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Auf den ersten Blick so verschieden, und doch verbindet sie etwas: Vincent und seine Patentante Nikki.

Vincent will mit Selbstmord begehen und damit ein Statement setzen.

Da spielt ihm die Ankunft seiner Tante paradoxerweise in die Karten.

Immer im Einsatz: Vincent lässt an einer Raststätte einem CO2-Sünder die Luft ab.

Ist eine Selbstverbrennung unter dem Eiffelturm wirklich eine so gute Idee?

Marianne ist entsetzt über das Ausreissen ihres Sohnes.

Die belgische Familie startet eine Rückholaktion, …

… die schwelende Konflikte an die Oberfläche bringt.

Um Vincent zu finden schrecken sie auch vor Einbruch nicht zurück – praktisch, dass Vincents Stiefvater Raf einen Handwerksbetrieb führt.

Immer wieder kommt die Familie mit der Gendarmerie in Konflikt.

Nikki und Vincent sind derweil schon an einer Hochzeit in der Provence, wo sich die Ereignisse überstürzen.

Filmtipp: «Vincent»

Achtung, die Belgier kommen! Ein 17-Jähriger will Selbstmord begehen, um die Welt zu retten. Ein Drama? Nein, eine belgisch-französische Komödie.

 

http://www.coopzeitung.ch/Filmtipp_+_Vincent_ Filmtipp: «Vincent»

Vincent ist ein ernster junger Mann. Viel ernster, als ein 17-Jähriger sein sollte. So ernst, dass der vegane Umweltaktivist sein Leben beenden will, um die Welt aufzurütteln und auf den rücksichtslosen Umgang der Menschen mit Mutter Erde hinzuweisen. Schon zwei Mal ist der Selbstmord missglückt, doch aller guten Dinge sind schliesslich drei. Der Plan erhält konkrete Gestalt durch die unverhoffte Anreise seiner Patentante Nikki aus Paris, die ihre Schwester Marianne wieder einmal in der belgischen Provinz besuchen kommt. Eine Selbstverbrennung vor dem Eiffelturm, das ist doch die perfekte Aktion, um einen weltweiten Aufschrei zu provozieren! Da sich die mondäne, kinderlose Nikki mit der abgelöschten, dreifachen Mutter Marianne sogleich wieder streitet, rächt sie sich, indem sie den rebellierenden Göttibub mit in die französische Metropole nimmt.

Eine schrecklich nette Familie: Mariannes Mann beim Einbruch in Nikkis Wohnung.

Eine schrecklich nette Familie: Mariannes Mann beim Einbruch in Nikkis Wohnung.
http://www.coopzeitung.ch/Filmtipp_+_Vincent_ Eine schrecklich nette Familie: Mariannes Mann beim Einbruch in Nikkis Wohnung.

Derweil erklärt Marianne die Rückholaktion des Sprösslings zur heiligen Rache und packt ihren trägen Mann sowie die beiden Töchter – die eine hochschwanger, die andere ein Punk – kurzerhand ins Auto. Die familieninternen Konflikte brechen bei diesem Roadtrip schnell, weshalb die Nerven blank liegen und sich die belgischen Rachetouristen immer wieder mit der französischen Polizei konfrontiert sehen. Denn als sie in Paris ankommen, sind Nikki und Vincent bereits wieder weg.

Zwei, die sich gegenseitig aus ihrer Komfortzone holen: Nikki und Vincent.

Zwei, die sich gegenseitig aus ihrer Komfortzone holen: Nikki und Vincent.
http://www.coopzeitung.ch/Filmtipp_+_Vincent_ Zwei, die sich gegenseitig aus ihrer Komfortzone holen: Nikki und Vincent.

Nikki hat Vincents Suizid verhindert, er dafür ihren wenig feinfühligen Lebenspartner beleidigt. Dennoch nehmen die beiden Yuppies den jugendlichen Weltverbesserer mit an eine pompöse Hochzeit in die Provence, welche für Guillaumes Catering-Betrieb das Eintrittsticket in die High Society darstellt. Vincent fühlt sich durch die Dekadenz auf dem wunderschönen Landgut provoziert, während die depressiven Tendenzen von Nikki die glückliche, weinselige Fassade immer mehr bröckeln lassen. Die Eskalation ist unvermeidlich …

«Vincent» ist keine klassische, unbeschwerte Familienkomödie. Nein, den Machern von «Moscow, Belgium» ist eine bittersüsse Ode an den Wert der Familie gelungen. Humor und Ernst halten sich gekonnt die Waage. Aufgehängt an einer etwas überzeichneten Sippe führt Regisseur Christophe Van Rompaert kontinuierlich an die charakterlichen und zwischenmenschlichen Baustellen heran und demonstriert, dass ein emotionales Gewitter so mancher Familie guttun würde. Sie muss ja nicht gleich so verkorkst sein wie jene von Vincent.


Credits:
Filmstart: ab 4. Mai 2017 in den Deutschschweizer Kinos
Land: Be/Fr, 2016
Länge: 124 Minuten
Regie: Christophe Van Rompaert

Cast:
Vincent – Spencer Bogaert
Nicole/Nikki – Alexandra Lamy
Marianne – Barbara Sarafian

  

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Fabian Kern

Redaktor

Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Donnerstag 27.04.2017, 10:19 Uhr

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