Für die Kleinen – und auch für die Grossen

Für viele Familien gehört Rimuss genauso zu den Festtagen wie die Weihnachtsguetzli. Doch das Schaffhauser Unternehmen hat noch einiges mehr im Angebot – und grosse Pläne.

Es gibt sie, die Klassiker der Schweizer Werbegeschichte: «I wett i hett es happy-Bett». Oder: «Mit Rimuss stossed alli aa». Das hat was: «96 Prozent aller Schweizer kennen unsere Marke», erklärt Rimuss-Geschäftsführer Hans-Peter Bareth nicht ohne Stolz. Wen wunderts: Schliesslich haben ganze Generationen von Schweizern damit ihr erstes Mal «Prost gemacht» – und sich erwachsen gefühlt dabei. Das klingt schön und gut – allerdings eher weniger sexy. Kommt hinzu, dass sich die Rimuss-Familie seit 1954 auf Plakaten zuprostet, verändert haben sich dabei eigentlich nur die Frisuren und der Kleidungsstil.

 
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Immer wieder Neues 

Juliane Weger (Weintechnologin/Mikrobiologin) testet Sauser. Jährlich verkauft das Unternehmen rund 7 Millionen Flaschen Wein- und Traubensaft-
getränke. 

Juliane Weger (Weintechnologin/Mikrobiologin) testet Sauser. Jährlich verkauft das Unternehmen rund 7 Millionen Flaschen Wein- und Traubensaft-
getränke. 
Juliane Weger (Weintechnologin/Mikrobiologin) testet Sauser. Jährlich verkauft das Unternehmen rund 7 Millionen Flaschen Wein- und Traubensaft-
getränke. 

Ist Rimuss altbacken? Beim Geschäftsführer des 1945 von Jakob Rahm gegründeten Unternehmens sorgt die Frage für Erheiterung: «Alles andere! Wir machen gut zehn Prozent unseres Umsatzes mit Produkten, die nicht älter sind als zwei Jahre.» Nebst dem süssen Klassiker hat die Rimuss- und Weinkellerei Rahm AG nämlich etliche Säfte, Sauser, Weine und Wein-Drinks im Angebot.
Neues auszuprobieren ist daher Alltag beim Unternehmen im schaffhauserischen Hallau. Eines der jüngeren Kinder ist «Rimuss Secco». Bareth umschreibt das Produkt schlicht als «Rimuss für Erwachsene». Denn – sind wir ehrlich – auch wenn der Verzicht auf Alkohol zunehmend als cool und trendy gilt, würde kaum jemand seinen Freunden eine Flasche Rimuss kredenzen. Grund ist nach Ansicht des 51-Jährigen nicht der Geschmack, sondern das Kinderimage und die charakteristische Flasche des Getränks. «Rimuss Secco ist etwas weniger süss und kommt wie jeder Prosecco oder Champagner daher – aber eben ohne Alkohol», so Rimuss-Geschäftsführer Bareth. «Die Verkaufszahlen geben uns bisher recht.»

Kurze Hoch-Zeit

Nicht nur das Aroma, auch die Farbe muss stimmen. Juliane Weger erkennt auch kleinste Abweichungen.

Nicht nur das Aroma, auch die Farbe muss stimmen. Juliane Weger erkennt auch kleinste Abweichungen.
Nicht nur das Aroma, auch die Farbe muss stimmen. Juliane Weger erkennt auch kleinste Abweichungen.

Mit dem neuen Produkt versuche das Unternehmen auch, die Saison-Falle zu umgehen. Denn die traditionelle Rimuss-Zeit ist kurz: «Die Hälfte der jährlich 2,5 Millionen Flaschen verkaufen wir rund um die Festtage», sagt der Zürcher, der die Geschäfte der Rimuss- und Weinkellerei Rahm AG seit sechs Jahren führt. Ähnlich kurz ist auch die Zeitspanne, in der Rimuss produziert wird. Die Mischung aus entalkoholisiertem Wein und Traubensaft wird nämlich mit frisch gepresstem Saft hergestellt. «Entsprechend schnell und sorgfältig müssen wir also arbeiten», sagt Produktionsleiter Heiko Huber.
46 Mitarbeitende beschäftigt das Unternehmen, einen wichtigen Part nimmt das Labor ein. Dort werden sämtliche Weine, Säfte und alkoholfreien Schaumweine auf ihre Qualität und das Aroma überprüft. Letzteres ist nicht nur bei den Weinen, wie beispielsweise dem «Graf von Spiegelberg» – der ältesten Weinmarke der Kellerei – wichtig, sondern insbesondere auch beim Rimuss. Denn das Aroma muss immer gleich sein. Einfach sei dies nicht, sagt Huber: «Wir haben rund 150 verschiedene Lieferanten für den Saft und die Trauben, zudem sind Trauben ein Naturprodukt und damit jedes Jahr anderen Bedingungen ausgesetzt.»

Alkoholfreier Wein

Frisch abgefüllt: Rimuss Secco

Frisch abgefüllt: Rimuss Secco
Frisch abgefüllt: Rimuss Secco

Im Labor wird aber auch getüftelt. Man entdeckt etwa Weinflaschen mit dem Zusatz «non-alcoholic» auf dem Etikett. «Wir denken tatsächlich daran, einen alkoholfreien Wein auf den Markt zu bringen», sagt Hans-Peter Bareth. «Aber nur, wenn wir wirklich hinter dem Produkt stehen können.» Alkoholfreie Weine gebe es etliche, «doch um ehrlich zu sein: Eine echte Offenbarung habe ich bisher nicht entdeckt.» Aber er ist zuversichtlich, dass die Kellerei die Hürde schafft: «Ob in zwei oder erst zehn Jahren, weiss ich allerdings nicht.»

Alte Zöpfe

Die nicht ganz unumstrittene Vergangenheit der Familie Rahm – Emil Rahm, Onkel des heute im Familienbetrieb mitwirkenden Peter Rahm, stand aufgrund seiner politischen Äusserungen mehrfach in der Kritik – ist für Bareth Schnee von gestern. Die Aktien der Rimuss- und Weinkellerei Rahm AG gehören zu 100 Prozent der Rimuss-Stiftung, die gemeinnützig ausgerichtet ist und soziale Projekte wie etwa den Aufbau eines Dorfes in Afghanistan unterstützt.
Übrigens: Mit Rimuss stossen wirklich alle an. Dieser Tage ist der erste Container mit 8000 Flaschen in China angekommen. «Darauf sind wir enorm stolz und erhoffen uns positive Reaktionen», sagt Bareth. «Eine Expansion in den chinesischen Markt ist für ein kleines Unternehmen wie uns eine grössere Herausforderung. Wir sind jedoch guten Mutes, auch im fernen Asien auf grosses Echo zu stossen.»

Rimuss Party Traubensaft weiss

Dezenter Duft nach Moscato-Trauben, spritzig im Antrunk, edle Süsse mit guter Säurestütze. Sanfte Perlage. Anhaltender Geschmack.

Fr. 4.95/70 cl.

Rimuss Secco

Duft nach Muskat-Trauben und Zitrusfrüchten. Spritziger Auftakt. Spannendes Süsse-/Säurespiel im Gaumen miteiner dezenten Weisswein-Note. Mittellange Perlage, süffig.

Fr. 7.50/75 cl.

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Nadine Bauer

Redaktorin

Foto:
Heiner H. Schmitt, zVg
Veröffentlicht:
Montag 21.09.2015, 18:42 Uhr

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