Schweizer Cast mit vielen Nachwuchsdarstellern. Das Gesamtpaket wird dem Familienpublikum viel Freude bereiten.

Credits:
Filmstart: ab 21. Dezember 2017 in den Deutschschweizer Kinos
Land: CH, 2017
Länge: 90 Minuten
Regie: Manuel Flurin Hendry

Cast:
Papa Moll – Stefan Kurt
Mama Moll – Isabella Schmid
Evi – Luna Paiano
Fritz – Maxwell Mare
Willy – Yven Hess
Jackie – Lou Vogel
Johnny – Livius Müller Drossaart
Stuss – Martin Rapold
Wachtmeister Grimm – Erich Vock

Lesen Sie das Interview mit Papa-Moll-Darsteller Stefan Kurt
Lesen Sie das Porträt über Papa-Moll-Zeichner Rolf Meier

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Fabian Kern

Redaktor

Foto:
Zodiac Films
Veröffentlicht:
Montag 18.12.2017, 10:00 Uhr

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