Frischluft: Smart Fortwo Cabrio

In der nach oben offenen Version macht die dritte Generation des Zweiplätzers dank neuer Technik noch mehr Spass.

Morgens im Stau zwischen Winterthur und Zürich kann man schon philosophisch werden. Oder realistisch, wie man es nimmt. Ob ich nach rechts oder links oder in den Rückspiegel schaue – immer nur ein Mensch pro Auto. Ja, meistens auch in meinem. Wenn wir jetzt alle zusammenrücken und uns zu viert ein Auto teilen würden, wären schlagartig 75 Prozent der Wagen entbehrlich – und wir hätten freie Fahrt! Darauf lässt sich aber kaum jemand ein, weil vielen das Auto als Kokon der Ruhe vor und nach dem stressigen Arbeitstag gilt. Sonst könnte man ja gleich den ÖV nutzen. So gesehen hatte Swatch-Doyen Nicolas Hayek vor 23 Jahren die richtige Idee: Wenn wir den Kokon nicht teilen wollen, machen wir ihn eben kleiner. Viel ist von seinem Konzept eines günstigen und spartanischen Elektroautos zwar nicht übrig geblieben, nachdem Mercedes daraus den Smart kreiert hatte. Aber immerhin bietet er ebenfalls zwei Sitze und Laderaum für zwei Harasse Mineral.

Inzwischen wird der Smart in der dritten Generation verkauft. Spartanisch ist nichts mehr an dem 2,70-Meter-Zwerg: Er bietet ein besseres Interieur mit hochwertigeren Verkleidungen, und die alte Automatik wurde durch ein modernes Doppelkupplungsgetriebe ersetzt. Früher lupfte ich beim Schaltvorgang immer den Gasfuss, damit die Karosserie nicht so heftig vor und zurück nickt. Heute muss ich das nicht mehr – auch wenn sich das Nicken nicht ganz vermeiden lässt, weil der Radstand nur 1,87 Meter beträgt. Ganz öffnen lässt sich das Smart-Cabrio nicht. Innert 12 Sekunden faltet sich das Dach über dem Laderaum zusammen, aber die hinteren Fenstersäulen bleiben als Überrollschutz stehen. Mir genügt das völlig, weil es so selbst bei Autobahntempo kaum zieht und ich bei drohendem Regen ohne Anhalten das Stoffverdeck auch wieder schliessen kann. Beim Parkieren heisst es aber selbst bei blauem Himmel «Dach zu!». Sonst könnten Langfinger einfach so in den Kofferraum greifen.

Der 1-Liter-Dreizylinder treibt den Open-Air-Smart in der Basisversion flott voran – wenn ich ihn ein wenig hochdrehe. Doch den Werksverbrauch werde ich so nie erreichen. Ein Extralob verdient das Cool- und Media-Paket für 930 Franken mit Klimaanlage und ganz einfach zu bedienendem Navi und Soundsystem. Nur bei der Rückfahrkamera des Testwagens musste ich grinsen: Ein Smart-Cabrio bringt doch sicher jeder ohne so etwas in die Parklücke. Und wenn nicht? Dann kann er sich ja zu jemand anderem ins Auto setzen …

Smart Fortwo Cabrio

Motor und Antrieb

3-Zylinder-Benziner,
1 Liter, 52 kW/71 PS,
Sechsgang-Doppel-
kupplungsgetriebe,
Heckantrieb

Verbrauch und CO2
4,3 l/100 km, 99 g/km CO2, Euro 6, Energieetikette C

Preis: ab 19'845 Franken

Platzangebot    ***
Komfort ****
Kosten/Nutzen    
****

   
           
    

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Text:
Andreas Faust
Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Montag 06.06.2016, 15:00 Uhr

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